EM 2016- der Liveblog

EM 2016- der Liveblog

Aktuelle Spielstände und Hintergründe sowie Aktuelles abseits des Spielfelds finden Sie bei uns im Liveblog!

    Noch ist das Stde de France in St. Denis ziemlich leer. Gute zwei Stunden noch.

    Nur mit Pickerl geht's ins Stadion
    Bonjour aus St. Denis. Finale. Ort der Sehnsucht. In drei Stunden wird hier das Endspiel der Europameisterschaft 2016 angepfiffen. Frankreich gegen Portugal. Doch vor den Fußball hat die UEFA den Sticker gesetzt! Normalerweise reicht die Turnierakkreditierung, eine Art Ausweis und in EM-Zeiten für Journalisten wichtiger als der Reisepass, um in die Medienzentren der Stadien zu kommen. Doch im Finale gelten besondere Gesetze: Die Akkreditierung braucht einen silbernen Final-Aufkleber, nur Reporter mit diesem Papperl kommen rein in die Schüssel. Also den Rucksack geschuldert und auf den Zwei-Kilometer-Weg gemacht durch die menschenleere und abgesperrte Sicherheitszone rund um das Stadion zum Akkreditierungszentrum. Nur dort gibt's das Pickerl. Irgendwann war ich dann drin. Und schweißgebadet.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 9:17:08 AM

    Das Bataclan am Boulevard Voltaire in Paris war eines der Ziele beim furchtbaren Teroranschlag vom 13. November 2015. Die Konzerthalle mit dem Café ist immer nicht wieder eröffnet, ein Baugerüst hüllt das Gebäude ein.

    Fußball-Fronleichnam in Frankreich
    Viele Straßen in Paris sind beflaggt wie hier die Avenue de la Commerce am frühen Sonntagmorgen.

    Der Trick mit dem Tesafilm
    Philippe habe ich im 15. Arrondissement entdeckt, wie er gerade mit Tesafilm eine Frankreichflagge an der Hausfassade festkleben wollte. Er hatte den mindestens den ersten Pastis des Sonntags schon hinter sich und präsentiert stolz seinen Tipp.

    Vive la France
    Das Foto täuscht: Eigentlich freuen sich die beiden Metzger vom Sonntagsmarkt und der Metrolinie an der Station La Motte-Piquet Grennelle wirklich. Sie schauen nur so ernst, weil ich sie zu dem Foto gezwungen habe. . .

    10. Juli 2016: Der große Tag ist da! Auch dieser Zeitungsverkäufer in seinem Kiosk in der Avenue de la Commerce unweit des Eiffelturms in Paris freut sich auf das Finale Frakreich gegen Portugal. Anpfiff is um 21 Uhr im Stade de France. Ich werde bis dahin immer mal wieder kleine Häppchen aus der Hauptstadt servieren und nach dem Endspiel einen aktuellen Bericht liefern.

    Sonnenaufgang in den Straßen von Marseille. Die deutsche Mannschaft ist zuhause. Vor mir liegt eine allerletzte Etappe auf dieser nun schon fast sechswöchigen Reise: Paris.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/9/2016 5:31:38 AM

    Angesichts der Niederlage gestern gegen Frankreich ist mit das Bild aus dem Medienzentrum in Évian in den Sinn gekommen. Schüler des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin haben es gezeichnet. Ein schöner Abschluss, wie ich finde, unter das Spiel.

    Das Wortprotokoll des Bundestrainers nach dem Halbfinal-Aus

    Joachim Löw: "Die Franzosen haben eine gute Mannschaft,
    aber wir waren heute die bessere!"


    Bundestrainer Joachim Löw wirkte in der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Frankreich im Bauch der Arena von Marseille ausgelaugt. Hier seine wichtigsten Aussagen im Protokollstil zusammengefasst:

    Was ist schief gelaufen?

    Joachim Löw: „Heute ist relativ wenig schief gelaufen. Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, sie war insgesamt die bessere Mannschaft. Wir haben wahnsinnig viel investiert, hatten eine wahnsinnig gute Körpersprache. Eine machtvolle Körpersprache. Waren in den Zweikämpfen gut, haben viel nach vorn gespielt. Wir sind dann etwas unglücklich in Rückstand geraten. Das ist dann einfach auch Pech, wenn der Ball an die Hand springt und es gibt Elfmeter.“

    Was war anders als bei den Halbfinalniederlagen 2010 und 2012?

    Joachim Löw: „Wir hatten heute nicht das notwendige Glück. Aber als wir 2012 und 2010 ausgeschieden sind, hatten uns die Gegner etwas voraus. Heute war das nicht der Fall. Heute hatten wir sicherlich Frankreich etwas voraus – außer die Tore.“

    Wie beurteilen Sie die Elfmeterentscheidung?

    Joachim Löw: „Zur Schiedsrichterleistung sage ich nichts. Das sind Entscheidungen, die wir hinnehmen müssen. Da bringt es auch nichts, sich im Nachhinein aufzuregen. Ein Spieler kann in dieser Zehntelsekunde auch nicht mehr reagieren. Das ist einfach unglücklich. Dafür gibt es keinen Vorwurf. Aber wenn du kurz vor der Halbzeit so einen Elfmeter kriegst, bist du erst einmal geschockt. Alle waren in der Kabine aufgeregt – ich musste sie erst mal beruhigen.“

    Wie sahen Sie die Situation beim zweiten Gegentor?

    Joachim Löw: „In der Situation hätte man vielleicht den Ball wegschlagen müssen. Der Manu kommt gerade noch dran. Dann fällt er einem Franzosen vor die Füße. Okay. So ist es manchmal im Fußball. In einem Spiel kommen viele Dinge zusammen, die nicht positiv sind. So war es diesmal: einige Ausfälle, einige vergebene Chancen.“

    Ihr Fazit des Spiels?

    Joachim Löw: „Wenn man 2:0 gewinnt, hat man den Einzug ins Finale auch verdient. Ich denke auch, dass die Franzosen gegen Portugal gewinnen werden. Ich finde, die Franzosen haben eine gute Mannschaft, aber wir waren heute die bessere.“

    Wie geht es weiter?

    Joachim Löw: „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken. Nicht mal bis morgen früh, denn der Stachel sitzt schon tief. Wie ich das verarbeitete, ist schwierig zu beantworten. Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was wir machen, wenn wir verlieren. Das war bei uns kein Thema. Für uns war es ein gutes Turnier. Es gab eine unglaublich gute Energie in der Mannschaft. Sie hat tollen Teamgeist gezeigt. So gesehen, wird es bei uns eine relativ kurze Analyse geben. So viele Fehler habe ich jetzt nicht gesehen. Das ist eine tolle Mannschaft.“
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/7/2016 1:04:26 PM

    Thomas Müller hat die Pressekonferenz in Évian wieder zu einer Unterhaltungsshow gemacht. Der Offensivspieler gab sich entspannt und eloquent wie eh und je und versicherte glaubhaft, dass ihm seine EM-Torflaute nichts ausmacht, solange die Mannschaft erfolgreich ist. "Ich war 2010 in Südafrika Torschützenkönig, aber wir sind im Halbfinale ausgeschieden. Glauben Sie mir, da war Brasilien um Zigfaches schöner." Alles Weitere folgt gleich in einer Zusammenfassung.

    Joachim Löw vor dem Halbfinale:
    "Ich liebe solche Spiele!"


    Bundestrainer Joachim Löw nahm sich wieder eine Dreiviertelstunde Zeit im Mediencenter von Evian und berichtete über die Lage der Nationalelf vor dem Halbfinale gegen Frankreich bei der EM am Donnerstag. Wie ein Gastgeber eindrucksvoll aus dem Turier geworfen wird, hat das Team ja bei der WM in Brasilien gezeigt. In Marseille wird Löw auf Mario Gomez (Museklfaserriss) und Sami Khedira (Adduktorenproblem) vezichten müssen. Ob Kapitän Bastian Schweinsteiger spielen kann, steht noch nicht fest. Der Bundstrainer bescheinigte der französischen Elf eine große Moral, "sie strotzt vor Selbstbewusstsein" und haben gegen Island ein "überragend gutes Spiel gemacht". Er sagte aber auch: "Wir haben Respekt, doch wir wissen, was wir tun müssen." Ein Alternative im deutschen Team könnten nach den Ausfällen Emre Can vom FC Liverpool oder Julian Weigl von Borussia Dortmund sein. Beide haben bilang noch keine Minute gespielt bei diesem Turnier. Der Bundestrainer jedenfalls scheint schon bereit für den Kracher am Donnerstag: "Ich liebe solche Spiele!"

    Irgendwie hatte der Abend mit Blick auf den See auch schon etwas von Abschiednehmen. Viele Kollegen brechen heute nach Bordeaux auf, wo am Samstag das Viertelfinale gegen Italien ansteht. Ein Spiel, das alle Optionen offen lässt. Auch für den Fall, dass die die deutsche Elf ins Halbfinale einzieht, würde der Tross spätestens Mitte nächster Woche die Zelte in Évian abbrechen. Das Halbfinale würde in Marseille gespielt werden, von dort würde es dann nicht mehr zurückgehen an den Genfer See, sondern direkt nach Paris - oder nach Hause.


    Das Casino von Évian. Eine der wichtigsten Einnahmequellen des Städtchens am Genfer See. Die Purple Bar des Casinos war am Donnerstagabend Schauplatz einer Einladung des DFB an die Journalisten. Dessen Präsident Reinhard Grindel war genauso anwesend wie Ligapräsident Reinhard Rauball. Zahlreiche Kollegen waren gekommen, darunter auch Sportstudio-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein.

    Passspiel mit Bastian Schweinsteiger

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/29/2016 9:12:39 AM
    Einzelkritik nach dem 3:0-Sieg im Achtelfinale gegen die Slowakei:

    Manuel Neuer: Der Kapitän trug Schwarz, hatte aber keinen Grund zur Trauer. Zeigte die komplette Palette seiner hohen Torhüterkunst: Sprints in höchster Not sowie eine spektakuläre Luftrettung, als er nach einem Kucka-Kopfball den Ball über die Latte wischte. Unbezwingbar wie Fort Knox: Seit 450 Minuten ohne Gegentor.

    Jonas Hector: Der Linksverteidiger ist der Dauerbrenner: Seit dem 25. März 2015 stand der 26-Jährige in sämtlichen 17 Länderspielen als Einziger in der deutschen Startformation. Belohnt das Vertrauen durch konstant gutes Spiel. Nur die Flanken sind zu unpräzise.

    Mats Hummels: Der Neu-Bayer oder Alt-Dortmunder war erneut ein guter Dirigent der Abwehr. Konzentriert. Kraftvoll. Kopfballstark. Ohne Fehl und Tadel.

    Sami Khedira: Die eine Hälfte der Doppel-Sechs spielte wieder souverän und gewohnt zweikampfstark. Der Abräumer, zuverlässig wie ein deutscher Finanzbeamter.

    Mesut Özil: Mal grazil wie beim Hackenpass auf Kimmich. Mal schlampig wie beim ein oder anderen Abspiel. Scheiterte in der 13. Minute mit einem Foulelfmeter, den der slowakische Keeper gut parierte. Wartet weiter auf den ganz großen Moment in diesem Turnier.

    Julian Draxler: Deutschland hat keine Eins-gegen-eins-Spieler? Oh doch! Der Schalk . . . äh, Wolfsburger machte eine klasse Partie und tanzte auf der linken Seite so manchem Slowaken aus. Bereitete mit elegantem Solo zur Grundlinie und feinem Außenristpass das 2:0 durch Gomez vor. Belohnte sich mit seinem zweiten Länderspieltreffer (62. Minute).

    Thomas Müller: Auch in seinem 75. Länderspiel musste sich der Stürmer seine Erfolgserlebnisse in der Defensive holen: Stibitzte mehrmals den Slowaken den Ball. Hat im Angriff aber weiterhin so viel Glück wie Donald Duck. Müller rackerte. Müller rannte. Müller rotierte. Aber am Ende blieb ihm nur das Schädelbrummen nach einem Zusammenprall mit Martin Skrtel.

    Jérôme Boateng: Boah, Peng! Erstes Länderspiel-Tor im 63. Spiel mit einem satten Rechtschuss. Sprang danach vor Freude so hoch wie ein Rehbock auf der Flucht. Erster Adressat des Jubellaufs war Doc Müller-Wohlfahrt, der Boatengs Wade gesundgepflegt hatte. Und weil Boateng es gerne spektakulär macht, klärte er auch mal mit der Hacke.

    Toni Kroos: Anfangs wunderbare 50-m-Diagonalpässe auf Kimmich mit der Präzision eines Chirurgen. Tauchte im Verlauf des Spiels etwas unter, aber nahezu alles, was der Real-Kicker anstellte im Mittelfeld, hatte Hand und Fuß.

    Joshua Kimmich: Hat jetzt zwei Drittel seiner Länderspiele gegen die Slowakei gemacht. Musste erfahren, dass auch für ihn die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Engagiert und laufstark, aber in der Abwehr kam er beim Kopfball von Kucka zu spät.

    Mario Gomez: Er fühlt sich nach seiner Rückkehr wohl wie ein Fisch im Wasser im Nationalteam. Holte Elfmeter raus und erzielte eiskalt und trocken das wichtige 2:0, sein 29. Länderspieltor. Tut, was ein Stürmer tun muss: treffen.

    Benedikt Höwedes: Rückte in der 71. Minute für Boateng in die Innenverteidigung. Kein unnötiges Risiko vor dem Viertelfinalkracher gegen Italien oder Spanien. Der Schalker erfüllte die Aufgabe tadellos.

    Lukas Podolski: Er will ja kein Maskottchen sein, ist aber Publikumsliebling. Die Fans feierten Poldis 129. Länderspiel (ab der 71. Für Draxler) und ersten Turniereinsatz mit Gesängen bei jedem Ballkontakt.

    Bastian Schweinsteiger: Löws „emotional leader“ kam in der 74. Minute für Khedira und ordnete das Spiel von der Doppelsechs aus. Für nennenswerte Akzente reichte die Viertelstunde allerdings nicht.

    Matchday! Auf dem Weg nach Lille zum Achtelfinale Deutschland - Slowakei.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/26/2016 6:37:34 AM

    Pressekonferenz mit Torhüter Manuel Neuer und Abwehrspieler Joshua Kimmich

    Kimmichs Abitur und Neuers Bedauern

    Der Fußball ist auch in Évian-les-Bains, dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft, in den Hintergrund gerückt. Sogar auf dem Bildschirm im Pressezentrum, auf denen sonst immer nur Fußball läuft, ist ein Nachrichtensender eingestellt, der ständig über das politische Beben in Europa berichtet: Der "Brexit", der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, war sogar Thema in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Kapitän Manuel Neuer sagte auf der Pressekonferenz, dass er Zeit aufgewachsen sei, "in der die Europäische Gemeinschaft zusammenstand und ein Einheitsgefühl da war". Der Torhüter findet es "schade, dass die Briten jetzt austreten wollen".
    Natürlich ging es aber auch um den Sport, und speziell das Achtelfinale am Sonntag in Lille gegen die Slowakei. Gegen diesen Gegner hat die DFB-Elf erst vor wenigen Wochen in Augsburg in einem Testspiel mit 1:3 Toren verloren. In Erinnerung bleiben wird das Spiel wegen des Hagelgewitters und wegen des Debüts von Joshua Kimmich. Seither hat das Löw-Team in vier Spielen kein Gegentor mehr kassiert. Neuer geht auch ggen die Slowakei von einer Partie gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner aus und hofft, dass in Deutschland etwas EM-Euphorie aufkommen wird, "wenn wir danach dann mal gegen eine große Mannschaft gewinnen." Im Viertelfinale in Bordeaux wird der Sieger aus dem Duell Italien gegen Spanien warten. Joshua Kimmich hatte einen sympathischen Auftritt in der PK. Er verriet seine Abinote (1,7), dass er die Vergleiche mit Philipp Lahm nicht für angebracht hält, weil sein Bayern-Kollege der beste Außenveteidiger der Welt sei, er aber erst ein Länderspiel gemacht habe, und dass er beim Weggehen in München noch sehr selten erkannt wird. Nach der EM wird sich das wohl definitiv ändern.
    Personell snd 22 Spieler topfit und haben die Trainingseinheit im Stadion von Évian am Vormittag absolviert. Jérôme Boateng indes sei auf dem Weg der Besserung, berichtete Neuer. Der Innenverteidiger strampelte auf dem Rad und macht eine Laufeinheit. "Ich hoffe, dass er spielen kann", sagte Neuer, "aber falscher Ehrgeiz ist auch ein schlechter Ratgeber".

    Tor de France

    Der gute Geist von St. Denis

    Die Geschichte klingt wie ein Märchen. Aber sie ist wahr. Unser Freund und Kollege Marko von der Stuttgarter Zeitung hat sie so erlebt und erzählt. Es gibt keinen Grund an seiner Schilderung zu zweifeln, schließlich waren wir selbst Zeugen in wesentlichen Teilen. Es begab sich also zu Paris im zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft im Stade de France. Alles lief reibungslos. Vor alem blieb es friedlich. Als wir uns am Tag nach dem Spiel im TGV auf der Rückfahrt nach Genf befanden, stellte der Kollege fest, dass sein Netzkabel für den Laptop fehlte. Nach Ausschlussverfahren und einem Anruf im Hotel blieb als Ort des Vergessens nur der Arbeitsplatz im Stadion von St. Denis übrig. Marko gab das Kabel auf. Auf Nimmerwiedersehen. In Genf am Bahnhof kaufte er für 60 Franken in einem Elektroladen ein neues Netzkabel, das jedoch irgendwie nicht funktionierte. Marko überbrückte die Tage mit dem Saft aus dem geborgten Kabel eines Kollegen und war dankbar dafür, dass sein Laptop eine lange Akkulaufzeit besitzt. Das nächste Spiel in Paris stand an, diesmal im Prinzenpark. 17 Kilometer entfernt von St. Denis. Marko setzte sich an seinen zugeteilten Arbeitsplatz im Stadion. Irgendwann sah er auf dem Tisch neben seinem Laptop ein Kabel liegen. Einfach so. Er fragte den Kollegen links von ihm. Er fragte den Kollegen rechts von ihm. Beide schüttelten den Kopf. Das Kabel sah nicht nur aus wie sein verlorenes. Es war seines. Ein guter Geist der Uefa muss es in St. Denis gefunden und über die namentliche Sitzplatzverteilung Marko zugeordnet haben. Im Computersystem war natürlich auch vermerkt, welcher Platz ihm im Prinzenpark zugeteilt worden war. Das saß er also. Der glücklichste Marko von ganz Paris. Er steckte das Kabel ein. Dann sagte er: „Ein Wunder. Es ist ein Wunder.“
    Das verrückte französisch-deutsche EM-Wörterbuch, Teil 6:

    payer Süddeutscher

    sauf service Bar

    dehors das Pferd

    parents einige Wasservögel

    enfin ein Skandinavier

    heureuse Rückentragegerät für Stroh

    le gaz kleine Dorfstraße

    donner Gewitterschlag

    Revanche geglückt:
    Team Haus am See siegt 6:5


    Nach der 3:6-Schmach im ersten Spiel unserer verstärkten Hausgemeinschaft gegen ein All-Star-Team der Journalisten auf dem Nebenplatz des DFB-Trainingszentrums in Évian haben wir nun zurückgeschlagen: Am trainingsfreien Tag der Nationalelf trafen wir uns abends wieder am Platz, in der Mannschaft des Gegners standen mit Uli Voigt und Thomas Hackbarth auch zwei Mitarbeiter der DFB-Pressestelle sowie mit Thomas Gaßmann vom Kölner Express ein Kollege, der mal für Schalke 04 in der Zweiten Bundesliga gekickt hat. Ich habe diesmal pausiert, vielleicht lag es auch daran, dass unser Team "Haus am See" nach einem 1:3-Rückstand am Ende mit 6:5 gewonnen hat. Im kleinen Video vom Spiel seht ihr einen Lattenknaller von Kai Schiller (Hamburger Abendblatt).

    Abendstimmung am Hafen von Èvian-les-Bains.

    www.jaguar-wuerzburg.de

    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 2:23:23 PM

    "Es geht nicht um gute Laune, sondern um Erfolg":
    Co-Tag mit Thomas Schneider und Marcus Sorg


    Joachim Löw hat den Nationalspielern nach dem Gruppensieg heute wieder einen freien Tag genehmigt ("physisch und psychisch durchatmen"), für die Trainer gilt das natürlich nicht. Am Mittag kamen erstmals die beiden Co-Trainer Thomas Schneider und Marcus Sorg gemeinsam zur Pressekonferenz. Der Ulmer Sorg ist ja neu im Stab der Nationalmannschaft, bislang war er für die U 19 zuständig, mit der er im Juli 2014 auch die Europameisterschaft gewann. Damals stand übrigens auch ein gewisser Joshua Kimmich im Team. Der mittlerweile 21-Jährige hat bekanntlich den Sprung in die Startaufstellung der Nationalelf geschafft - von Schneider wurde der Rechtsverteidiger nochmal für seine offensive Interpretation der Rolle gelobt. Sorg betonte, wie fokussiert die Spieler im Training dabei seien, "da geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie sehr sich auch die Ersazspieler reinhauen". Sieben Spieler haben bislang noch keine Einsatzzeit, bei Laune gehalten werden müssen sie deshalb aber nicht: "Sie erfahren trotzdem Wertschätzung", sagt Schneider, "es geht hier aber nicht um gute Laune, sondern um Erfolg". Am Ende werde jeder hier sein Schärflein beitragen.
    Wie geht's Boateng?
    Natürlich war auch das Achtelfinale am Sonntag in Lille en Thema. Der Gegner steht ja nun endlich fest: Es geht gegen die Slowakei, jenes Team also, gegen das die DFB-Elf in der Vorbereitung beim Weltuntergangshagelgewitterspiel in Augsburg noch mit 1:3 verloren hat. "Das war aber kein Maßstab", sagt Schneider. Heute Abend wird sich das Trainerteam erstmals mit den Ergebnissen der Scoutingabteilung auseinandersetzen. "Es wird eine schwierige Aufgabe, die man aber lösen kann und die wir auch lösen werden", so Schneider. Am Mittwoch waren bis auf Jérôme Boateng alle Spieler beim Training. Die Muskelverhärtung bei dem Abwehrspieler werde täglich besser, "wir hoffen, dass er gegen die Slowakei spilen kann", sagte Marcus Sorg. Die Trainer deuteten an, dass der junge Noch-Schalker Leroy Sané eine Alternative für den Angriff sein könne. Er sei schon für das Nordirlandspiel "in der Verlosung gewesen", sagte Sorg - aber dann sei die Verletzung von Boateng dazwischen gekommen.

    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:25:00 AM
    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:23:57 AM
    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:23:10 AM
    Tor de France

    In God’s country

    Vor der Europameisterschaft erhielt ich einen Anruf. Es war der Vater der ZDF-Korrespondentin Patricia Schäfer aus Würzburg, ein treuer Leser, mit dem ich mal nach einem meiner Brasilien-Vorträge über Fußball und die Welt gefachsimpelt habe. Er sei umgezogen und fragte mich, ob ich nicht Verwendung hätte für seine kleine Sammlung aus Fußballheften, Autogramme der Kaiserslauterner Meistermannschaft aus den 50er Jahren habe er auch noch. Wir vereinbarten ein Gespräch für die Zeit nach der EM. Er wünschte mir gutes Gelingen und sagte dann noch: „Mensch, das mit Jürgen ist schon wieder ein Jahr her.“ Das mit Jürgen. Mein Kollege Jürgen Höpfl hat Patricia Schäfer im August 2012 in London für ein interessantes Porträt getroffen, es waren seine letzten Olympischen Spiele als Berichterstatter. Heute vor einem Jahr ist Jürgen Höpfl gestorben. Er würde sagen: „Kinder, wie die Zeit vergeht.“ Seinen Olympia-Kolumnen damals aus London verpasste er immer einen Songtitel als Überschrift. „White wedding“ von Billy Idol war dabei oder „Heroes“ von David Bowie. Diese EM-Kolumne nun soll an ihn erinnern – mit einem Song der irischen Band U2, die er fast genauso mochte wie ich. Es geht um neue Träume. Er heißt: In God’s country.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/22/2016 5:33:41 AM

    Am 21. Juni wird in Frankreich die Fête de la musique gefeiert, ein Musikfstival, bei dem im ganzen Land Bands auf öffentlichen Plätzen spielen. Nach der Rückkehr aus dem Stadion habe ich noch in dieser Bar am Place d'Italie ein Bierchen getrunken und den verschiedenen Gruppen zugehört. Eine, nun ja, eigenwillige Interpretation vom U2-Klassiker "Sunday, bloody sunday" könnt ihr hier hören.

    Es war ein stimmungsvoller Abend im Prinzenparkstadion.

    Hier meine Einzelkritik der deutschen Mannschaft


    Manuel Neuer: Der Kapitän markierte sein Revier gleich in den ersten Sekunden mit einem Bodycheck gegen Conor Washington an der Eckfahne. In seinem roten Outfit wirkte Neuer wie ein Feuerwehrmann, löschte die kleinen Gefahrenherde der Partie routiniert und sicher. Blieb alle drei Vorrundenspiele ohne Gegentor.

    Jonas Hector: Der Kölsche Jung hat sich zwar festgespielt auf der linken Seite. Er war engagiert, lauffreudig, aber ist in seinen Offensivkünsten halt trotz einiger ordentlicher Flanken doch sehr limitiert.

    Mats Hummels: Der Innenverteidiger sorgte in der Abwehr für keinen „Missverständnis-Alarm“, sondern harmonierte mit seinen Abwehrkollegen gut.

    Sami Khedira: Reißt mit seinem kraftstrotzenden Galopp immer wieder Löcher in die Formation des Gegners. Ein Auftritt mit Licht und Schatten. Unnötige Ballverluste wechselten mit gut durchdachten Zuspielen.

    Mesut Özil: Er ist der Dauerbrenner im deutschen Team, und irgendwie merkt’s keiner: Zum 70. Mal nominierte Löw den sanften Techniker für die Anfangself. Seit Beginn der WM 2010 stand er bei jedem Turnierspiel auf dem Feld – zum 22. Mal in Folge. Leitete viele Angriffe ein, darunter den Führungstreffer.

    Thomas Müller: Er wollte Chancen, er bekam Chancen. Aber der WM-Müller (10 Tore), ist immer noch kein EM-Müller (0 Tore). Er traf so ziemlich alles im Stadion: Latte, Pfosten, sogar die Glocken von Torhüter Michael McGovern, nur klingeln tat‘s nicht. Bereitete mit seinen wendigen Stelzen aber das 1:0 durch Gomez listig vor.

    Jérôme Boateng: Der große Schwarze mit dem grünen Schuh gewann ungefähr 100 Prozent seiner Zweikämpfe – mindestens. Hatte nach verrichteter Abwehrpflicht sogar noch Zeit für schöne Flankenwechsel. Durfte sich die letzte Viertelstunde auf der Bank schonen.

    Toni Kroos: Diesmal stieg Mister Zuverlässig nicht in die Trickkiste. Vielleicht sah das Spiel von Kroos diesmal aber auch nur so gewöhnlich aus, weil er in den Spielen davor so wunderbar geglänzt hatte.

    Mario Götze: Quo vadis, Mario? Nach dem FC Bayern könnte nun auch in der Nationalelf eine schwere Zeit anbrechen für das ewige Talent. Rückte durch die Hereinnahme von Gomez auf die linke Angriffsseite, bot dort einen unglücklichen und fehlerbehafteten Auftritt. Hatte bei seinen vielen Chancen nicht nur kein Glück, ihm fehlte irgendwie auch die Gier.

    Joshua Kimmich: Der 21-Jährige feierte im zweiten Länderspiel sein EM-Debüt. Rückte für Benedikt Höwedes ins Team und fremdelte kaum. Überzeugte nicht nur durch konsequentes Verteidigen, sondern auch als wichtige Anspielstation in der Offensive. Beginn einer großen Zukunft?

    Mario Gomez: Das Comeback des Mittelstürmers! Erzielte bei seiner dritten Europameisterschaft sein viertes EM-Tor und zog damit unter anderem mit Gerd Müller gleich. Nur Jürgen Klinsmann (5 Tore ist noch vor ihm. Es scheint, ihm gelingt ein zweites Leben im Nationalteam.

    André Schürrle: Kam in der 55. Minute für Götze und sorgte für Betrieb auf der linken Seite. Mehr dann aber auch nicht.

    Bastian Schweinsteiger: Ein WM-König im Prinzenpark. Durfte sein 117. Länderspiel machen, ersetzte ab der 69. Minute Khedira. Ein Happy-End wie beim Last-Minute-Tor gegen die Ukraine gab’s diesmal nicht.

    Benedikt Höwedes: Für Boateng, der etwas angeschlagen wirkte, durfte die letzte Viertelstunde der Schalker mittun. Ein Knappe ohne Fehl und Tadel. Wer jede Sekunde einer WM absolviert hat, erledigt solche Aufgaben selbstredend.

    EM: Sieg des DFB-Team (Die Mannschaft) gegen Nordirland. Damit ist Deutschland Gruppenerster! Main-Post-Reporter Achim Muth feiert in Frankreich mit.

    "Tor de france-Reporterblog": live.mainpost.de
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    Die Schweiz würde sich offenbar freuen über ein Duell mit den Nachbarn...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 8:22:21 AM
    Joachim Löw hat die PK in Paris wegen einer Erkältung abgesagt, für ihn spricht gleich Co-Trainer Thomas Schneider
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/20/2016 1:42:46 PM

    beschleunigt.abnehmen.freundeskreis. So lautet die Adresse unserer Küche in unserem Haus überm See in Évian laut dem Internetprotal what3words. Für jeden Fleck der Erde gibt es einen Namen. Eine herrliche Spielerei, probieren Sie es aus.

    Tor de France

    Ein Brief an den Fünfmeterraum

    Haben Sie schon einmal versucht, einen Brief an einen Wurzelsepp in der tiefen Rhön zu schicken? Oder an einen Eskimo am Nordpol? An den Torhüter im Fünfmeterraum des Prinzenparkstadions? Es gibt Flecken auf dieser Welt, für die existiert keine Postleitzahl, aber auch für diese Fälle hält die digitale Welt eine Lösung parat. Dieser Tage lief auf der Fahrt von Évian-les-Bains nach Genf im Autoradio ein Beitrag über das Projekt what3words. Die Macher der gleichnamigen Internetseite haben über die Erde ein Raster gezogen, eine Gitter aus jeweils exakt 3x3 Meter großen Quadraten. Ihre Idee soll das Adresssystem revolutionieren. Entstanden sind so 57 Billionen Felder. 57 000 000 000 000! Jedem dieser Karos wurde durch einen Algorithmus ein Name aus drei Wörtern verpasst, und so kommt es, dass Manuel Neuer heute Abend im nördlichen Tor des Prinzenparkstadions unter anderem das Feld gurke.aufnimmt.farblos bewachen wird. Im Quartierort Évian logiert die deutsche Elf im Hotel Ermitage auf Flecken, die raumflug.führerschein.trikot heißen oder hörbuch.berufsbild.sintflut. Passt zum Dauerregen hier. Nordwestlich den Berg hinunter liegt unser Haus überm See, wo sich in unserer Küche der Neun-Männer-WG das Planquadrat beschleunigt.abnehmen.freundeskreis befindet. Okay, zunehmen wäre treffender, aber sonst. Tadellose Zuordnung. Und, wo wohnen Sie?

    Das Leben in der Männer-WG
    Fast zwei Wochen hausen wir jetzt schon in unserem Mietshaus hoch über dem Genfer See, und die Stimmung, doch, die Stimmung ist nach wie vor gut. So gut sogar, dass wir abends zum Essen gar nicht mehr aus dem Haus gehen, so wie bei früheren Turnieren oft, sondern selbst kochen. Oder den Grill anschmeißen. Was aufs Gleiche rauskommt. Es gab schon Spezialitäten vom Grill mit griechischem Salat. Spezialitäten vom Grill mit Tomaten-Mozzarella-Salat. Spezialitäten vom Grill mit Couscous-Salat. Langsam gehen uns nur die Rezepte für Salate aus.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/18/2016 7:05:37 AM
    Beim ersten Spiel der Deutschen gegen die Ukraine lag unser EM-Orakel richtig. Heute spielt das DFB-Team (Die Mannschaft) gegen Polen. Auf wen pickt...äh, tippt "Jacques" dieses Mal?
    Klicken Sie hier, um das Facebook-Video zu sehen
    Auf nach Paris: vor uns liegt eine mehrstündige Bahnfahrt in die Hauptstadt. Von dort geht's dann weiter in diesem Blog. Salut.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/16/2016 6:56:12 AM
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