EM 2016- der Liveblog

EM 2016- der Liveblog

Aktuelle Spielstände und Hintergründe sowie Aktuelles abseits des Spielfelds finden Sie bei uns im Liveblog!

  • Dolmetscher Thomas Schnelker (links) mit Werner Jedersberger, der bei den Pressekonferenzen ins Französische übersetzt.

    Wie eine Zeitungsanzeige Werner Jedersberger
    ganz nah ans DFB-Team brachte.


    Eine kleine Anzeige in der französischen Tageszeitung Daphiné Libéré brachte Werner Jedersberger aus Sipplingen, der „Perle am Bodensee“, wie er im Gespräch mehrfach betont, einen großen Job ein: Täglich übersetzt der Fußball-Fan als Simultandolmetscher im Medienzentrum des DFB in Évian-les-Bains die Aussagen von Bundestrainer Joachim Löw, Manuel Neuer oder Lukas Podolski ins Französische. Für den 49-Jährigen ist die Tätigkeit eine wunderbare Abwechslung, seinen Idolen ist der frühere Kicker des TSV Sipplingen noch nie so nah gekommen. Seit 2002 lebt Jedersberger in Annemasse, einem kleinen Ort im französischen Umland von Genf. In die Finanzmetropole hatte es den Banker damals nach einem Angebot der Schweizer Bank UBS gezogen, mittlerweile ist er jedoch mit einem eigenen Geschäft im Immobiliensektor tätig. Als Sipplinger die Anzeige gelesen hatte, verfasste er ein kleines Bewerbungsschreiben. Einige Wochen später erhielt er einen Anruf und die Einladung zu einem Gespräch in der Stadtverwaltung von Évian: „Meine Konkurrenten waren drei Frauen aus Frankreich“, erzählt Jedersberger. Schließlich erhielt er als Deutscher den Zuschlag – auch deshalb, weil er sich mit Fußballbegriffen wie Abseits oder Viererkette besser auskannte.
    So sitzt er seit dem 8. Juni im Medienzentrum während der Pressekonferenzen in einem kleinen Kabuff hinter den Journalisten und übersetzt das gesprochene Wort ins Französische – ein exquisiter Service für die immerhin drei französischen Journalisten, die regelmäßig hier zu Gast sind. „Es macht riesig Spaß“, sagt Jedersberger, „die Truppe vom DFB und allen voran DFB-Dolmetscher Thomas Schnelker sind total nett.“ Schnelker, der in der Kabine neben Jedersberger sitzt und ins Englische übersetzt, habe ihm wertvolle Tipps gegeben, denn für Werner Jedersberger ist der Job des Dolmetschers eine Premiere. Er hat schnell gelernt, „dass ich nicht alles Wort für Wort übersetzen muss, sondern sinngemäß“. Highlight war auch für ihn der Auftritt von Lukas Podolski. Allerdings war dessen Eier-Kraulen-Zitat auch eine Herausforderung für den Sipplinger. Er habe es schließlich so übersetzt, dass sich 80 Prozent und auch Poldi schon mal an „diversen Körperstellen gekrault haben“. Ins Schwitzen sei er auch gleich bei seiner ersten PK gekommen, als DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Zahlen aus dem EM-Haushalt um sich warf. Für die französischen Zuhörer hörte sich das dann so an: „Der DFB macht immer Gewinn, egal wie weit die Mannschaft kommt.“
    In seiner Kabine hat er eine Reihe von Spickzetteln parat, auf denen er fußballspezifische Begriffe wie Kreuzbandriss notiert habe: „Geschwitzt habe ich, als Thomas Müller gesagt hat, er würde sich ‚ins Knie schießen‘. Aber auch da kam es auf die Interpretation an.“ Jedersberger fand eine. „Er macht das sehr gut“, sagt Thomas Schnelker, der DFB-Dolmetscher. „Die französische Übersetzung ist auch eine Geste gegenüber unseren Gastgebern. Wir sind sehr zufrieden mit Werner.“

  • Pressekonferenz mit Torhüter Manuel Neuer und Abwehrspieler Joshua Kimmich

    Kimmichs Abitur und Neuers Bedauern

    Der Fußball ist auch in Évian-les-Bains, dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft, in den Hintergrund gerückt. Sogar auf dem Bildschirm im Pressezentrum, auf denen sonst immer nur Fußball läuft, ist ein Nachrichtensender eingestellt, der ständig über das politische Beben in Europa berichtet: Der "Brexit", der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, war sogar Thema in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Kapitän Manuel Neuer sagte auf der Pressekonferenz, dass er Zeit aufgewachsen sei, "in der die Europäische Gemeinschaft zusammenstand und ein Einheitsgefühl da war". Der Torhüter findet es "schade, dass die Briten jetzt austreten wollen".
    Natürlich ging es aber auch um den Sport, und speziell das Achtelfinale am Sonntag in Lille gegen die Slowakei. Gegen diesen Gegner hat die DFB-Elf erst vor wenigen Wochen in Augsburg in einem Testspiel mit 1:3 Toren verloren. In Erinnerung bleiben wird das Spiel wegen des Hagelgewitters und wegen des Debüts von Joshua Kimmich. Seither hat das Löw-Team in vier Spielen kein Gegentor mehr kassiert. Neuer geht auch ggen die Slowakei von einer Partie gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner aus und hofft, dass in Deutschland etwas EM-Euphorie aufkommen wird, "wenn wir danach dann mal gegen eine große Mannschaft gewinnen." Im Viertelfinale in Bordeaux wird der Sieger aus dem Duell Italien gegen Spanien warten. Joshua Kimmich hatte einen sympathischen Auftritt in der PK. Er verriet seine Abinote (1,7), dass er die Vergleiche mit Philipp Lahm nicht für angebracht hält, weil sein Bayern-Kollege der beste Außenveteidiger der Welt sei, er aber erst ein Länderspiel gemacht habe, und dass er beim Weggehen in München noch sehr selten erkannt wird. Nach der EM wird sich das wohl definitiv ändern.
    Personell snd 22 Spieler topfit und haben die Trainingseinheit im Stadion von Évian am Vormittag absolviert. Jérôme Boateng indes sei auf dem Weg der Besserung, berichtete Neuer. Der Innenverteidiger strampelte auf dem Rad und macht eine Laufeinheit. "Ich hoffe, dass er spielen kann", sagte Neuer, "aber falscher Ehrgeiz ist auch ein schlechter Ratgeber".

  • Tor de France

    Der gute Geist von St. Denis

    Die Geschichte klingt wie ein Märchen. Aber sie ist wahr. Unser Freund und Kollege Marko von der Stuttgarter Zeitung hat sie so erlebt und erzählt. Es gibt keinen Grund an seiner Schilderung zu zweifeln, schließlich waren wir selbst Zeugen in wesentlichen Teilen. Es begab sich also zu Paris im zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft im Stade de France. Alles lief reibungslos. Vor alem blieb es friedlich. Als wir uns am Tag nach dem Spiel im TGV auf der Rückfahrt nach Genf befanden, stellte der Kollege fest, dass sein Netzkabel für den Laptop fehlte. Nach Ausschlussverfahren und einem Anruf im Hotel blieb als Ort des Vergessens nur der Arbeitsplatz im Stadion von St. Denis übrig. Marko gab das Kabel auf. Auf Nimmerwiedersehen. In Genf am Bahnhof kaufte er für 60 Franken in einem Elektroladen ein neues Netzkabel, das jedoch irgendwie nicht funktionierte. Marko überbrückte die Tage mit dem Saft aus dem geborgten Kabel eines Kollegen und war dankbar dafür, dass sein Laptop eine lange Akkulaufzeit besitzt. Das nächste Spiel in Paris stand an, diesmal im Prinzenpark. 17 Kilometer entfernt von St. Denis. Marko setzte sich an seinen zugeteilten Arbeitsplatz im Stadion. Irgendwann sah er auf dem Tisch neben seinem Laptop ein Kabel liegen. Einfach so. Er fragte den Kollegen links von ihm. Er fragte den Kollegen rechts von ihm. Beide schüttelten den Kopf. Das Kabel sah nicht nur aus wie sein verlorenes. Es war seines. Ein guter Geist der Uefa muss es in St. Denis gefunden und über die namentliche Sitzplatzverteilung Marko zugeordnet haben. Im Computersystem war natürlich auch vermerkt, welcher Platz ihm im Prinzenpark zugeteilt worden war. Das saß er also. Der glücklichste Marko von ganz Paris. Er steckte das Kabel ein. Dann sagte er: „Ein Wunder. Es ist ein Wunder.“
  • Schlaubi, Salsa und der Weihnachtsbaum

    Eine augenzwinkernde Bewertung der deutschen Nationalspieler nach der EM-Vorrunde

    Tor:

    Manuel Neuer: Die Torhüterkünste der Nummer eins waren bislang nur gegen die Ukraine gefragt. Wenn der Ersatzkapitän gebraucht wurde, war er da. Den Rest erledigt Jérôme Boateng. Seit 360 Minuten ohne Gegentor.

    Bernd Leno: Wenn Neuer nicht der Himmel auf den Kopf fällt, ist diese EM für den 24-Jährigen von Bayer Leverkusen ein kostenloses Trainingslager unter Luxusbedingungen: Top Hotel. Leckere Verpflegung. Beste Plätze im Stadion. Keiner ist so nah dran und doch so weit weg vom Rasen wie Leno.

    Marc-André ter Stegen: Was für Leno gilt, gilt auch für ter Stegen. Darf sich nicht mal einen Kampf um die Nummer zwei liefern, weil Deutschlands bestbezahlter Bällezuspieler Andreas Köpke hinter Neuer „alles offen“ lässt.


    Abwehr:

    Jérôme Boateng: Schenkte dieser EM die spektakulärste Abwehraktion, als er gegen die Ukraine im Rückwärtsfallen den Ball von der Linie drosch. Der Berliner würde wahrscheinlich auch die Titanic vor dem Untergang retten – oder die SPD.

    Emre Can: Der 22-jährige Außenverteidiger vom FC Liverpool bereichert die multikulturelle Vielfalt in der Mannschaft und ist definitiv der mindestens zweitbeste Spieler aus der Premier League im deutschen Kader. Seit Kimmichs Einsatz auf rechts sackten Cans Chancen auf einen Einsatz unter Grasnarbenhöhe.

    Jonas Hector: In Kimmichs Alter kickte der Saarländer noch in der Oberliga. In Köln wird der Spätstarter Schlaubi genannt, nach dem Schlumpf mit der Brille. Nicht nur wegen seines BWL-Studiums kein Profi klassischer Prägung. Dafür, dass er als Mann ohne Eigenschaften gilt, macht er seine Sache auf der linken Seite gut. Drei Spiele über die komplette Distanz.

    Benedikt Höwedes: Ein Teamplayer, wie ihn sich jeder Trainer wünscht. Musste im dritten Spiel für Josuha Kimmich weichen und lobte Löw sogar noch für diese „richtige Entscheidung“. Der Mann aus Haltern am See ist trotz Weltmeisterstatus angenehm geerdet geblieben und könnte in der K.o.-Phase noch gut gebraucht werden.

    Mats Hummels: Der Mann mit dem d’Artagnan-Gesicht macht nicht nur als Hugo-Boss-Model eine gute Figur, sondern nach überstandener Wadenverletzung auch in der Innenverteidigung. Sehr gutes Auge. Durch ihn lernen wir auch unbekannte Worte kennen wie „multidirektionales Training“ und „Missverständnis-Alarm“.

    Shkodran Mustafi: Sensationelle Vorrunde des Abwehrspielers: Erzielte sage und schreibe ein Drittel aller deutschen Tore und damit so viel wie der gesamte deutsche Sturm. Okay, Deutschland traf nur dreimal bislang und Mustafi einmal. Aber Statistik lügt nicht. Musste für Hummels weichen und sorgt seitdem beim Aufwärmen im Stadion mit technischen Kabinettstückchen für Staunen. Kein Witz!

    Jonathan Tah: Aus dem Urlaub in den Urlaub? Ganz so ist es nicht für den Verteidiger von Bayer Leverkusen, der für Antonio Rüdiger (Kreuzbandriss) nachnominiert wurde. Der Jüngste im Kader ist fleißiger Sparringspartner im Training, wird die EM aber wohl ohne Einsatz beenden.

    Mittelfeld:

    Julian Draxler: Komisch. Spielt für Wolfsburg, ist aber irgendwie immer noch unter Schalke 04 abgespeichert. Rechtfertigte Löws Vertrauen mit zwei guten Spielen im linken Mittelfeld zum Turnierstart, musste dann aber Mario Gomez Platz machen.

    Sami Khedira: Hat auf seiner Dachterrasse in Turin keinen Pool, sondern einen Käfig für Kraftübungen. Kommt immer besser in Tritt, durchpflügt das Mittelfeld mit kräftigen Schritten. Schrubbt die meisten Kilometer im deutschen Team.

    Joshua Kimmich: Ist er der Philipp Lahm 2.0, der Außenverteidiger einer neuen Generation? Der 21-Jährige bestand die Feuertaufe gegen zweitklassige Nordiren und wird wohl auch im Achtelfinale gegen die Slowakei beginnen. Ob der Baden-Württemberger alles kann außer Hochdeutsch? Wissen wir noch nicht, spricht erst heute auf der Pressekonferenz in Évian.

    Toni Kroos: Im Team aus dem Land der Dichter und Denker ist er der Richter und Lenker. Ordnet das Spiel. Das Zauberfüßchen spielte in der Vorrunde insgesamt 348 Pässe, 323 kamen an. Rekordverdächtig.

    Thomas Müller: Der Hobbygolfer hat leider ein Handicap: Er trifft das Tor nicht mehr. Was ihm ein wenig die Laune verhagelt. Ist aber eloquent wie eh und je, und immerhin führt der weltbeste Müller in einer Statistik. Wurde bislang am meisten gefoult im deutschen Team: fünf Mal.

    Mesut Özil: 30 Millionen Facebook-Fans haben nicht mal Robbie Williams, U2 und Helene Fischer zusammen. Beherrscht die Kunst des effektiven Altruismus: Lässt durch seine Ideen und Pässe andere besser aussehen als sich selbst. Löws Liebling: 22 Turnier-Einsätze in Folge – und kein Ende in Sicht.

    Lukas Podolski: Der Erfahrenste (128 Länderspiel) stand bei seiner viertem EM zwar noch keine Sekunde auf dem Platz, ist für den Bundestrainer trotzdem das Gelbe vom Ei: Wie Poldi auf kölsche Art Löws Hosenaffäre beerdigte, war ganz großes Kino und sichert ihm noch einen Kaderplatz für die WM 2026 in Island.

    André Schürrle: Er galt einmal als große Offensiv-Offenbarung, steckt aber seit dem WM-Finale in einer Art Dauerkrise. Könnte durch seine Schnelligkeit noch eine wichtige Rolle einnehmen – als Joker.

    Bastian Schweinsteiger: Hoch-Zeit für den Hochzeiter! Vor dem Ja-Wort mit Ana Ivanovic knackte der älteste Spieler im DFB-Kader einen Rekord: Hat jetzt mit 15 EM-Spielen die meisten auf dem Buckel in der deutschen Fußballgeschichte. Verschenkte bei seinem Jubellauf nach dem Treffer zum 2:0 gegen die Ukraine so viel Freude, dass ganz Lille heute noch lächelt.

    Julian Weigl: Für den jungen Himmelsstürmer, der von den Münchner Löwen kam und bei Borussia Dortmund Stammspieler wurde, kommt diese EM noch zu früh. Scharrt mit den Hufen, muss sich aber im Mittelfeld weiter gedulden.

    Sturm:

    Mario Gomez: Zurück in die Zukunft: Der Marty Mcfly des deutschen Fußballs findet über den Umweg Türkei wieder Zugang in die Eliteklasse. Der Mittelstürmer ordnet sich klasse ein im Team. Das Siegtor gegen Nordirland war sein vierter EM-Treffer. Nur noch Jürgen Klinsmann ist vor ihm (5 Tore). Auch wenn er viele Stürme erlebt hat: Die Frisur sitzt wie eh und je.

    Mario Götze: Wäre gerne mal der Hund, ist aber der Baum. Eine Art Weihnachtsbaum. Einst lichterglänzend und mit Goldlametta geschmückt, nadelt er doch mittlerweile kräftig. Nach einem fehlerbehafteten Nordirland-Spiel wechselte ihn Löw zornig aus. Bis Weihnachten dauert’s noch.

    Leroy Sané: Vielleicht das größte Offensivversprechen des deutschen Fußballs. Durfte seine Künste bislang nur im Wiegeschritt mit dem Damen des Tanzclubs Ludwigsburg zeigen. Jetzt will Sané aber Salsa im Stadion tanzen. Vielleicht bittet ihn Löw schon gegen die Slowakei aufs große Parkett.

  • Bis auf Innenverteidiger Jérôme Boateng, der erst auf einem Rad im Fitnesszelt trainierte und anschließend eine Laufeinheit absolvierte, war die gesamte Mannschaft heute morgen auf dem Trainingsplatz aktiv. Zwei Tage vor dem Achtelfinale in Lille gegen die Slowakei wurden nach dem Aufwärmen, was bei der aktuellen Hitze schnell geht, Spielzüge und Passkombinationen sowie Torabschluss geübt. Hier ein kurzes Video dazu.

  • Das verrückte französisch-deutsche EM-Wörterbuch, Teil 6:

    payer Süddeutscher

    sauf service Bar

    dehors das Pferd

    parents einige Wasservögel

    enfin ein Skandinavier

    heureuse Rückentragegerät für Stroh

    le gaz kleine Dorfstraße

    donner Gewitterschlag
  • Revanche geglückt:
    Team Haus am See siegt 6:5


    Nach der 3:6-Schmach im ersten Spiel unserer verstärkten Hausgemeinschaft gegen ein All-Star-Team der Journalisten auf dem Nebenplatz des DFB-Trainingszentrums in Évian haben wir nun zurückgeschlagen: Am trainingsfreien Tag der Nationalelf trafen wir uns abends wieder am Platz, in der Mannschaft des Gegners standen mit Uli Voigt und Thomas Hackbarth auch zwei Mitarbeiter der DFB-Pressestelle sowie mit Thomas Gaßmann vom Kölner Express ein Kollege, der mal für Schalke 04 in der Zweiten Bundesliga gekickt hat. Ich habe diesmal pausiert, vielleicht lag es auch daran, dass unser Team "Haus am See" nach einem 1:3-Rückstand am Ende mit 6:5 gewonnen hat. Im kleinen Video vom Spiel seht ihr einen Lattenknaller von Kai Schiller (Hamburger Abendblatt).

  • Bonjour aus Evian: in der letzten Pressekonferenz hier im Medienzentrum vor dem Achtelfinale gegen die Slowakei sprechen heute Manuel Neuer und Joshua Kimmich. Beginn ist 12.45 Uhr, vorher ist um 11 Uhr Training.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/24/2016 7:00:08 AM
  • Abendstimmung am Hafen von Èvian-les-Bains.

  • www.jaguar-wuerzburg.de

    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 2:23:23 PM
  • Tor de France

    Der Geiz der Stürmer

    Jetzt, da aus dieser aufgeblasenen Vorrunde die Luft entwichen ist, lässt sich eine Bilanz ziehen. Seit 1996 hatte eine Europameisterschaft aus vier Vierergruppen mit insgesamt 16 Mannschaften bestanden. Bis die Konfettikanone für den Titelträger gezündet werden konnte, waren also 31 Spiele nötig. Im Jahr 2016 nun, mit erstmals sechs Vierergruppen und einem Modus, der komplizierter ist als ein Mathe-Abi, müssen die Fans allein in der Vorrunde 36 Partien erleiden. Klar, früher war gefühlt sowieso alles besser, aber anhand der Statistik lässt sich das zumindest für die Anzahl der Tore auch gerichtsfest belegen. Bei fünf Kontinentalturnieren zwischen 1996 und 2012 wurden nach 24 Spielen, so viele umfasste die Vorrunde, nie so wenige Treffer erzielt wie jetzt in Frankreich. 1996 in England waren es 55 (Schnitt: 2,2), 2000 in Belgien und Holland 65 (2,7), 2004 in Portugal 67 (Rekord: 2,8!), 2008 in der Schweiz und Österreich 57 (2,3) und 2012 in Polen und der Ukraine 60 (2,5). Mit nur 47 Törchen in den ersten 24 Spielen ist dieses Turnier zwischen Lille und Marseille das geizigste der Geschichte, erstmals rauschte der Schnitt unter die Zwei-Tore-Marke auf 1,9. Ob das alles an schwachen Stürmern liegt oder an den dichten Abwehrriegeln, mit denen viele Teams ihr Tor sichern als handele es sich um das Medienzentrum des DFB? Irgendein computergestütztes Analysesystem wird uns das sicher bald verraten. Das hilft dem genauso bedauernswerten wie unbekannten Fan jedoch nichts, der für seine EM-Tour Karten für genau drei Spiele ergattert hatte und erregt ein Foto der Tickets veröffentlichte: Deutschland – Polen, Portugal – Österreich und Schweiz – Frankreich. Es hätte alles so schön werden können. Es wurde dreimal ein 0:0.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 10:02:47 AM
  • "Es geht nicht um gute Laune, sondern um Erfolg":
    Co-Tag mit Thomas Schneider und Marcus Sorg


    Joachim Löw hat den Nationalspielern nach dem Gruppensieg heute wieder einen freien Tag genehmigt ("physisch und psychisch durchatmen"), für die Trainer gilt das natürlich nicht. Am Mittag kamen erstmals die beiden Co-Trainer Thomas Schneider und Marcus Sorg gemeinsam zur Pressekonferenz. Der Ulmer Sorg ist ja neu im Stab der Nationalmannschaft, bislang war er für die U 19 zuständig, mit der er im Juli 2014 auch die Europameisterschaft gewann. Damals stand übrigens auch ein gewisser Joshua Kimmich im Team. Der mittlerweile 21-Jährige hat bekanntlich den Sprung in die Startaufstellung der Nationalelf geschafft - von Schneider wurde der Rechtsverteidiger nochmal für seine offensive Interpretation der Rolle gelobt. Sorg betonte, wie fokussiert die Spieler im Training dabei seien, "da geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie sehr sich auch die Ersazspieler reinhauen". Sieben Spieler haben bislang noch keine Einsatzzeit, bei Laune gehalten werden müssen sie deshalb aber nicht: "Sie erfahren trotzdem Wertschätzung", sagt Schneider, "es geht hier aber nicht um gute Laune, sondern um Erfolg". Am Ende werde jeder hier sein Schärflein beitragen.
    Wie geht's Boateng?
    Natürlich war auch das Achtelfinale am Sonntag in Lille en Thema. Der Gegner steht ja nun endlich fest: Es geht gegen die Slowakei, jenes Team also, gegen das die DFB-Elf in der Vorbereitung beim Weltuntergangshagelgewitterspiel in Augsburg noch mit 1:3 verloren hat. "Das war aber kein Maßstab", sagt Schneider. Heute Abend wird sich das Trainerteam erstmals mit den Ergebnissen der Scoutingabteilung auseinandersetzen. "Es wird eine schwierige Aufgabe, die man aber lösen kann und die wir auch lösen werden", so Schneider. Am Mittwoch waren bis auf Jérôme Boateng alle Spieler beim Training. Die Muskelverhärtung bei dem Abwehrspieler werde täglich besser, "wir hoffen, dass er gegen die Slowakei spilen kann", sagte Marcus Sorg. Die Trainer deuteten an, dass der junge Noch-Schalker Leroy Sané eine Alternative für den Angriff sein könne. Er sei schon für das Nordirlandspiel "in der Verlosung gewesen", sagte Sorg - aber dann sei die Verletzung von Boateng dazwischen gekommen.

  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:25:00 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:23:57 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:23:10 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:22:29 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:21:49 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/23/2016 9:20:53 AM
  • Der Sommer besucht Évian-les-Bains
    Nach Wochen der Kälte, des Dauerregens, des Nebels besucht uns am Genfer See ein seltener Gast: der Sommer. Er kam plötzlich und hatte die Sonne und den blauen Himmel dabei. Weil wir gute Gastgeber sind in unserer Neun-Männer-WG im Haus am See haben wir ihn am Abend mit einer Schinken-Nudel-Party auf unserem Balkon empfangen. 700 g französischer Schinken, 1500 g Nuden, sechs Eier, zwei Zwiebeln, 200 g geriebener Käse. Ihm hat's s gut geschmeckt, dass er heute schon wieder vor der Türe steht.

  • Wird Joshua Kimmich der neue Philipp Lahm?

    Mit einem selbstbewussten EM-Debüt beeindruckte der 21-Jährige vom FC Bayern im Spiel gegen Nordirland. Sogar sein Konkurrent auf der Außenposition lobt Kimmich in den höchsten Tönen.

    Benedikt Höwedes hatte viel Zeit, die außergewöhnliche Atmosphäre im Prinzenparkstadion zu genießen. Die letzten neuen Turnierspiele hatte der Abwehrspieler in der Anfangsformation der deutschen Nationalelf gestanden. Nun aber saß er auf der Bank und genoss dort freie Sicht auf diese zwei neuen Sehenswürdigkeiten, die Paris an diesem Abend zu bieten hatte: Die nordirischen Fans („Ich hatte Gänsehaut“) und Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, „der ein klasse Spiel gemacht“. Besonders an diesem Lob war nicht der Inhalt, der 21-Jährige vom FC Bayern erhielt säckeweise hymnische Grußadressen, sondern der Zusteller: Höwedes war es schließlich, der für Kimmich hatte Platz machen müssen. Aber wie der 27-jährige Schalker, Weltmeister nebenbei, nach der Partie mit der Situation umging, lässt tief blicken in das Seelenleben dieser Mannschaft. Kein Problem habe er mit dem Wechsel, „jeder ordnet sich hier dem großen Ganzen unter und stellt sein Ego hinten an“, sagte Höwedes nach der Partie, und es klang nicht auswendig gelernt. „Es war die richtige Entscheidung, Jo als offensive Variante zu bringen. Er hat das Spiel unheimlich belebt durch seine Flankenläufe und Eins-gegen-eins-Duelle.“
    Duplizität der Ereignisse
    Auf den ersten Blick war die Hereinnahme des jungen Himmelsstürmers die personelle Überraschung dieses Gruppenfinales. Dass Julian Draxler wird weichen müssen und Mittelstürmer Mario Gomez eine Chance erhalten würde, war erwartet worden. Bei genauem Hinsehen indes machte auch die Abwehrrochade Sinn, weil Höwedes‘ offensive Fähigkeiten limitiert sind, gegen die zweitklassigen Nordiren jedoch vor allem Angriffslösungen gefragt waren. Zwar spielt Kimmich beim FC Bayern nahezu ausnahmslos in der Innenverteidigung. Bundestrainer Joachim Löw aber hatte Kimmich schon vor dem Turnier wortreich als Alternative auf Außen ins Spiel gebracht, offenbar sieht er in dem technisch beschlagenen Abwehrmann endlich einen, der das große Erbe des Philipp Lahm antreten könnte. Duplizität der Ereignisse: Wie Lahm in seiner Anfangszeit im Nationalteam trug auch Joshua Kimmich die 21 auf dem Rücken. In seinem erst zweiten Länderspiel und erstem EM-Einsatz agierte der einstige U-19-Europameister nie wie ein Fremdkörper, sondern selbstbewusst. Tatsächlich belebte er das Flügelspiel auf der rechten Seite, war Anspielstation und Initiator von Angriffen. Das Team produzierte Chancen im Minutentakt, und es ist nur eine Ironie dieses Spiels, dass es 1:0 endete. „Joshua Kimmich hat nach vorn für viel Bewegung gesorgt und hinten viele Bälle gewonnen“, sagte Joachim Löw. „Er hat das sehr gut gemacht.“
    Mit zwölf Jahren zum VfB
    Als Zwölfjähriger war Kimmich zum VfB Stuttgart gekommen, wurde jedoch im Jahr 2013 an RB Leipzig abgegeben. Obwohl es eine Rückkaufoption gegeben hatte, schlug der FC Bayern im vergangenen Jahr zu und verpflichtete das Talent für sieben Millionen Euro. Eine Tatsache, die dem Stuttgarter Ex-Trainer Alexander Zorniger später zu folgender drastischer Aussage über die VfB-Verantwortlichen veranlasste: „Ich würde gerne jeden erschlagen, der an dieser Entscheidung beteiligt war.“ Keine Angst, Fredi Bobic lebt noch. Unter Pep Guardiola schaffte der 21-Jährige bei den Bayern den Sprung ins Team und durch seine guten Leistungen in der Bundesliga und der Champions League auch in den EM-Kader. „Gegen Mannschaften, die so defensiv denken, braucht man andere Lösungen. Da ist der Jo prädestinierter als Höwedes“, sagte Löw, dessen Minimalisten mit gerade einmal drei Toren auf sieben Punkte kamen und damit als Gruppenerster ins Achtelfinale am Sonntag in Lille einzogen.
    Stumm durch die Mixed Zone
    Der Hochgelobte selbst geizte mit Worten nach seinem EM-Debüt: „Alleine ist man nie im Fußball“, sagte er in einem kurzen TV-Interview, „ich habe zehn Leute um mich herum. An der Seitenlinie sind die Ersatzspieler und Trainer. Da hilft jeder jedem. So wurde es mir relativ einfach gemacht.“ Durch die Mixed Zone mit den Reportern eilte Joshua Kimmich stumm.
    Analyse von Thomas Müller
    Dafür sprachen andere. Innenverteidiger Mats Hummels sagte, der Neuling habe „sehr große Qualität und sehr großes Selbstvertrauen. Für uns ist er eine wichtige Option in diesem Turnier.“ Eine Bewertung gab natürlich auch der große Thomas Müller ab, dessen Ringen um sein erstes EM-Tor immer mehr einem bizarren Kampf gegen Windmühlen ähnelt. Müller traf Pfosten, Latte, Torhüter, nur ins Netz ging der Ball nicht. Kimmich, sagte also der Don Quichotte dieser EM, habe zwar nicht gegen einen Weltklasse-Linksaußen verteidigen müssen, „aber er hat das gespielt, was ich von ihm erwartet habe. Und ich hatte hohe Erwartungen.“
  • Rundgang durchs DFB-Medienzentrum in Évian
    Das Medienzentrum des DFB in Évian-les-Bains befindet sich in einer umfunktionierten Handballhalle und beherbergt 150 Arbeitsplätze für Journalisten. Im Video nehmen wir Sie mit auf einen kleinen Spaziergang duch die Anlage . . .

  • Feierabend im Pressezentrum!

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/22/2016 3:19:49 PM
  • „Wir lassen die Leute einfach quatschen“

    Wie Nationalspieler Mesut Özil die Vorrunde bilanziert
    und was er seinen Kritikern antwortet


    Mit seinem Pass hat er den Führungstreffer eingeleitet, er war an vielen guten Angriffsszenen beteiligt: Mesut Özil bot in seinem 76. Länderspiel eine gute Leistung und wurde von den Experten der UEFA zum „Man oft he match“ gewählt. Özil, so scheint es, ist Joachim Löws Lieblingsspieler: Zum 70. Mal nominierte der Bundetrainer den sanften Techniker für die Anfangself. Seit Beginn der WM 2010 stand Mesut Özil bei jedem Turnierspiel auf dem Feld – zum 22. Mal in Folge. Nach dem 1:0-Sieg gegen Nordirland, mit dem der Weltmeister als Gruppenerster ins Achtelfinale am kommenden Sonntag in Lille einzog, stellte sich der 27-Jährige vom FC Arsenal in den Katakomben des Pariser Prinzenparkstadions den Fragen der Reporter und zog eine Bilanz der Vorrunde.

    Nach der Kritik an der Offensive nach dem 0:0 gegen Polen hat die Mannschaft heute eine Vielzahl an Chancen herausgespielt. Wie zufrieden sind Sie?

    Mesut Özil: Heute haben wir gezeigt, was wir können und welche Qualität wir in der Mannschaft haben. Die Torchancen waren super herausgespielt, leider haben wir sie nicht verwertet. Deshalb blieb es 90 Minuten spannend, obwohl die Nordiren im kompletten Spiel keine einzige Chance gehabt haben. Es ärgert uns schon, dass wir so viele Chancen liegen gelassen haben.

    Wie fällt Ihr Fazit der Vorrunde aus?

    Özil: Man sieht, dass wir als Mannschaft funktionieren. Jeder arbeitet offensiv wie defensiv. Das Wichtigste ist, dass wir hinten zu null spielen. Wenn man die drei Spiele betrachtet, hatten unsere Gegner kaum eine Chance. Wir wissen aber auch, dass wir uns in der K.o.-Runde noch steigern müssen. Vor allem an den Torabschlüssen müssen wir arbeiten, damit wir die Spiele früher entscheiden. Wir müssen vor dem Tor eiskalt sein.

    Sie boten eine gute Leistung. Ist das eine Antwort auf Ihre Kritiker gewesen?

    Özil: Bei einem Turnier ist es immer so, dass viele Leute meinen, reinquatschen zu müssen. Wir konzentrieren uns nur auf uns. Wir wissen, was wir können. Wir sind Weltmeister und müssen doch keinem mehr etwas beweisen dort draußen. Bei wichtigen Turnieren sind wir da. Wir sind Gruppenerster ohne Gegentor. Wir lassen uns nicht beirren und lassen die Leute einfach quatschen.

    Haben Sie schon überlegt, wer der Gegner sein könnte?

    Özil: Nein, da bin ich bin ganz relaxed. Jetzt geht es erst einmal ins Hotel, ein bisschen chillen. Und dann werden wir irgendwann wissen, gegen wen wir spielen müssen. Bei der Europameisterschaft ist das ganz egal, wer der Gegner ist. Wir müssen sowieso gegen alle gewinnen. Nur so kann man den Titel holen.
  • Die Fans der Nordiren waren schon wunderbar, wirklich. Sie wollten einfach nicht nach Hause gehen, aber seht und lest selbst . . .

    Will Grigg's on fire:
    Die Sängerknaben von der Insel


    Na na na na na na na, na na na na na! Na? Auch mit dem Ohrwurm der EM aufgewacht? Seit der 0:4-Niederlage Irlands gegen Spanien 2012 in Danzig ist kein Verlierer mehr so gänsehauterregend gefeiert worden wie diese wackeren Nordiren von ihren wunderbar verrückten Fans. Vor vier Jahren hatten die irischen Anhänger das bewegende Volkslied „Fields of Athenry“ auf den Tribünen des Stadions gesungen. Immer und immer wieder, so lange, bis die Mannschaft noch einmal aus den Kabinen zurück aufs Feld gekommen war. Der Abend in Paris ähnelte einem Déjà-vu. Eine halbe Stunde war die Partie der Nordiren gegen Deutschland schon abgepfiffen worden, da grölten die Briten noch immer in der rappelvollen Fankurve die neue Nationalhymne „Will Grigg’s on fire“. Das Lied, das ein Fan zur Melodie des 90er Jahre Dancefloos-Hits „Freed from desire“ der Sängerin Gala ins Internet gestellt hatte, rauschte auf der Insel sogar in die Hitparade. Es ist eine Ode an den 24-jährigen Nationalspieler William Grigg, der eben erst den englischen Klub Wigan Athletic zum Aufstieg in die zweite Liga geschossen hat. Der Stürmer sitzt zwar meist, wie gegen Deutschland auch, auf der Bank, aber seit Tagen geht sein Lied durch die Decke. Ganz Paris summt schon mit. In der Metro, unter dem Eiffelturm – überall grün-weiße Sängerknaben. Ausgerechnet an diesem Abend feiern die Franzosen auch noch ihr landesweites Musikfestival „Fête de la musique“. Mitternacht war schon vorbei, als an der Metrostation Place d’Italie vor dem Café O’Jules eine Rockband spielt. Stones. Deep Purple. So was. Schönes Flair. Irgendwann war es erst leise zu vernehmen: Na na na na na na na . . . Es wurde lauter, als die Nordiren aus dem Schacht stiegen. Die Band bemühte sich, aber sie hatte keine Chance.

  • Petit dejeuner am Gare de Lyon: gleich geht's zurück nach Evian am Genfer See. Und das Schönste: der Sommer ist da!

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/22/2016 6:30:46 AM
  • Tor de France

    In God’s country

    Vor der Europameisterschaft erhielt ich einen Anruf. Es war der Vater der ZDF-Korrespondentin Patricia Schäfer aus Würzburg, ein treuer Leser, mit dem ich mal nach einem meiner Brasilien-Vorträge über Fußball und die Welt gefachsimpelt habe. Er sei umgezogen und fragte mich, ob ich nicht Verwendung hätte für seine kleine Sammlung aus Fußballheften, Autogramme der Kaiserslauterner Meistermannschaft aus den 50er Jahren habe er auch noch. Wir vereinbarten ein Gespräch für die Zeit nach der EM. Er wünschte mir gutes Gelingen und sagte dann noch: „Mensch, das mit Jürgen ist schon wieder ein Jahr her.“ Das mit Jürgen. Mein Kollege Jürgen Höpfl hat Patricia Schäfer im August 2012 in London für ein interessantes Porträt getroffen, es waren seine letzten Olympischen Spiele als Berichterstatter. Heute vor einem Jahr ist Jürgen Höpfl gestorben. Er würde sagen: „Kinder, wie die Zeit vergeht.“ Seinen Olympia-Kolumnen damals aus London verpasste er immer einen Songtitel als Überschrift. „White wedding“ von Billy Idol war dabei oder „Heroes“ von David Bowie. Diese EM-Kolumne nun soll an ihn erinnern – mit einem Song der irischen Band U2, die er fast genauso mochte wie ich. Es geht um neue Träume. Er heißt: In God’s country.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/22/2016 5:33:41 AM
  • Am 21. Juni wird in Frankreich die Fête de la musique gefeiert, ein Musikfstival, bei dem im ganzen Land Bands auf öffentlichen Plätzen spielen. Nach der Rückkehr aus dem Stadion habe ich noch in dieser Bar am Place d'Italie ein Bierchen getrunken und den verschiedenen Gruppen zugehört. Eine, nun ja, eigenwillige Interpretation vom U2-Klassiker "Sunday, bloody sunday" könnt ihr hier hören.

  • Es war ein stimmungsvoller Abend im Prinzenparkstadion.

    Hier meine Einzelkritik der deutschen Mannschaft


    Manuel Neuer: Der Kapitän markierte sein Revier gleich in den ersten Sekunden mit einem Bodycheck gegen Conor Washington an der Eckfahne. In seinem roten Outfit wirkte Neuer wie ein Feuerwehrmann, löschte die kleinen Gefahrenherde der Partie routiniert und sicher. Blieb alle drei Vorrundenspiele ohne Gegentor.

    Jonas Hector: Der Kölsche Jung hat sich zwar festgespielt auf der linken Seite. Er war engagiert, lauffreudig, aber ist in seinen Offensivkünsten halt trotz einiger ordentlicher Flanken doch sehr limitiert.

    Mats Hummels: Der Innenverteidiger sorgte in der Abwehr für keinen „Missverständnis-Alarm“, sondern harmonierte mit seinen Abwehrkollegen gut.

    Sami Khedira: Reißt mit seinem kraftstrotzenden Galopp immer wieder Löcher in die Formation des Gegners. Ein Auftritt mit Licht und Schatten. Unnötige Ballverluste wechselten mit gut durchdachten Zuspielen.

    Mesut Özil: Er ist der Dauerbrenner im deutschen Team, und irgendwie merkt’s keiner: Zum 70. Mal nominierte Löw den sanften Techniker für die Anfangself. Seit Beginn der WM 2010 stand er bei jedem Turnierspiel auf dem Feld – zum 22. Mal in Folge. Leitete viele Angriffe ein, darunter den Führungstreffer.

    Thomas Müller: Er wollte Chancen, er bekam Chancen. Aber der WM-Müller (10 Tore), ist immer noch kein EM-Müller (0 Tore). Er traf so ziemlich alles im Stadion: Latte, Pfosten, sogar die Glocken von Torhüter Michael McGovern, nur klingeln tat‘s nicht. Bereitete mit seinen wendigen Stelzen aber das 1:0 durch Gomez listig vor.

    Jérôme Boateng: Der große Schwarze mit dem grünen Schuh gewann ungefähr 100 Prozent seiner Zweikämpfe – mindestens. Hatte nach verrichteter Abwehrpflicht sogar noch Zeit für schöne Flankenwechsel. Durfte sich die letzte Viertelstunde auf der Bank schonen.

    Toni Kroos: Diesmal stieg Mister Zuverlässig nicht in die Trickkiste. Vielleicht sah das Spiel von Kroos diesmal aber auch nur so gewöhnlich aus, weil er in den Spielen davor so wunderbar geglänzt hatte.

    Mario Götze: Quo vadis, Mario? Nach dem FC Bayern könnte nun auch in der Nationalelf eine schwere Zeit anbrechen für das ewige Talent. Rückte durch die Hereinnahme von Gomez auf die linke Angriffsseite, bot dort einen unglücklichen und fehlerbehafteten Auftritt. Hatte bei seinen vielen Chancen nicht nur kein Glück, ihm fehlte irgendwie auch die Gier.

    Joshua Kimmich: Der 21-Jährige feierte im zweiten Länderspiel sein EM-Debüt. Rückte für Benedikt Höwedes ins Team und fremdelte kaum. Überzeugte nicht nur durch konsequentes Verteidigen, sondern auch als wichtige Anspielstation in der Offensive. Beginn einer großen Zukunft?

    Mario Gomez: Das Comeback des Mittelstürmers! Erzielte bei seiner dritten Europameisterschaft sein viertes EM-Tor und zog damit unter anderem mit Gerd Müller gleich. Nur Jürgen Klinsmann (5 Tore ist noch vor ihm. Es scheint, ihm gelingt ein zweites Leben im Nationalteam.

    André Schürrle: Kam in der 55. Minute für Götze und sorgte für Betrieb auf der linken Seite. Mehr dann aber auch nicht.

    Bastian Schweinsteiger: Ein WM-König im Prinzenpark. Durfte sein 117. Länderspiel machen, ersetzte ab der 69. Minute Khedira. Ein Happy-End wie beim Last-Minute-Tor gegen die Ukraine gab’s diesmal nicht.

    Benedikt Höwedes: Für Boateng, der etwas angeschlagen wirkte, durfte die letzte Viertelstunde der Schalker mittun. Ein Knappe ohne Fehl und Tadel. Wer jede Sekunde einer WM absolviert hat, erledigt solche Aufgaben selbstredend.

  • EM: Sieg des DFB-Team (Die Mannschaft) gegen Nordirland. Damit ist Deutschland Gruppenerster! Main-Post-Reporter Achim Muth feiert in Frankreich mit.

    "Tor de france-Reporterblog": live.mainpost.de
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  • Ein schöner Abend geht zu Ende in Paris: mein Highlight waren die nordirischen Fans. Alles rund um das deutsche Spiel gibt es morgen früh hier im Blog.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 8:26:04 PM
  • Nur Gomez trifft - Deutschland Gruppensieger

    mainpost.deChancen en masse, aber nur ein Tor - trotzdem steht Deutschland nach dem besten Turnierauftritt als Gruppensieger im Achtelfinale. Nun geht es gegen die Slowakei oder Albanien. Auch wenn das Ergebnis zu niedrig ausfiel, zeigte der Weltmeister sein bestes Spiel bei der EM.
    von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 6:13:55 PM
  • 1:0 führt die deutsche Nationalmannschaft zur Halbzeit gegen total unterlegene Nordiren. Das Tor erzielte Mario Gomez: es war sein 28. Länderspieltor und sein vierter Treffer bei einer EM - damit zieht er unter anderem mit Gerd Müller gleich und liegt nur noch ein Törchen hinter Rekordschützen Jürgen Klinsmann, der fünfmal bei Europameisterschaften für Deutschland getroffen hat.

  • Als ich einmal im Prinzenparkstadion auf dem Rasen gestanden war
    Vor 30 Jahren, in der 11. Klasse des Friedrich-Koenig-Gymnasiums Würzburg, besuchten wir während einer Parifahrt das Prinzenparkstadion . . . Lang, lang ist's her.

  • Mit Gomez und Kimmich gegen Nordirland
    Joachim Löw hat also doch für eine Überraschung gesorgt: Gegen Nordirland stehen Mario Gomez und Joshua Kimmich in der Anfangsformation: Gomez kam für Julian Draxler und wird im Sturmzentrum agieren, dafür wird Mario Götze wohl links dahinter spielen. Kimmich wird sein erstes EM-Spiel für Benedikt Höwedes auf der rechten Abwehrseite der Viererkette bestreiten.

  • Mit Eichhörnchen Gerd auf Reisen
    Den Wunsch erfülle ich gerne: Mein Platz auf der Pressetribüne ist direkt neben einem Zuschauerblock. Ich wurde eben von Fans aus Dresden angesprochen, die unbedngt ein Foto mit ihrem Glücksbringer Eichhörnchen Gerd haben wollen. Bitte sehr!

  • Der Weltmeister ist angekommen.

  • Die Nordiren testen schon mal den Rasen.

  • Ein Würzburger in Paris
    Wie heißt es so schön: Die Welt ist ein Dorf. Als ich eben im Block 423 im Pariser Prinzenparkstadion auf die Pressetribüne kam, checkte einer der freiwilligen Helfer, Volunteers, meine Akkreditierung. "Aha, Mediengruppe Main-Post", sagte er. Es stellt sich schnell heraus, dass der junge Mann lange in Franken gelebt hat und jetzt in Belgien und Frankreich studiert. Was er hier macht: Seht selbst, er hat es erzählt:

  • So: Zwei Stunden noch bis zum Spiel Deutschland gegen Nordirland in Paris. In knapp vier Stunden wissen wir dann auch, welcher Weg die DFB-Elf ins Achtelfinale führt. Als Gruppenerster würde die Mannschaft am kommenden Sonntag in Lille antreten müssen, als Zweiter bereits am Samstag in St. Etienne. Und als Dritter? daran denken wir nicht.

  • Panormaaufnahme des Medienzentrums vom Balkon aus./i>

  • Eine Fußball-Europameisterschaft ist ein riesiges Medienereignis. Hier mal ein kleiner aktueller Spaziergang durch das Pressezentrum am Prinzenparkstadion in Paris.

  • Wohin führt der Weg der Nordiren - ins Achtelfinale?

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 12:52:55 PM
  • Noch drei Stunden bis zum Anpfiff. Gute Stimmung rund um den Prinzenpark.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 12:51:57 PM
  • Die Schweiz würde sich offenbar freuen über ein Duell mit den Nachbarn...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/21/2016 8:22:21 AM
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