EM 2016- der Liveblog

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Aktuelle Spielstände und Hintergründe sowie Aktuelles abseits des Spielfelds finden Sie bei uns im Liveblog!

  • Zurück im Haus am See
    und Freude auf die Italiener

    Wir sind wieder zurück im schönen und so betuchlichen Évian-les-Bains am Genfer See. Die Rückreise aus Lille ging diesmal nicht so glatt wie beim Turnierauftakt gegen die Ukraine. In Bellegarde, einem kleinen Städtchen etwa 45 Kilometer von unserem Zielbahnhof Genf entfernt, blieb der Zug wegen eines technischen Problems stehen. Zwei Stunden lang. Der kleine Kiosk am Bahnhof machte das Geschäft seines Lebens, weil viele irische Fans und deutsche Journalisten im Zug saßen. Die Fans kamen aus Lyon, wo ihr Team am Vorband Frankreich einen großen Kampf geliefer hatte, die Journalisten aus Lille (über Lyon), wo die deutsche Mannschaft überzeugend ins Viertelfinale eingezogen ist. Wir aßen also Kekse aus der Prinzenrolle und tranken Wasser und warteten. Weil es auch keinen Strom gab und der Akku des Laptops so leer war wie eine ausgepresste Zitrone, waren wir zur Untätigkeit verdammt. Irgendwann erreichten wir doch Genf, kamen dann aber mit dem Auto in den Feierabendverkehr. Kurzum: Wr hatten schon entspanntere Reisen. Aber kein Grund zu klagen. Wir kamen gerade noch so in unserem Haus am See an, um Spanien gegen Italien im Fernsehen zu verfolgen. Erstes Fazit: Sapperlott, diese Italiener sind eine harte Nuss. Noch nie hat eine deutsche Nationalelf gegen die Squadra Azzurra bei einem Turnier gewonnen. Zuletzt gab es zwei bittere Halbfinalniederlagen: 2006 bei der WM in Deutschland und 2012 bei der EM in Polen. Es sind also ein paar Rechnungen offen auf deutscher Seite. Am Samstag in Bordeaux wird es so weit sein. Anstoß ist um 21 Uhr. Diesmal planen wir unsere Reise nicht auf der Schiene. Füchse, wie wir sind, haben wir die Flüge schon in der vergangenen Woche gebucht.

  • Gestrandet in Bellegarde. Zug kaputt. Technische Probleme. Wir warten auf Ersatz und hoffen darauf, dass wir wenigstens das Spiel Italien - Spanien sehen können.

  • Vorletzte Etappe, Lyon - Genf, im Abteil mit den Iren, die sich in Lyon gestern tapfer gegen Frankreich gewehrt haben...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/27/2016 10:58:51 AM
  • Um 9.02 Uhr sind wir in Lille mit dem TGV gestartet. Ein Zug voller deutscher Journalisten auf dem Weg zurück nach Évian-les-Bains. Durch den starken Auftritt im Achtelfinale wurde auch unsere Dienstreise um mindestens eine Woche verlängert. Gerade Zwischenstopp am Flughafen Paris. Weiter geht es gleich mit an die 300 km/h durch Zentralfrankreich nach Lyon. Dann Umstieg in den Zug nach Genf, von da geht es mit dem Auto zurück ins Haus am See. Ich sitze gerade dabei, das Interview mit Julian Draxler abzutippen. Stay tuned. Später mehr davon auf diesem Kanal.

  • Tor de France

    Der ballfressende Baumbusch

    Es muss, nach nun nahezu drei Wochen in unserer Neun-Männer-WG im Haus am See, an dieser Stelle von ersten Verwerfungen berichtet werden. Vielleicht waren die beiden fußballfreien Tage vor dem Achtelfinale schuld, dass sich eine leise Ahnung von Lagerkoller hier ausbreitete wie der Sommer am Fuße der Savoyer Alpen. Erst ging unser Lederball beim Bolzen auf dem Rasen verloren. Zwei Kollegen spielten Fußballtennis über Gartenstühle, als der Ball in diesen riesigen Buschbaum im Garten fiel. Vielleicht ist es auch ein Baumbusch. Jedenfalls hat dieses mächtige Gestrüpp den Ball verschluckt. Einfach so. Er ist weg. Dann ging es um eine Müslipackung. Sie kennen das von zuhause. Einer hat sie gekauft. Ein anderer macht sie leer bis auf 25 Krümel und lässt sie offen in der Küche herumstehen. Geht halt nicht. In der Enge dieser Schreibwerkstatt wurde diese Nichtigkeit ein Ventil. Denn wie der Sommer bisweilen ein reinigendes Gewitter braucht, damit sich die Schwüle wieder in Frische verwandeln kann, so donnerte und blitzte es auch in unserem Haus am See. Die Luft ist jetzt wieder rein.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/27/2016 8:11:40 AM
  • Au revoir, Lille!

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/27/2016 7:39:37 AM
  • Der Kapitän drängt zurück aufs Boot:
    "Ich traue mir zu, von Anfang an zu spielen"


    Bastian Schweinsteiger über seine Fitness, Julian Draxler
    und seinen Tipp für das Viertelfinale


    Von Achim Muth

    Bastian Schweinsteiger meldet sich fit und drängt vor dem Viertelfinale gegen Spanien oder Italien zurück in die Anfangsformation der Nationalmannschaft. Nach dem überzeigenden 3:0-Erfolg gegen die Slowakei stellte sich der 31-jährige von Manchester United in den Katakomben des Stadions von Lille zum Interview.

    Herr Schweinsteiger, wie fällt Ihre Bilanz des Spiels aus?

    Bastian Schweinsteiger: „Vom Ergebnis her war das ein gutes Spiel. Wir haben es gut gemacht heute. Es war nicht einfach, weil die Slowaken teilweise ganz ordentlich hinten herausgespielt haben. Aber wir waren klar die bestimmende Mannschaft und haben verdient 3:0 gewonnen.“

    War Julian Draxler mit seinen gelungenen Dribblings heute der Schlüsselspieler?

    Schweinsteiger: „Gerade unsere Offensivspieler müssen diese Eins-zu-eins-Situationen suchen. Ich kenne das vom FC Bayern und Manchester United. Das erwartet man von ihnen, dass sie sich das trauen. Mich freut es für den Julian, dass er ein gutes Spiel gemacht und ein Tor erzielt hat.“

    Sie wurde in der 74. Minute eingewechselt. Hätten Sie sich mehr Spielzeit gewünscht?

    Schweinsteiger: „Natürlich hätte ich auch gegen Nordirland schon ein paar Minuten mehr spielen können. Aber das ist eine Entscheidung des Trainers. Ich fühle mich gut, gesund und fit. Ich habe mich ja erst vor drei Monaten verletzt, und jetzt bin ich hier bei der EM dabei, habe meine Einsatzzeiten und habe auch schon ein Tor gemacht. Von daher ist es in Ordnung.“

    Wie schwierig ist es, gerade nach Verletzungen immer wieder zurückzukommen?

    Schweinsteiger: „Das ist nicht einfach. Die Erwartungshaltung ist sehr hoch. Gerade jetzt: Wir spielen jetzt gegen Spanien, endlich mal ein Gegner . . .“

    Sicher gegen Spanien?

    Schweinsteiger: „Entschuldigung, Spanien oder Italien. Aber ihr wisst jetzt, auf wen ich tippe (lacht). Also endlich mal ein großer Gegner. Wir haben mit der Ukraine, Nordirland und der Slowakei nicht die ganz großen Mannschaften gehabt. Wir müssen uns da erstmal beweisen.“

    Wer ist für Sie der Favorit?

    Schweinsteiger: „Ich bin überrascht, dass bei der Europameisterschaft noch nicht so viele Mannschaften die absolute Topleistung abgerufen haben. Ich glaube Spanien ist schon die mit am stärksten spielende Mannschaft. Vielleicht kommt Belgien noch besser in Gang.“

    Was sagen Sie zu Ihrem Spezl Thomas Müller, der im Moment etwas unglücklich wirkt?

    Schweinsteiger: „Es ist ähnlich wie mit seinem Golfspiel derzeit. Da fehlt auch der ein oder andere Schlag, um ein Par zu spielen. Aber ich habe die Hoffnung, dass er sowohl beim Golfspiel als auch beim Fußballspiel bald den Schalter umlegen kann.“

    Im Vergleich zum Achtelfinale bei der WM: Ist die Mannschaft heute weiter?

    Schweinsteiger: „Bei der WM hatten wir schwierigere Gegner, da wurden wir in den Spielen mehr gefordert als jetzt. Man wird einen Vergleich erst ziehen können, wenn wir gegen Spanien oder Italien gespielt haben. Wir sind gut. Um sehr gut zu sein, müssen wir eine Topmannschaft schlagen.“

    Sind Sie bereit für die Startelf?

    Schweinsteiger: „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Ich versuche, in jedem Training das Maximale zu geben. Ich würde mir schon zutrauen, von Anfang an zu spielen. Aber letztlich entscheidet das der Trainer.“

    Noch ein Satz zum ersten Länderspieltor von Jérôme Boateng?

    Schweinsteiger: „Es freut mich für ihn, es hat ja auch lange genug gedauert. Das Tor war nicht schlecht, aber viel besser fand ich seinen Sprung beim Jubeln.“
  • Was ist nur mit Müller los?

    Der Münchner Angriffsspieler irrlichtert
    weiterhin seltsam glücklos durch die Europameisterschaft


    Schon beim Aufwärmen im Stade Pierre Mauroy war Thomas Müllers Aktionismus auffällig. Er redete viel und ließ sich von Joshua Kimmich immer wieder Flanken in den Strafraum schlagen. Erst als der 26-Jährige zweimal blitzsauber eingenetzt hatte mit Kopf und Fuß, beendete er den Probedurchgang. Allein: Beim 3:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei gelang dem so unkonventionellen Angriffsspieler wenig. Sein 75. Länderspiel hatte er sich sicher anders vorgestellt: Müller rackerte und rannte und wechselte ständig die Positionen, aber am Ende sah es aus, als irrlichtere er nur über dem Platz. Am auffälligsten waren seine Diskussionen mit Mario Gomez, den er ständig zum Gespräch suchte. „Ich kann mich nicht erinnern, worum es genau ging“, sagte Gomez, „der Thomas redet extrem viel, auch auf dem Platz, das finde ich gut. Man muss sich auf dem Platz deutlich die Meinung sagen. Er sieht hinter mir ja auch besser, wie wir verschieben sollen.“
    Gomez holt Klinsmann ein
    Mit seinem zweiten Turniertreffer und seinem insgesamt fünften EM-Tor hat Mario Gomez in der Rangliste der besten deutschen EM-Schützen zum Spitzenreiter Jürgen Klinsmann aufgeschlossen. Torschützenkönigs zu werden ist aber nicht sein erstes Ziel: „Ich will am 10. Juli in Paris das erleben, was die anderen vor zwei Jahren in Rio erlebt haben.“
    Müller: Es soll wieder scheppern
    In Brasilien hatte Thomas Müller fünf Tore erzielt und war seitdem ein Garant für Treffer. 32 hat er in seiner Karriere für die Nationalelf schon erzielt. Doch bei diesem Turnier agiert der Schlaks weiterhin so seltsam glücklos. „Ich hebe mir keine Tore auf“, sagte Müller in der Mixed Zone nach dem Spiel. „Lösen wir uns einfach mal von den Toren und beobachten wir einfach mal die Leistung der Mannschaft. Das hat Spaß gemacht heute.“ Er sei mit seinen Auftritten in Frankreich „zufriedener, als ihr vielleicht denkt“. Er sieht sich mehr als Organisator, als Nachhintenarbeiter: „Ich habe das ja auch schon vor dem Turnier gesagt, aber das wird gefühlt nicht so wirklich geglaubt, dass ich jetzt nicht so von meinen Toren abhängig bin. Es geht mehr darum, dass die Mannschaft ihre Top-Performance auf den Platz bringt. Da versuche ich, meinen Beitrag zu leisten.“ Aber so ganz würde er auf das Toreschießen dann doch nicht verzichten wollen: „Ich arbeite daran, dass es auch bei mir selber wieder scheppert.“ Gegen Spanien oder Italien hat er am Samstag im Viertelfinale die nächste Gelegenheit.

  • Einzelkritik nach dem 3:0-Sieg im Achtelfinale gegen die Slowakei:

    Manuel Neuer: Der Kapitän trug Schwarz, hatte aber keinen Grund zur Trauer. Zeigte die komplette Palette seiner hohen Torhüterkunst: Sprints in höchster Not sowie eine spektakuläre Luftrettung, als er nach einem Kucka-Kopfball den Ball über die Latte wischte. Unbezwingbar wie Fort Knox: Seit 450 Minuten ohne Gegentor.

    Jonas Hector: Der Linksverteidiger ist der Dauerbrenner: Seit dem 25. März 2015 stand der 26-Jährige in sämtlichen 17 Länderspielen als Einziger in der deutschen Startformation. Belohnt das Vertrauen durch konstant gutes Spiel. Nur die Flanken sind zu unpräzise.

    Mats Hummels: Der Neu-Bayer oder Alt-Dortmunder war erneut ein guter Dirigent der Abwehr. Konzentriert. Kraftvoll. Kopfballstark. Ohne Fehl und Tadel.

    Sami Khedira: Die eine Hälfte der Doppel-Sechs spielte wieder souverän und gewohnt zweikampfstark. Der Abräumer, zuverlässig wie ein deutscher Finanzbeamter.

    Mesut Özil: Mal grazil wie beim Hackenpass auf Kimmich. Mal schlampig wie beim ein oder anderen Abspiel. Scheiterte in der 13. Minute mit einem Foulelfmeter, den der slowakische Keeper gut parierte. Wartet weiter auf den ganz großen Moment in diesem Turnier.

    Julian Draxler: Deutschland hat keine Eins-gegen-eins-Spieler? Oh doch! Der Schalk . . . äh, Wolfsburger machte eine klasse Partie und tanzte auf der linken Seite so manchem Slowaken aus. Bereitete mit elegantem Solo zur Grundlinie und feinem Außenristpass das 2:0 durch Gomez vor. Belohnte sich mit seinem zweiten Länderspieltreffer (62. Minute).

    Thomas Müller: Auch in seinem 75. Länderspiel musste sich der Stürmer seine Erfolgserlebnisse in der Defensive holen: Stibitzte mehrmals den Slowaken den Ball. Hat im Angriff aber weiterhin so viel Glück wie Donald Duck. Müller rackerte. Müller rannte. Müller rotierte. Aber am Ende blieb ihm nur das Schädelbrummen nach einem Zusammenprall mit Martin Skrtel.

    Jérôme Boateng: Boah, Peng! Erstes Länderspiel-Tor im 63. Spiel mit einem satten Rechtschuss. Sprang danach vor Freude so hoch wie ein Rehbock auf der Flucht. Erster Adressat des Jubellaufs war Doc Müller-Wohlfahrt, der Boatengs Wade gesundgepflegt hatte. Und weil Boateng es gerne spektakulär macht, klärte er auch mal mit der Hacke.

    Toni Kroos: Anfangs wunderbare 50-m-Diagonalpässe auf Kimmich mit der Präzision eines Chirurgen. Tauchte im Verlauf des Spiels etwas unter, aber nahezu alles, was der Real-Kicker anstellte im Mittelfeld, hatte Hand und Fuß.

    Joshua Kimmich: Hat jetzt zwei Drittel seiner Länderspiele gegen die Slowakei gemacht. Musste erfahren, dass auch für ihn die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Engagiert und laufstark, aber in der Abwehr kam er beim Kopfball von Kucka zu spät.

    Mario Gomez: Er fühlt sich nach seiner Rückkehr wohl wie ein Fisch im Wasser im Nationalteam. Holte Elfmeter raus und erzielte eiskalt und trocken das wichtige 2:0, sein 29. Länderspieltor. Tut, was ein Stürmer tun muss: treffen.

    Benedikt Höwedes: Rückte in der 71. Minute für Boateng in die Innenverteidigung. Kein unnötiges Risiko vor dem Viertelfinalkracher gegen Italien oder Spanien. Der Schalker erfüllte die Aufgabe tadellos.

    Lukas Podolski: Er will ja kein Maskottchen sein, ist aber Publikumsliebling. Die Fans feierten Poldis 129. Länderspiel (ab der 71. Für Draxler) und ersten Turniereinsatz mit Gesängen bei jedem Ballkontakt.

    Bastian Schweinsteiger: Löws „emotional leader“ kam in der 74. Minute für Khedira und ordnete das Spiel von der Doppelsechs aus. Für nennenswerte Akzente reichte die Viertelstunde allerdings nicht.
  • In der sogannten Mixed Zone müssen sich die Spieler den Fragen der Reporter stellen.

  • Viertelfinale! Überzeugender 3:0-Sieg gegen die Slowakei
    Das Stadion in Lille leert sich schon wieder: Mit einer überzeugenden Leistung und einem nie gefährdeten 3:0-Sieg gegen die Slowakei ist die deutsche Nationalmannschaft ins Viertelfinale der Europameisterschaft eingezogen. Dort wartet am kommenden Samstag in Bordeaux entweder der viermalige Weltmeister Italien oder der Titelverteidiger Spanien, beide Teams treffen morgen aufeinander. Löws Veänderungen hatten dem deutschen Spiel gutgetan: Götze raus, Draxler rein. Der Wolfsburger zeigte eine klasse Partie, bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. Das 1:0 hatte Jérôme Boateng besorgt mit einem Volleyschuss aus 20 Metern, es war das erste Länderspieltor des Abwehrspielers. Jetzt geht es zu den Spielern in die Mixed Zone. Später noch mehr an dieser Stelle. Reaktionen und eine Einzelkritik.

  • Es geht los. Entweder führt der deutsche Weg nach Bordeaux - oder nach Hause . . .

  • Luftaufnahme vom Stade Pierre Mauroy, abfotografiert vom Stadion-TV.

  • Noch eine knappe halbe Stunde bis zum Anpfiff. Die Teams sind beim Aufwärmen.

  • Ordentliche deutsche Blasmusik vor dem Stadion.

  • Löw lässt im Achtelfinale Götze draußen

    Bundestrainer Joachim Löw setzt im Achtelfinale wieder auf Joshua Kimmich für Benedikt Höwedes, verzichtet aber auf Mario Götze, der in der Vorrunde stets in der Anfangself gestanden hatte. Für den Mittelfeldspieler oder falsche Neun, wie auch immer, rückt wieder Julian Draxler ins Team. Als Stürmer steht Mario Gomez in der Anfangself. Kapitän Bastian Schweinsteiger sitzt erneut auf der Bank. Im Vergleich zum Testspiel-1:3 von Ende Mai hat Löw sein Team auf fünf Positionen verändert, sein Gegenüber Jan Kozak nur auf zwei Positionen.

  • Besuch aus der Heimat
    So viel Zeit muss sein: Eine Stunde vor dem Anpfiff des Achtelfinales zwischen Deutschland und der Slowakei habe mich vor dem Stadion mit meinem Kollegen Josef Schäfer aus der Schweinfurter Redaktion auf Bierchen getroffen. Josef macht einen EM-Kurztrip, war gestern in Lens und wird heute Abend noch über die Grenze nach Belgien fahren und das Spiel der Belgier gegen Ungarn in einem Pub anschauen. Hat mich sehr gefreut.

  • Ankunft am Stadion in Lille.

  • Zum Zeitvertreib für Euch bis zum Spielbeginn um 18 Uhr hier nochmal eine Vorschau mit Torhüter Manuel Neuer


    Manuel Neuer und das Warten
    auf die großen Mannschaften


    Der Nationaltorhüter erhofft sich vom Achtelfinale eine Signalwirkung fürs Turnier

    Dieser so sonnige Tag begann für Manuel Neuer wieder vor der schwarzen Wand von Évian. Diese mobile Mauer nutzt Torwarttrainer Andreas Köpke regelmäßig für fiese Schussübungen, die von dort zurückprallenden Bälle muss sich der Nationaltorhüter dann reaktionsschnell packen. Eine schwierige Aufgabe, weil der Winkel der Mauer variiert und die Flugbahn der Bälle kaum vorhersehbar ist. Während Neuer fleißig hechtete, trainierte der Rest der Mannschaft im kleinen Stade Camille Fournier das Direktpassspiel. In kleinen Gruppen ließ Bundestrainer Joachim Löw in einem Stangenwald Angriffskombinationen üben, am Ende sollte ein Abschluss auf ein obstkistengroßes Minitor stehen. Präzision war da gefragt, und Präzision war ja auch das fehlende Element im Spiel gegen Nordirland gewesen, als die Nationalelf Chancen für drei Turniere herausgespielt hatte, aber nur einmal traf durch Mario Gomez. Die Stimmung in der Mannschaft, so scheint es, ist gut vor dem Achtelfinale am Sonntag gegen die Slowakei in Lille (18 Uhr/live im ZDF).
    Boateng ist fit
    Sorgen hatte der sportlichen Leitung nur die Wadenverhärtung von Innenverteidiger Jérôme Boateng bereitet, der als einziger Spieler noch am Freitag nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Der 27-Jährige absolvierte eine Aufwärmrunde auf einem Fitnessfahrrad und eine Laufeinheit. Am Samstagabend aber gab Bundestrainer Joachim Löw Entwarnung, Boeteng wird spielen können.
    Erinnerungen ans Algerienspiel
    Dieses Achtelfinale bei einer Europameisterschaft ist ein Novum und notwendig geworden durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften. Die Partie gegen den Außenseiter Slowakei indes weckt Erinnerungen an die WM 2014, als sich die DFB-Elf zu einem zähen Sieg nach Verlängerung gegen Algerien mühte. Das Spiel damals bewirkte durch die teils harsche Medienkritik einen Schulterschluss innerhalb des Teams, und es nährte den Status von Neuer als Welttorhüter. Der 30-Jährige interpretierte erstmals in einem Länderspiel seine Torhüterrolle als Libero. Er kam auf 50 Ballkontakte, mehr als die meisten algerischen Feldspieler. 21-mal spielte der Keeper den Ball außerhalb des Strafraums, 42 seiner Pässe fanden einen Kollegen.
    Springt der Funke über?
    „Ein deutlicher Sieg“, findet Neuer, könnte diesmal ebenfalls eine Signalwirkung haben. Auch er hat registriert, dass der Funke in der Heimat nach drei Toren in drei Spielen noch nicht übergesprungen ist auf die Fans. Vielleicht brauche es dazu einen Sieg gegen die Slowakei und „dann gegen eine große Mannschaft“. Schließlich würde in einem Viertelfinale Spanien oder Italien der Gegner sein, in einem möglichen Halbfinale könnte Gastgeber Frankreich warten. Das war bei genauem Hinhören kein Kompliment für die tapferen Slowaken um ihren Star Marek Hamsik vom SSC Neapel, aber ein Blick ins Innerste der Mannschaft. Sie sehnt sich nach einer langen Vorbereitung und der zähen Gruppenphase nach den Klassikern: Der Weltmeister möchte noch ein paar offene Rechnungen begleichen.
    In der ewigen Rangliste auf Platz drei
    Der Torhüter, der mit 68 Länderspielen nur noch Sepp Maier (95) und Oliver Kahn (86) vor sich hat, warnte bei aller freudiger Aussicht auf das, was da noch kommen mag, vor dem nächsten Schritt: „Wir dürfen keinen Gegner auf die leicht Schulter nehmen“, sagte er, sieht aber keine Anzeichen für einen Schlendrian: „Wir sind eine Mannschaft, die sich auf den Punkt konzentrieren kann. Man hat eine andere Drucksituation in den K.o.-Spielen.“ Die Slowakei war erst Ende Mai Gegner in einem Testspiel gewesen, beim 1:3 im Hagelsturm von Augsburg kassierte die Nationalelf ihre bislang letzten Tore. Seitdem spielte sie viermal zu null, Neuer musste seit 380 Minuten nicht mehr hinter sich greifen. Ob er den Saubermannrekord von Jens Lehmann überflügeln wolle, der vor neun Jahren 681 Minuten ohne Gegentor geblieben war, wurde Neuer gefragt. „Wir sind keine Rekordjäger, sondern spielen Ergebnisfußball“, antwortete der Keeper. Aber er weiß natürlich: Wer kein Tor kassiert, der kann auch nicht verlieren.

  • Deutsche Beflaggung.

  • Was ist denn hier los? 1:0 führt Irland gegen Gastgeber Frankreich. Hier seht ihr, wie das Tor im Medienzentrum in Lille verfolgt wurde. Das Gute für die Franzosen: Sie haben noch 85 Minuten Zeit, um den Rückstand aufzuholen.

  • Fans aus Aachen vor dem Bahnhof Lille-Flandres mit einer witzigen Idee. Hoffentlich trifft die Anspielung auf Holland für das Viertelfinale nicht auch auf Deutschland zu.

  • Angekommen in Lille. Der erste Eindruck: Nicht so viele Fans und so viel Trubel wie vor dem Spiel gegen die Ukraine vor zwei Wochen. Geschätzt sind wieder bis zu 20000 deutsche Fans in der Stadt. Anhänger der Slowakei habe ich noch nicht viele gesehen.

  • Wie geht's, Deutschland? Das fragt der Kollege David Fioux heute in der L'Equipe. David ist ein netter Kerl, unser Team "Haus am See" neulich als linker Verteidiger unterstützt hat. Eine Antwort auf die Frage gibt's wohl erst heute gegen 20 Uhr...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/26/2016 6:52:02 AM
  • Matchday! Auf dem Weg nach Lille zum Achtelfinale Deutschland - Slowakei.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/26/2016 6:37:34 AM
  • Dunkle Wolken über der Schweiz!

    Am Nachmittag haben wir im Hafen von Lausanne noch beim Public Viewing Rast gemacht. Im ersten Achtelfinale spielte die Schweiz gegen Polen - und verlor im Elfmeterschießen mit 4:5. Höhepunkt des Spiels war sicher der Ausgleichstreffer für die Schweizer zum 1:1 mit dem die Eidgenossen die Verlängerung erzwungen hatten. Shaquiri erzielte das Tor mit einem wunderschönen Seitfallzieher aus 16 Metern. Allein - es bleibt nur ein Treffer für die Jahresrückblicke und EM-Bücher.

  • Der Fußball darf nicht fehlen im Olympischen Museum: In der Eingangshalle hängt ein von Pelé signiertes Trikot.

  • von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:39:36 PM
  • Ein historischer Schweizer Bob.

  • Der Eingang zum Museum.

  • Dackel Waldi, das Maskottchen der Olympischen Spiele 1972 in München.

  • Einer von Roger Federers Tennisschlägern

  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:24:55 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:24:07 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:21:47 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:20:56 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/25/2016 5:20:02 PM
  • Ein Tag im Olympischen Museum in Lausanne

    Die Spieler müssen mal den Kopf freibekommen und psychisch wie physisch regenerieren. Mit diesen Argumenten hat Bundestrainer Joachim Löw seinen Kickern bereits zwei freie Tage während diesem Turnier verschafft. Was für Profifußballer gut ist, kann für Journalisten nich schlecht sein. Also schenkte ich mir heute am Samstag das Abschlusstraining der Elf und schipperte mit dem Kollegen Marko vom französischen Évian aus ans gegenüberliegende Ufer des Genfer Sees ins Schweizer Lausanne. Die 35-minütige Fahrt für die 13,5 Kilometer kostet hin und zurück etwa 35 Euro, ist aber mal eine Abwechslung. Lausanne nennt sich die Hauptstadt der Olympischen Bewegung, hier das mächtige IOC seit 101 Jahren seinen Sitz. Unser Ziel war das Olympische Museum, wirklich eine lohnenswerte Ausstellung für alle Sportinteressierten. Allerlei Sportgeräte, Kleidungsstücke, Facken, Medaillen und naürlich viele Fotos und Filme lassen auf dei Etagen große olympische Momente wieder auferstehen. Dass der Olympische Gedanken durch den Dopingsumpf derzeit eine seiner schwersten Krisen zu bestehen hat, ist hier natürlich kein Thema. Ist wohl auch der falsche Ort. Ich finde, die Verantwortlichen haben einen guten Weg gefunden, die Olympiasieger werden hier nicht übertrieben als Helden verklärt - allerdings hätte die Dopingproblematik etwas ausführlicher dargestellt werden können als mit einem kleinen Schauregal. Es folgen ein paar Bilder aus Lausanne.

  • Boateng spielt wohl gegen die Slowakei
    Es war etwas ruhig hier, zugegeben. Die Mannschaft ist abgereist in Richtung Lille. In einer halben Stunde wird es dort im Stadion die Abschlusspressekonferenz mit Joachim Löw geben. Schon vorher machte eine Information die Runde, die der Bundestrainer am Nachmittag im Radio erzählte: Dass Jérôme Boateng wieder fit sei und am Sonntag im Achtelfinale der EM wird spielen können. Bereits am Vormittag hatte er am Abschlusstraining teilgenommen.
  • Woche zwei der Fußball-EM ist vorbei. Der Weg ins Achtelfinale im Schnelldurchlauf:
    Klicken Sie hier, um das Facebook-Video zu sehen
  • Ein Gewitter rückt an...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 6/24/2016 7:22:59 PM
  • Dieser Tage habe ich über Margot Dumont geschrieben, die mal in der ersten französischen Liga gekickt hat und unser Team "Haus am See" in einem Journalistenspiel verstärkt hat. Hier seht ihr die Reporterin des Pay-TV-Senders "BeIN Sports" bei der Arbeit vor dem Pressezentrum während einer Liveschaltung.

  • An der Sicherheitsschleuse am DFB-Medienzentrum sind alle gleich: Auch ARD-Moderator Gerhard Delling muss sich in die Schlage einreihen und sich filzen lassen.

  • Wasserball meets Fußball:
    Fränkisches Treffen in Paris

    An dieser Stelle noch ein kleiner Nachtrag aus Paris, wo ich in meinem Hotel am Place d'Italie zufällig Armando Gutfreund getroffen habe. Er hat mich erkannt, ich ihn zuerst nicht. Ist auch lange her, dass wir uns gesehen haben. Armando war Wasserball-Bundesligaspieler beim SV 05 Würzburg und gehört zur erfolgreichen Mannschaft von Trainer Günter Wolf Mitte der 90er Jahre um Michael Ilgner, Jürgen Helmschrott, Alexander Chigir und Raul de la Pena. Die Mannschaft spielte ein paar Jahre um die Meisterschaft mit, kam aber an Spandau nich vorbei. Ich erinnere mich auch noch an eine interessante Reise mit den Nullfünfern im Europapokal-Wettbewerb nach Istanbul. War eine schöne Zeit. Armando lebt mittlerweile in Kitzingen, war geschäftlich in Paris und zufällig im gleichen Hotel wie ich abgestiegen.

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