EM 2016- der Liveblog

EM 2016- der Liveblog

Aktuelle Spielstände und Hintergründe sowie Aktuelles abseits des Spielfelds finden Sie bei uns im Liveblog!

  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/11/2016 3:43:21 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/11/2016 3:42:45 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/11/2016 3:42:08 PM
  • Merci!

    Das 'Tor de France' schließt

    Seit Mitte Mai, seit die deutsche Nationalmannschaft ihr Trainingslager im Tessin bezogen hat, habe ich hier in diesem Blog für Sie über "La Mannschaft" und die Fußball-Europameisterschaft berichtet. Dabei habe ich versucht, Ihnen nicht nur Berichte, Interviews, Analysen, Fotos und Videos rund um das Team von Bundestrainer Joachim Löw zu liefern, sondern auch Wissenswertes, Humorvolles und vielleicht auch Nebensächliches aus dem Leben eines Fußball-Reporters. Die Reisen führten nach Ascona, nach Évian-les-Bains, zweimal nach Lille, dreimal nach Paris, nach Bordeaux und Marseille. Rund 3400 Kilometer bin ich mit dem Auto gefahren, dazu kamen zig Reisen mit dem TGV (Achtung DB: ein prima Netz mit einem hochkomfortablen Buchungsportal hat Frankreich da!) und auch ein Flug zum Viertelfinale gegen Italien. Acht Blöcke habe ich vollgeschrieben - und nur ein Bruchteil verwendet. 1600 Fotos habe ich geschossen und etwa 150 Videossequenzen gefilmt. Die Berichte für Online und Print habe ich nicht gezählt. Fest steht: Diese Zeilen sind die letzten in diesem Blog. Das "Tor de France", es wird geschlossen. Mir hat es viel Freude gemacht, und ich hoffe, ihr hattet auch ein bisschen Spaß beim Stöbern hier. Das war's. Merci, und: Au revoir!

    Achim Muth

  • Wenn 80 000 Menschen ein Stadion verlassen, kann es schon mal eng werden. Ehrlich gesagt wurde mir etwas mulmig zumute, als die Polizei den Zuschauerstrom Richtung Regionalbahn nach Paris gegen 0.30 Uhr durch die enge Straßenunterfühung leitete. Musste mich spontan an die Loveparadetragödie vor Jahren in Duisburg erinnern. Wäre hier eine Panik ausgebrochen, es hätte keine Fluchtmöglichkeit gegeben. Allerdings: Die Polizei schien das hier gut im Griff zu haben. Sie macht immer wieder den Eingang dicht, damit der Tunnel nicht volllief mit Menschen. Die Fans blieben auch alle sehr ruhig.

  • Kann vielleicht so übersetzt werden: "Niedergeschmettert". Sämtliche französischen Zeitung machen am Montag natürlich mit dem EM-Finale auf und mit Schlagzeilen wie dieser: "Es war nicht unser Tag."

  • Der glücklichste Moment des Cristian Ronaldo
    Gibt es Gerechtigkeit im Fußball? Irgendwie war das ein Finale voller mächtiger Momente, auch wenn s sportlich eher enttäuschend war. Das Endspiel zwischen Frankreich und Portugal vor 80000 Zuschauern im Stade de France war ein Kampf, ein Akt der Leidenschaft, und auch wenn es in die Verlängerung ging, vielleicht wurde das Spiel schon in der 8. Minute entschieden. Da trat der Franzose Dimitri Payet Portugals Heiligenspieler Cristiano Ronaldo brachial ins Knie, dass dieser in der 25. Minute ausgewechselt werden musste. "Da habe ich meinen Mitspielern gesagt, dass wir für ihn gewinnen müssen", sagte hinterher Abwehrspieler Pepe. Und es gehört zur Ironie dieser Geschichte, dass Ronaldo vor der Verlängerung den eingewechselten Éder in die Arme nahm und sagte: "Du schießt jetzt das Siegtor." So erzählt es Éder nach dem Spiel. Nachdem er den Auftrag des Weltfußballers erfüllt hatte mit einem Schuss aus vielleicht 22, 23 Metern. Es war ein Schuss des Willens und ein bisschen auch der Verzweiflung, denn der Kicker, der ausgerechnet beim französischen Erstligisten OSC Lille spielt, wa schon etwas ins Straucheln geraten und eine Passoption hatte er auch keine. Als ab mit dem Ding ins Tor. "Ein Dolchstoß ins Herz", titelt heute die Sportzeitung L'Équipe. Es war der Treffer, der Portugal den ersten Titel seiner Geschichte bescherte. Kein Eusebio, kein Luis Figo hatte das je schafft. Mittendrin in den Feierlichkeiten mit Kniebandage und Strahlelächeln: Cristiano Ronaldo. Rekordnationalspieler mit 133 Einsätzen. Rekordtorschütze mit 61 Treffern. Und nun das Gesicht der Mannschaft, die den Fado aus dem Land gejagt hat. "Das ist einer der glücklichsten Momente meiner Karriere", sagte Ronaldo, und er hat als dreimaliger Weltfußballer und dreimaliger Champions-League-Sieger weiß Gott schon viele glückliche Momente erlebt.

  • Das Unfassbare ist passiert: Portugal gewinnt den ersten EM-Titel seiner Geschichte! 1:0 nach Verlängerung im Finale gegen Gastgeber Frankreich, und dass, obwohl Cristiano Ronaldo bereits in der 25. Minuten wegen einer Verletzung ausgewchselt werden musste.

  • Gleich kommt David Guetta, der Pokal ist schon da...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 6:38:57 PM
  • Die Aufstellungen sind da!

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 5:53:43 PM
  • von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 5:27:37 PM
  • von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 5:27:20 PM
  • Spielerfrau Ludivine Payet am VIP-Eingang.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 5:27:01 PM
  • Noch ist das Stde de France in St. Denis ziemlich leer. Gute zwei Stunden noch.

  • Wer wird siegen? Der zweimalige Europameister und Weltmeister von 1998, Frankreich? Oder der Herausforderer aus Portugal, der das zweite Mal nach 2004 in einem Finale steht? Damals, bei der Heim-EM, untelagen die Portugiesen mit einem jungen Cristiano Ronaldo mit 0:1 gegen Griechenland.

  • Die Sicherheitsvorkehrungen bei diesem Finale sind extrem hoch. Eben mussten wir unsere Plätze im Medienzentrum des Stadions räumen: Ein Polizistentrupp mit Sprengstoffspürhunden sowie Detektoren durchsuchte den Saal. Nach zehn Minuten hieß es: Alles gut!

  • Nur mit Pickerl geht's ins Stadion
    Bonjour aus St. Denis. Finale. Ort der Sehnsucht. In drei Stunden wird hier das Endspiel der Europameisterschaft 2016 angepfiffen. Frankreich gegen Portugal. Doch vor den Fußball hat die UEFA den Sticker gesetzt! Normalerweise reicht die Turnierakkreditierung, eine Art Ausweis und in EM-Zeiten für Journalisten wichtiger als der Reisepass, um in die Medienzentren der Stadien zu kommen. Doch im Finale gelten besondere Gesetze: Die Akkreditierung braucht einen silbernen Final-Aufkleber, nur Reporter mit diesem Papperl kommen rein in die Schüssel. Also den Rucksack geschuldert und auf den Zwei-Kilometer-Weg gemacht durch die menschenleere und abgesperrte Sicherheitszone rund um das Stadion zum Akkreditierungszentrum. Nur dort gibt's das Pickerl. Irgendwann war ich dann drin. Und schweißgebadet.

  • Der Echte ist irgendwie nicht zu finden hier...

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 1:13:33 PM
  • Darf nicht fehlen in einem Paris-Album: Der Eiffelturm als Backgroundkulisse für eine portugiesische Aufwärmfeier am Samstag.

  • Ein bisschen Posing vor Sacre Coeur auf der Seine-Insel.

  • Wer noch etwas lesen möchte, hier meine Analyse über das deutsche Halbfinale-Aus vom Samstag:


    Joachim Löw lässt seine Zukunft offen

    Halbfinal-Aus: Nach der 0:2-Niederlage gegen Frankreich gibt der Bundestrainer ein irritierendes Bild ab: Erst preist er sein Team als bessere Mannschaft, dann kokettiert er mit seinem Abschied aus dem Amt.

    Vielleicht hatte Mats Hummels das Buch ganz bewusst in die Hand genommen, als er zum letzten Mal bei diesem Turnier vor den Journalisten stehenblieb. Mitternacht war längst vorüber. Es war immer noch heiß. Den Reportern klebten die Hemden am Körper. Deutschland hatte verloren. Die Spieler trugen Plastiktüten oder Kulturbeutel zum Mannschaftsbus, aber Mats Hummels hatte da diesen Don-Winslow-Roman in den Fingern: „Kings of Cool“. Ein Kalifornien-Krimi als Botschaft: Wir haben ein Spiel verloren, aber, hey, wir sind immer noch der Weltmeister! Kings of Cool. Vielleicht war es so. „Wir hatten alles, um dieses Spiel und dieses Turnier zu gewinnen“, sagte Hummels. „Ich bin nicht der, der an Schicksal glaubt. Deshalb: Chance vertan.“
    Kings of Cool
    Frankreich war in diesem Halbfinale der Europameisterschaft tatsächlich keineswegs besser gewesen als die deutsche Nationalmannschaft, die nach einem guten Spiel und intensivem Kampf mit 0:2 (0:1) unterlegen war. Das Ergebnis spiegelt dann aber doch irgendwie die Kräfteverhältnisse wider, denn Frankreichs so reaktionsschneller Stürmer Antoine Griezmann ließ sich seine Chancen eben nicht entgehen. Effizienz schlägt Versuch. Erst traf er per Handelfmeter (45.) und später, als erst Verteidiger Joshua Kimmich patzte und dann Manuel Neuer den Ball nicht weit genug aus dem Gefahrenbereich brachte (72.). Da lagen die Titelambitionen des Favoriten zertrümmert im Staub von Marseille.
    Botschaft der Nacht
    Kings of Cool. In diese Gang hätte bis Mittwoch auch gut Joachim Löw gepasst. Wer den Bundestrainer in den Wochen zwischen Ascona und Lille, Evian-les-Bains und Paris beobachtet hatte, der sah einen in sich ruhenden Fußballlehrer. Seine Grundüberzeugung von der Stärke seiner Mannschaft trat aus jeder Pore hervor. Doch in Marseille, gerade in der Stunde der Niederlage, war bei Joachim Löw nicht mehr viel übrig von der Gelassenheit. Der 56-Jährige tat sich schwer, das Aus zu akzeptieren: „Wenn man 2:0 gewinnt, hat man den Einzug ins Finale auch verdient“, sagte er vor der Presse. Aus dem Munde des Bundestrainers klang es aber nicht wie ein Lob: „Ich denke auch, dass die Franzosen gegen Portugal gewinnen werden. Ich finde, die Franzosen haben eine gute Mannschaft, aber wir waren heute die bessere.“
    Wenig Gefühl
    Joachim Löw wiederholte diese Botschaft noch mehrfach in dieser Nacht. „Wir sind die bessere Mannschaft.“ Der Trainer, der sonst ein sensibles Gespür für Stimmungen hat und beispielsweise beim 7:1 vor zwei Jahren im WM-Halbfinale den Verlierern so respektvoll begegnet war, er hätte den Franzosen durchaus ein wenig Empathie entgegen bringen dürfen. Schließlich war es seiner Mannschaft nicht gelungen, trotz vieler Chancen ein Tor zu erzielen.
    „Aber wenn wir eines machen, haben wir immer noch verloren. Wenn wir zwei machen, sind wir immer noch nicht weiter. Es war eine Mischung aus: Vorne die Dinger nicht reingemacht und hinten sehr viel dazu beigetragen, dass wir sie auch noch kassiert haben“, sagte Mats Hummels zu den Gründen der Niederlage. „In vielen Bereichen haben wir unser Niveau abgerufen: Unheimliche Dominanz in Frankreich gegen Frankreich ausgeübt. Den Gegner minutenlang in dessen Hälfte gehalten. Da macht man ja auch vieles richtig. Aber am Ende muss man eben noch mehr richtig machen.“
    Probleme im Sturm
    So richtig verstehen konnte auch Manuel Neuer das Aus nicht: „Wir wären zur Halbzeit ausgepfiffen worden, hätten wir zu Hause bei einer EM so gespielt wie Frankreich.“ Tatsächlich kompensierte die Nationalmannschaft die Ausfälle ganz gut. Aber es fehlten eben die Tore. Dass ein Mittelstürmer wie Mario Gomez, der verletzt ausfiel, so schmerzlich vermisst werden würde: Wer hätte das gedacht vor diesem Turnier? Aber Mario Götzes verlustig gegangene Torgefahr und vor allem Thomas Müllers bizarr-erfolglose Trefferjagd, sie raubten dem Weltmeister die Klaue, um Frankreich besiegen zu können.
    „Es ist schade, dass der weniger schöne Fußball gewinnt“, sagte Müller und haderte: „Das Glück hatten wir heute weder hinten noch vorne.“ Glück will aber auch erzwungen werden, und in diesem Spiel wirkte die deutsche Elf nie, als würde sie die Kraft haben, die Partie zu drehen.
    Die Sturmfrage wird Joachim Löw lösen müssen in naher Zukunft, aber es gehört zu den verstörenden Ereignissen dieser bitteren Nacht von Marseille, dass ausgerechnet der Chef ein klares Bekenntnis für die Zukunft vermissen ließ. Sein Vertrag läuft bis 2018, und bislang hatte der Bundestrainer auch stets betont, dass die Titelverteidigung bei der WM das große Ziel sei. Er sprach von der „Mission 2“. Er wirkte müde und abgekämpft, als er Sätze sagte wie: „Ich kann heute nicht weit vorausgucken. Nicht mal bis morgen früh, denn der Stachel sitzt tief.“ Es sei schwierig für ihn zu beantworten, wie er das Aus nun aufarbeite. Vor vier Jahren, nach dem von ihm vercoachten Spiel im EM-Halbfinale gegen Italien, war Löw mehrere Wochen untergetaucht.
    DFB-Präsident Reinhard Grindel bat nach der Rückkehr nach Frankfurt um Verständnis: „Es gibt nichts zu spekulieren und nichts zu interpretieren, sondern nur zu akzeptieren, dass der Bundestrainer bittet, ein paar Tage Ruhe zugebilligt zu bekommen.“ Das nächste Spiel der DFB-Auswahl findet schon am 31. August in Mönchengladbach gegen Finnland statt. Die Qualifikation für Russland 2018 startet vier Tage später in Oslo gegen Norwegen.
    Viel Arbeit für den King of Cool.
  • Tor de France

    Frankreich
    hört ein Hu!


    Die Stimmung in Fußballstadien ist so bunt und unterschiedlich wie das Leben in den Straßen von Marseille. Ich erinnere mich an die irritierende Stille beim WM-Finale 1998 im Stade de France in Paris. Frankreich führte früh und unerwartet 2:0 gegen Brasilien. Die Ungläubigkeit, erstmals den Titel gewinnen zu können, raubte den Fans aus Frankreich die Luft zum Schreien. Oder 2006. Weltmeisterschaft. In Dortmund traf Deutschland im zweiten Gruppenspiel auf Polen. Kurz vor dem Schlusspfiff das erlösende 1:0 durch Oliver Neuville. Es folgte ein Erdbeben. Der Jubel glich einer Explosion und war wahrscheinlich noch in Berchtesgaden zu hören gewesen. Die WM 2010 in Südafrika war ebenfalls ein akustisches Erlebnis. Dieses Surren der Vuvuzelas während des Eröffnungsspiels hörte sich an wie ein Schwarm aus Billionen von Bremsen. Ein Tinnitus ist Dreck dagegen. Dann natürlich Belo Horizonte. WM 2014, Halbfinale. Das 7:1 der deutschen Elf gegen Brasilien fühlt sich auch heute noch irgendwie unwirklich an.
    Dieses EM-Halbfinale in Marseille gegen Frankreich war nun ebenfalls etwas Besonderes. Die Ästhetik des Stadions, die seltsam angenehme Hitze und dieser fast zu greifende französische Wille erzeugten eine Gänsehautatmosphäre. Nur das Ende störte. Als die Equipe tricolore mit ihren Fans das isländische Hu-Ritual imitierte, wirkte das peinlich und in etwa so, als hätten die Deutschen nach einem Sieg gegen Frankreich „Fratelli d'Italia“ gesungen, die italienische Hymne.
  • von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/10/2016 9:17:08 AM
  • Das Bataclan am Boulevard Voltaire in Paris war eines der Ziele beim furchtbaren Teroranschlag vom 13. November 2015. Die Konzerthalle mit dem Café ist immer nicht wieder eröffnet, ein Baugerüst hüllt das Gebäude ein.

  • Fußball-Fronleichnam in Frankreich
    Viele Straßen in Paris sind beflaggt wie hier die Avenue de la Commerce am frühen Sonntagmorgen.

  • Der Trick mit dem Tesafilm
    Philippe habe ich im 15. Arrondissement entdeckt, wie er gerade mit Tesafilm eine Frankreichflagge an der Hausfassade festkleben wollte. Er hatte den mindestens den ersten Pastis des Sonntags schon hinter sich und präsentiert stolz seinen Tipp.

  • Vive la France
    Das Foto täuscht: Eigentlich freuen sich die beiden Metzger vom Sonntagsmarkt und der Metrolinie an der Station La Motte-Piquet Grennelle wirklich. Sie schauen nur so ernst, weil ich sie zu dem Foto gezwungen habe. . .

  • 10. Juli 2016: Der große Tag ist da! Auch dieser Zeitungsverkäufer in seinem Kiosk in der Avenue de la Commerce unweit des Eiffelturms in Paris freut sich auf das Finale Frakreich gegen Portugal. Anpfiff is um 21 Uhr im Stade de France. Ich werde bis dahin immer mal wieder kleine Häppchen aus der Hauptstadt servieren und nach dem Endspiel einen aktuellen Bericht liefern.

  • von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/9/2016 12:51:54 PM
  • Bienvenue a Paris: nach Teilstrecke mit dem TGV und dann 500 km mit dem Auto, sind wir gut angekommen im Endspiel-Ort.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/9/2016 12:50:38 PM
  • Sonnenaufgang in den Straßen von Marseille. Die deutsche Mannschaft ist zuhause. Vor mir liegt eine allerletzte Etappe auf dieser nun schon fast sechswöchigen Reise: Paris.

    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/9/2016 5:31:38 AM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/8/2016 2:26:03 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/8/2016 2:25:29 PM
  • von Roland Schmitt-Raiser via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/8/2016 2:24:44 PM
  • Der Kapitän Bastian Schweinsteiger richtet im Namen der Mannschaft ein paar Worte an die Fans:

  • "Merci! Au revoir! Und auf bald!"
    Bei Bastian Schweinsteiger stehen die Zeichen nach 120 Länderspielen auf Abschied


    Als alles vorbei war, kam Bastian Schweinsteiger. Er trug wieder diese schwarzen engen Strumpfhosen, die gut sein sollen gegen Thrombose, und als Begleitschutz lotste ihn der Pressesprecher des DFB, Jens Grittner, durch die vielen Kehren der Mixed Zone. Zweimal legte der 31-Jährige einen kurzen Stopp ein. Beim Fernsehen. Bei Printjournalisten. Der Kapitän hatte ein ordentliches Spiel gemacht in diesem EM-Halbfinale, das ihm viele nach den körperlichen Beschwerden des vergangenen halben Jahres gar nicht zugetraut hatten. Aber Schweinsteiger gelang es, nach der stürmischen Anfangsphase der Franzosen, die wie der Mistral über die deutsche Elf gekommen war, Ruhe und Ordnung ins Spiel zu bringen. Der Weltmeister bekam Zugriff auf die Partie, wie es im modernen Analysesprech des Fußballs gerne heißt. Doch dann kam diese 45. Minute. Bastian Schweinsteiger ging mit der Hand zum Ball, und der berechtigte Elfmeterpfiff war der Anfang vom Ende der deutschen Titelhoffnungen.
    Jetzt also steht Bastian Schweinsteiger im Stade Vélodrome vor den Reportern und bekommt die Frage der Fragen gestellt: „Machen Sie weiter?“ Schweinsteiger überlegt einen Moment. Er blickt auf den Betonboden, und vielleicht hat er in diesem Moment das Gefühl, das seine Länderspielkarriere nicht in diesem düsteren Keller zu Ende gehen darf. Er sagt, dass er seine ganze Energie in dieses Turnier gesteckt habe und wie bitter es sei, in der 45. Minute so ein Tor zu kassieren. Sein Handspiel erklärte er mit einem Reflex, und dann sagte er: „Der Weg der Mannschaft geht auf jeden Fall weiter. Bei mir persönlich muss ich erst mal Abstand gewinnen.“ Es klingt eher nach Abschied als nach Aufbruch.
    Bastian Schweinsteiger war für die Nationalmannschaft 2004 eine Entdeckung des damaligen Bundestrainers Rudi Völler, der ihn zusammen mit Lukas Podolski für die EM in Portugal nominiert. Sein Debüt gab „Schweini“ kurz vor dem Turnier beim 0:2 gegen Ungarn in einer Mannschaft, deren Namen heute klingen wie aus einer fernen Galaxie: Christian Wörns, Andreas Hinkel oder Jens Nowotny. Bastian Schweinsteiger entwickelte sich zu einer Führungsfigur, gehörte seitdem bei sämtlichen Turnieren zum Kader und hat mit der Rolle des unbesiegbaren Kämpfers im WM-Finale 2014 von Rio seinen Platz in der Walhalla des deutschen Fußballs sicher.
    Ob er seinen 120 Länderspielen ein weiteres hinzufügen wird, erscheint fraglich. Jetzt, so ist zu hören, stehe erstmal die Hochzeit mit der Tennisspielerin Ana Ivanovic an.
    Am Freitagvormittag ließ Bastian Schweinsteiger auf der Homepage des DFB einen offenen Brief von ihm an die Fans veröffentlichen, der Text klingt als sei er von Marketingexperten bereits vor zwei Monaten in einer Kreativwerkstatt zurechtgezimmert worden. Das Quäntchen Glück habe gefehlt, aber dennoch se er stolz auf die Mannschaft. „Wir sind unserem Stil, Fußball zu spielen, treu geblieben.“ Der Kapitän bedankt sich bei den Fans und für den Rückhalt der Menschen in der Heimat, und er vergisst auch nicht den Gastgeber: „Frankreich ist ein hervorragender Ausrichter dieser Europameisterschaft.“ Er schließt den Brief mit „Merci! Au revoir! Und auf bald!“ Das kann alles heißen. Oder nichts.
  • Und das noch: Ein Bild des Stade Vélodrome in Marseille mit der Panoramafunktion der Kamera. Sieht irgendwie aus wie ein nach untengezogener Mund: Passend zur Stimmung in der deutschen Mannschaft nach dem 0:2.

  • Angesichts der Niederlage gestern gegen Frankreich ist mit das Bild aus dem Medienzentrum in Évian in den Sinn gekommen. Schüler des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin haben es gezeichnet. Ein schöner Abschluss, wie ich finde, unter das Spiel.

  • Das Wortprotokoll des Bundestrainers nach dem Halbfinal-Aus

    Joachim Löw: "Die Franzosen haben eine gute Mannschaft,
    aber wir waren heute die bessere!"


    Bundestrainer Joachim Löw wirkte in der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Frankreich im Bauch der Arena von Marseille ausgelaugt. Hier seine wichtigsten Aussagen im Protokollstil zusammengefasst:

    Was ist schief gelaufen?

    Joachim Löw: „Heute ist relativ wenig schief gelaufen. Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, sie war insgesamt die bessere Mannschaft. Wir haben wahnsinnig viel investiert, hatten eine wahnsinnig gute Körpersprache. Eine machtvolle Körpersprache. Waren in den Zweikämpfen gut, haben viel nach vorn gespielt. Wir sind dann etwas unglücklich in Rückstand geraten. Das ist dann einfach auch Pech, wenn der Ball an die Hand springt und es gibt Elfmeter.“

    Was war anders als bei den Halbfinalniederlagen 2010 und 2012?

    Joachim Löw: „Wir hatten heute nicht das notwendige Glück. Aber als wir 2012 und 2010 ausgeschieden sind, hatten uns die Gegner etwas voraus. Heute war das nicht der Fall. Heute hatten wir sicherlich Frankreich etwas voraus – außer die Tore.“

    Wie beurteilen Sie die Elfmeterentscheidung?

    Joachim Löw: „Zur Schiedsrichterleistung sage ich nichts. Das sind Entscheidungen, die wir hinnehmen müssen. Da bringt es auch nichts, sich im Nachhinein aufzuregen. Ein Spieler kann in dieser Zehntelsekunde auch nicht mehr reagieren. Das ist einfach unglücklich. Dafür gibt es keinen Vorwurf. Aber wenn du kurz vor der Halbzeit so einen Elfmeter kriegst, bist du erst einmal geschockt. Alle waren in der Kabine aufgeregt – ich musste sie erst mal beruhigen.“

    Wie sahen Sie die Situation beim zweiten Gegentor?

    Joachim Löw: „In der Situation hätte man vielleicht den Ball wegschlagen müssen. Der Manu kommt gerade noch dran. Dann fällt er einem Franzosen vor die Füße. Okay. So ist es manchmal im Fußball. In einem Spiel kommen viele Dinge zusammen, die nicht positiv sind. So war es diesmal: einige Ausfälle, einige vergebene Chancen.“

    Ihr Fazit des Spiels?

    Joachim Löw: „Wenn man 2:0 gewinnt, hat man den Einzug ins Finale auch verdient. Ich denke auch, dass die Franzosen gegen Portugal gewinnen werden. Ich finde, die Franzosen haben eine gute Mannschaft, aber wir waren heute die bessere.“

    Wie geht es weiter?

    Joachim Löw: „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken. Nicht mal bis morgen früh, denn der Stachel sitzt schon tief. Wie ich das verarbeitete, ist schwierig zu beantworten. Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was wir machen, wenn wir verlieren. Das war bei uns kein Thema. Für uns war es ein gutes Turnier. Es gab eine unglaublich gute Energie in der Mannschaft. Sie hat tollen Teamgeist gezeigt. So gesehen, wird es bei uns eine relativ kurze Analyse geben. So viele Fehler habe ich jetzt nicht gesehen. Das ist eine tolle Mannschaft.“
  • Ein Bierchen in der Nacht (von links): René Kübler (Badische Zeitung), Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung), Achim Muth (Main-Post), Christian Loer (Kölner Stadtanzeiger), Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau).

    Prost in einer heißen Nacht

    Ein letztes Bier nach einem langen Arbeitstag. Bis die Spieler nach der Niederlage im Stade Vélodrome zu uns Journalisten in die Mixed Zone für Interviews kamen, war es bereits weit nach Mitternacht. Nach den Gesprächen war es ungefähr 1.10 Uhr, als wir uns zu Fuß auf den Weg machten, um noch irgendwo ein Bierchen zu trinken. Es war immer noch heiß. Natürlich war noch sehr viel los auf den Straßen, die Franzosen kennen zwar offenbar keine geordneten Autokorsos wie in Deutschland nach ähnlichen Ereignissen, hier fährt jeder mit seinem Auto oder Motorrad einfach wie irre durch die Straßen und schwingt dabei Fahnen. Wenn es keine nachrichtliche Überraschung wie einen Rücktritt gibt, geht für uns heute mit der Nachberichterstattung über das Halbfinale die Arbeit mit der deutschen Nationalmannschaft zu Ende. Es war eine lange Zeit, seit wir in Ascona im Vorbereitungstrainingslager Mitte Mai zum Team gestoßen sind. Insofern haben wir uns das Bierchen verdient. Stay tuned: Im Laufe des Tages folgen hier regelmäßig weitere Texte mit Reaktionen und Analysen.
    Morgen geht für mich die Reise weiter nach Paris, wo ich am Sonntag das Finale Frankreich gegen Portugal verfolgen werde. Dann wird auch für mich Schluss sein.

  • 0:2 im Halbfinale gegen Frankreich:
    Die Nationalmannschaft in der Einzelkritik:


    Manuel Neuer: Grün ist die Hoffnung. Grün ist Neuers Outfit. Der Keeper war von Beginn an gefordert und musste schon nach Sekunden eingreifen. Großtat gegen Griezmann, dagegen waren die Freistöße von Payet und Pogba fast eine Beleidigung für den Welttorhüter. Locker runter gepflückt die Dinger. Lenkte beim zweiten Gegentor den Ball Griezmann vor die Füße.

    Jonas Hector: Diesmal läuteten keine Kirchenglocken im Heimatdorf Auersmacher für Ritter Hector. Ein Glöckchen hätt’s aber sein dürfen. Wieder eine starke Partie des Linksverteidigers, der seinen Marktwert bei diesem Turnier verdreifacht haben dürfte.

    Jérôme Boateng: Das Kraftwerk der deutschen Abwehr, ständig unter Strom und phasenweise ungewohnt offensiv. Musste sein Geläuf erst wuchten, dann einige kluge Diagonalpässe vorzugsweise auf Hector. Mr. Zuverlässig patzte auch einmal gegen Giroud, aber wozu hat man Nachbarn wie Höwedes? In der 60. Minute das Aus mit Muskelverletzung ohne Fremdeinwirkung.

    Benedikt Höwedes: Der Schalker mit der Riesengrätsche! Als Boateng in gefährlichen Gewässern baden ging im Zweikampf, verfolgte Höwedes den enteilten Giroud mit Siebenmeilenschritten und blockte den Schuss im Spreizschritt. Wird vorgeschlagen für die Rettungsmedaille.

    Joshua Kimmich: War auf der rechten Außenbahn zunächst der Adressat mehrerer missglückter Fernpässe. Als die Bälle später ordnungsgemäß zugestellt wurden, zeigte der junge Münchner einige gute Offensivaktionen. Schwächen in der Abwehrarbeit, das 0:2 geht durch Leichtsinn mit auf seine Kappe.

    Emre Can: Die Verletzung von Khedira spülte den Liverpooler in die Startelf: EM-Debüt mit seinem siebten Länderspiel gleich auf der großen Bühne Halbfinale. Vor allem in der hektischen Anfangsphase ohne Nervosität.

    Bastian Schweinsteiger: In seinem 120. Länderspiel agierte der Teamsenior oft als eine Art Libero. Wurde kurz vor der Pause zur tragischen Figur, als er bei einer Ecke mit der Hand zum Ball ging. Die Aktion wurde mit einem Elfmeter geahndet. Letztes Länderspiel?

    Toni Kroos: Das Zauberfüßchen konnte sein Niveau vom Turnierbeginn nicht halten. Ackerte und rannte viel, sollte das Scharnier von Abwehr zu Angriff sein. Zwischendrin ungewohnte Fehlpässe. Konnte nach dem Rückstand keine Impulse für Aufholjagd setzen.

    Mesut Özil: In seinem 25. Turnierspiel in Folge präsentierte sich Özil in formidabler Verfassung. Keine Fehler, klasse Pässe, überraschende Dribblings. Einziges Manko: Seine Kunst bliebt ohne zählbaren Effekt.

    Julian Draxler: Frankreich ist nicht die Slowakei. Will heißten: Von der Eins-gegen-eins-Stärke des Wolfsburgers war diesmal wenig zu sehen. Die Franzosen zogen Trickser Draxler den Zahn.

    Thomas Müller: Don Müller und sein Kampf gegen die Windmühlen geht weiter. Auch in der Sturmmitte bot der 26-Jährige eine engagierte und doch blasse Vorstellung. Nach Lille, Paris und Bordeaux fand er auch in Marseille kein Glück.

    Shkodran Mustafi: Rückte nach Boatengs Verletzung ab der 60. Minute in die Innenverteidigung. Undankbarer Job, da Frankreich mit der Führung im Rücken viele Räume hatte. Solide.

    Mario Götze: Der Weltmeistermacher sollte das Spiel nach dem 0:1 noch drehen. Kam in der 66. Minute für Can, konnte sich aber nicht in Szene setzen und blieb farblos.

    Leroy Sané: EM-Debüt des Schalkers für wenige Minuten. Der erste Einsatz bei diesem Turnier ist auch der letzte. Kam in der 78. Minute für Schweinsteiger und hätte schon nach einer Sekunde treffen können, aber der abgefälschte Ball trudelte am Tor vorbei.

  • Macht Bundestrainer Joachim Löw weiter?
    Die irritierende Nacht von Marseille


    Dann war es auf ein Mal vorbei. Schluss. Und keiner konnte hinterher so richtig erklären, weshalb. Trotz ihrer Ausfälle hat die deutsche Mannschaft gegen Frankreich ein gutes Spiel gemacht. Nach den ersten Minuten, in denen der Gastgeber stürmisch daherkam wie der Mistral, übernahm die Mannschaft das Heft des Handelns. Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Jérôme Boateng, sie beruhigten das Spiel, nahmen die Hektik heraus, ließen die Blauen dem Ball hinterherhecheln. Sicher, zu echten Chancen kam der Weltmeister auch nicht, in der Spitze wirkte Thomas Müller wieder so seltsam glücklos. Das war schon beim Aufwärmen zu beobachten, als der Münchner Kimmichs Hereingabe serienweise verpulverte. Müller wirkte überspielt, müde. Vieleicht war der Geist willig, das Fleisch, es war schwach. Erst dieser Tage hatte er ja über die Rastlosigkeit, die ständige Vereinnahmung eines Profi geklagt. Er hatte Sehnsucht nach Ruhe, und jetzt hat e sich doch ein paar Tage früher als insgeheim gewünscht.
    Es folgte dann die vermaledeite 45. Minute. Ecke Frankreich. Es war nicht die Hand Gottes, die zum Ball ging. Es war die Hand des Weltmeisters. Bastian Schweinsteiger agierte ungeschickt in diesem Luftduell mit Patrice Evra. Auch wenn die Sozialen Netzwerke überquellen mit sehr unschönen Wünschen an den italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli: Den Elfer kann er geben. Hand ist Hand ist Hand. Der sehr gute, sehr schnelle und sehr abgeklärte Antoine Griezmann erzielt das 1:0. Pfiff. Halbzeit. Im zweiten Duchgang versuchte die Nationalmannschaft, das Ding zu drehen. Zahlte zahlte diese zumindest in Teilbereichen verjüngte und auf dieser Bühne unerfahrene Mannschaft ihr Lehrgeld. Joshua Kimmich unterlief ein eklatanter Fehler in der Abwehr, Torhüter Manuel Neuer konnte den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone befördern, und wieder war Antoine Griezmann reaktionsschnell zur Stelle. 2:0. Die Entscheidung.
    Die deutsche Elf bekam noch ihre Chancen. Sie traf den Pfosten. Sie machte Druck. Und doch wirkte das alles nicht zwingend in diesem wunderbar ästhetischen Stadion. Es war kein Ort für Legenden - zumindest nicht aus deutscher Sicht.
    Bundestrainer Joachim Löw in Marseille einen fragwürdigen Auftritt zurück. Zum einen wand sich der 56-Jährige um eine klare Aussage zu seiner Zukunft wie eine Girlande. Sein Vertrag läuft bis 2018 und er hatte zuvor auch immer wieder betont, dass die Titelverteidigung bei der WM in Russland in zwei Jahren das eigentliche Ziel sei. Aber in dieser wüstenheißen Nacht zu Marseille wirkte er auf einmal sehr nachdenklich, und irgendwie auch, der Eindruck mag täuschen, ein wenig genervt von alldem. Es war ein irritierender Auftritt des Bundestrainers. Zum anderen betonte Joachim Löw etwa fünfmal zu oft, dass die deutsche Mannschaft die bessere gewesen sei. Er mag recht haben, aber nach Größe in der Niederlage sah das nicht aus - zumal er in der Pressekonferenz gleichzeitig die Portugiesen abfertigte, in dem er sagte, dass völlig klar sei, dass Frankreich das Finale gewinnen werde.
    Heute wid die Mannschaft mit zwei Maschinen aus Marseille nach Frankfurt und München fliegen. Das Abenteuer Europameisterschaft 2016 ist für sie vorbei. Au revoir.

  • 0:2 - Der Weg ist zu Ende:
    Aus für DFB-Elf im Halbfinale


    Aus im Halbfinale. Die deutsche Nationalmannschaft unterlag in Marseille Gastgeber Frankreich mit 0:2 (0:1). Nach einer unglücklichen Aktion gab in der 45. Minute einen Foulelfmeter für die Franzosen nach einem Handspiel von Schweinsteiger in seinem 120. Länderspiel. Griezmann verwandelte sicher. Die Fürhungs spielte den Franzosen in die Karten, die nach einem Fehler von Kimmich und einer zu kurzen Abwehr von Neuer abermals durch Griezmann trafen. Danach hatte die deutsche Elf Chancen, aber es ging kein Ruck durch die Mannschaft. Es gab kein Aufbäumen. Die Ausfälle war offenbar nicht zu kompensieren. Der Traum ist zu Ende. Im Finale am Sonntag stehen Frankreich und Portugal. Und das Fazit aus deutscher Sicht? Durchwachsen. Oliver Bierhoff sprach davon, dass es ein komisches Turnier gewesen sei. Immerhin: Im sechsten Turnier in Folge stand die Nationalmannschaft im Halbfinale.

  • Let's get ready to rumble: Halbfinale. Klassiker. Deutschland gegen Frankreich. In wenigen Minuten geht es los.

  • Und hier offiziell:

  • Der DFB meldet: Aufstellung gegen Frankreich mit einem 4-3-2-1: Neuer - Hector, Höwedes, Boateng, Kimmich - Schweinsteiger, Can, Kroos - Özil, Draxler - Müller.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/7/2016 5:49:28 PM
  • Die deutsche Mannschaft schnuppert schon mal ein bisschen Atmosphäre in diesem tollen Stadion, das in eineinhalb Stunden beben wird. Mit dabei auf dem Rasen sind auch der gesperrte Mats Hummels sowie die verletzten Sami Khedira und Mario Gomez. Das zeugt vom intakten Mannschaftsgefüge.

  • 19.36 Uhr: Jetzt ist auch La Mannschaft da!
  • 19.23 Uhr: Die französische Mannschaft ist im Stadion angekommen. Als erster ist Trainer Didier Deschamps zum Rasentest aufs Feld.
    von Achim Muth / MAIN-POST via Mediengruppe Main-Post GmbH & Co KG 7/7/2016 5:25:24 PM
  • Was soll's: Hier also eine Innenansicht gut eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff im Stade Vélodrome.

  • Angekommen: Endlich im Stade Vélodrome

    Das neue Stade Vélodrome ist ein schicker Bau, elegant, ganz in weiß und das Dach ist über den Tribünen geschwungen wie ein Lasso. Ich kann mich noch an 1998 erinnern, da waren die Tribünen noch nicht so überdacht und im Hintergrund leuchteten die nahen Felsen im Abendrot. Jetzt ist nur noch eine kleine Steinkuppel zu sehen.
    Die Anreise nach Marseille war sehr entspannt: Morgens mit dem Auto nach Lyon. Dann mit dem TGV ab ans Mittelmeer, wo einen eine flirrende Hitze und über 30 Grad erwarteten. Unser Appartement ist nur wenige Fußminuten vom Alten Hafen entfernt. Stressiger war dann die Fahrt zum Stadion. Erste Straßenbahn, dann Metro, dann ein Fußmarsch durch das Labyrinth der UEFA für Medienschaffende. Seien Sie froh, dass Sie jetzt nicht neben mir sitzen. Gerne hätte ich an dieser Stelle auch schon ein Foto aus dem Stadion gepostet. Jedoch: Der Europäische Fußball-Verband fährt eine starke Offensive zur Wahrung seiner Rechte. Grade, als ich ein Foto knipsen wollte, stürzte einer der Ordner auf mich zu und wies mich zurecht: Noch ein Versuch, dann sei meine Akkreditierung in Gefahr. Journalisten düften im Stadion weder filmen noch fotografieren. Das mit dem Filmen ist ja halbwegs einzusehen, die Fernsehstationen bezahlen sehr viel Geld für die Rechte an den Bewegtbildern. Aber das Fotografieren zu verbieten, ist absurd. Bin gespannt, wie das weitergeht.

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