US-Präsidentschaftswahl 2016

US-Präsidentschaftswahl 2016

Bereits mit Öffnung der ersten Wahllokale, am Dienstag, 8. November, berichtet dpa-live in Echtzeit. Bis zur endgültigen Entscheidung gibt es rund um die Uhr aktuelle News & Infos, Hintergründe, Videos, Grafiken sowie die Highlights aus den sozialen Medien.

  • Blick in die internationale Presse: Zur Debatte im Wahlkampf um die gesundheitliche Verfassung von Hillary Clinton meint die Londoner «Financial Times»:

    Eine Lungenentzündung ist eine normale Krankheit. Doch wenn sich jemand um das mächtigste Amt der Welt bewirbt - eine Aufgabe, die das Durchhaltevermögen eines Marathonläufers verlangt -, haben die Wähler das Recht auf uneingeschränkte Informationen zu seinem Gesundheitszustand. (...) Hillary Clinton mag durchaus generell fit sein, wie ihr Arzt und sie selbst behaupten. Aber sie muss ihr ungesundes Beharren auf Privatsphäre überwinden. Je weniger die Wähler wissen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie an Verschwörungstheorien glauben, die von ihren Gegnern lanciert werden. Leider ist Clintons Hang zur Zurückhaltung von Informationen tief verwurzelt. Die aktuelle Gesundheitskrise ist ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas nach hinten losgehen kann.

    «Financial Times»
  • Auch die italienische Zeitung «La Repubblica» kommentiert die Erkrankung der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und deren Einfluss auf den Wahlkampf:

    Kann die Lungenentzündung von Hillary Clinton das Rennen um das Weiße Haus entscheiden? Es ist eine unvorhergesehne Neuigkeit. Umso mehr, weil sie nach einigen Wochen kommt, in denen Clinton in den Umfragen immer mehr verloren und Donald Trump aufgeholt hat. Und genau zu dieser Dynamik kommen nun die gesundheitlichen Probleme hinzu. Überwiegt damit das Misstrauen gegenüber der Gesundheit von Hillary? (...) Die Krankheit könnte sie aber auch menschlicher machen und dafür sorgen, dass sich die weniger elitären Wähler ihr nahe fühlen.

     «La Repubblica»
  • Der frühere CIA-Direktor James Woolsey wird künftig den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei dessen Wahlkampf beraten. Sein Aufgabenbereich umfasse unter anderem Fragen der nationalen Sicherheit, Verteidigung, sowie Geheimdienstangelegenheiten, erklärte Woolsey im Gespräch mit CNN



  • Der Stand der Umfragen


    In landesweiten Umfragen führt Clinton im Durchschnitt mit drei Punkten Vorsprung. Eine Erhebung des Senders ABC News und der «Washington Post» sieht sie bei 51 Prozent, während Trump auf 43 Prozent kommt. In einer Umfrage der «LA Times» und der Universität von Kalifornien liegen beide dagegen gleichauf bei 44 Prozent.

    Noch unklar ist, ob sich Clintons jüngste Erkrankung, der Umgang damit sowie ihre umstrittenen Aussagen über Trump-Anhänger negativ auf ihre Umfragewerte niederschlagen. Dafür ist es noch zu früh, die Befragungen decken den Zeitraum vor diesen Vorfällen ab.

  • Die Webseite RealClearPolitics addiert die Ergebnisse von aktuellen Umfragen auf eine Summe von derzeit 209 Wahlmännern für Clinton und 154 für Trump, 175 sind noch nicht zuzuordnen. Die Mehrheit ist bei 270 erreicht.

    Die sogenannten Swing States, die anders als die meisten Staaten nicht schon auf eine Partei festgelegt sind, sind für den Wahlausgang entscheidend. In FLORIDA ist das Rennen derzeit sehr eng; Trump liegt dort durchschnittlich mit 0,2 Prozentpunkten vor Clinton, nachdem die 68-Jährige lange geführt hatte. In IOWA und NORTH CAROLINA ist die Situation ähnlich ausgeglichen. In OHIO führt Clinton mit im Schnitt drei Punkten, in NEVADA sind es zwei.

    Bei fast allen Wahlen der vergangenen Jahrzehnte waren auch Staaten besonders umkämpft, die es 2016 bislang nicht sind. Hier führt Clinton jeweils vor Trump: COLORADO (zwischen 10 und 14 Punkten vorne), MICHIGAN (5-7), PENNSYLVANIA (5-8), VIRGINIA (1-12) und Wisconsin (3-8).


    Grafik: J. Reschke
  • Der US-Bundesstaat New York nimmt Ermittlungen gegen die Stiftung von Donald Trump auf. Es bestehe der Verdacht, dass die «Donald J. Trump Foundation» gegen Gesetze zur Regulierung von Wohltätigkeitsorganisationen verstoßen habe, erklärt der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN.

    Zuletzt war die Stiftung des Immobilienmilliardärs in die Kritik geraten, weil sie im Jahr 2013 25.000 US-Dollar (rund 22 300 Euro) für den Wahlkampf der Generalstaatsanwältin von Florida, Pam Bondi, gespendet hatte. Zu der Zeit hatte Bondi zu entscheiden, ob sich Florida an Ermittlungen anderer Bundesstaaten wegen Betrugs gegen die Trump-Universität anschließt. Sie entschied sich letztlich dagegen. Alle 16 demokratischen Mitglieder des Rechtsausschusses im US-Repräsentantenhaus fordern nun in einem Brief die Justizministerin Loretta Lynch auf, in dem Fall Ermittlungen wegen Bestechung aufzunehmen.


    Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
  • Nach einem Hackerangriff auf die demokratischen Partei sind weitere interne Dokumente veröffentlicht worden. Dazu gehörte nach Medienberichten offenbar die Handynummer von Tim Kaine, Vizepräsidentschaftskandidat von Hillary Clinton. Es handelt sich demnach um Kontaktlisten, die zuletzt im Jahr 2010 bearbeitet wurden und deren Echtheit zunächst nicht bestätigt wurde. Die Dateien wurden bei einer Cyber-Sicherheitskonferenz in London und später auch von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht.

    Die Demokraten seien Opfer eines Verbrechens durch von Russland geförderte Agenten geworden, die die US-Präsidentenwahl beeinflussen wollten, teilt die Übergangs-Parteichefin Donna Brazile mit. Das begünstige den Kandidaten der Republikaner, Donald Trump.



  • Hillary Clinton weiß einen sportlichen Sympathieträger mehr in ihren Reihen. Bei einer Veranstaltung in San Francisco wurde NBA-Star Stephen Curry darauf angesprochen, wen er im laufenden Präsidentschaftswahlkampf unterstütze. Die Antwort des Topscorers der Golden State Warriors fiel knapp aus: «Hillary». 



  • US-Präsident Barack Obama persönlich hat für die nach wie vor unpässliche Hillary Clinton einen Wahlkampfauftritt in Philadelphia absolviert. Dabei verteidigte er die Erkrankte und griff deren Widersacher Donald Trump wegen dessen Weigerung an, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Wenn es um Fragen der Transparenz gehe, schneide Clinton weitaus besser ab als der Unternehmer, so Obama. Dabei wiederholte er seinen Vorwurf, dass Trump nicht qualifiziert sei für das Präsidentenamt.

  • Bemerkenswert offen hat sich der frühere US-Außenminister Colin Powell in privaten E-Mails über Donald Trump geäußert. Dieser sei eine «nationale Schande und international ein Paria» zitieren Medien aus geleakten E-Mails des früheren Militärs. Eine Beraterin Powells bestätigte dem Sender CNN, dass der Inhalt zutreffend sei. Weiter wolle man sich aber nicht äußern. Auch das Trump glaube, dass ihn innerhalb von vier Jahren 95 Prozent der Schwarzen wählen würden, sei «schizophrene Fantasterei», zitiert der Sender Powell, der einst unter George W. Bush der Regierung angehörte. 

    Hillary Clinton kritisierte Powell in den E-Mails für ihren Umgang mit der E-Mail-Affäre. «Alles was (Clinton) anfasst, macht sie mit ihrer Überheblichkeit kaputt», schrieb Powell. Sie habe es versäumt, die Vorwürfe rechtzeitig aus der Welt zu räumen. Die Demokratin hatte in ihrer Zeit als Außenministerin vorschriftswidrig einen privaten E-Mail-Server für ihre Kommunikation benutzt. Powell nutzte in seiner Amtszeit (2001-2005) einen privaten Account. In den gehackten E-Mails pochte er darauf, dass das etwas anderes gewesen sei. Er habe Clintons Team davor gewarnt, ihn in die Affäre mit hineinzuziehen, heißt es an anderer Stelle. 

  • Eine Sprecherin Trumps bezeichnet die Vorwürfe im Zusammenhang  mit den staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den Kandidaten als «absolut lächerlich». Trumps Team wirft dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman zudem Parteilichkeit vor. Schneiderman ist erklärter Unterstützer Hillary Clintons. Vor drei Jahren verklagte er Trump und die Trump Universität: Studenten seien betrogen worden. Der Fall ist weiter anhängig.

    Die «Washington Post» berichtet zudem, Trump habe offensichtlich nicht annähernd soviel eigenes Geld an gemeinnützige Zwecke gespendet wie behauptet. Außerdem habe er persönliche Ausgaben aus dem Vermögen seiner Stiftung finanziert, darunter ein 1,8 Meter großes Gemälde seiner selbst für 20.000 Dollar.



  • Einmal mehr hat der frühere mexikanische Präsident Vicente Fox öffentlich seinen Unmut über Donald Trump kundgetan. Während eines Auftritts in der  Sendung «El Show de Piolín» in Los Angeles, schlug Fox mit einem Knüppel auf eine an Trump erinnernde Piñata ein. Diese zumeist mit Süßigkeiten gefüllten Figuren aus Pappmaché kommen unter anderem an Feiertagen in Mexiko zum Einsatz. Nachdem der Politiker ein Loch in die Figur geschlagen hatte, fühlte er, womit diese gefüllt sei - und stellte fest: «Leer, total leer. Er hat noch nicht mal ein Gehirn.» 



  • Hillary Clinton hat nach dem Wirbel um ihre Lungenentzündung Informationen zu ihrem Gesundheitszustand veröffentlicht. Clinton erhole sich von der Erkrankung, heißt es in einer Stellungnahme ihre Ärztin Lisa Bardack. Die Medizinerin bescheinigt ihr zudem, fit für das Präsidentschaftsamt zu sein. Bei der Lungenentzündung habe es sich um eine milde, nichtansteckende Form gehandelt, die mit einem Antibiotikum behandelt werde.

    In einer zweiseitigen Erklärung bescheinigte ihre Ärztin Clinton nun, gesund zu sein. Bei mehreren Routineuntersuchungen in diesem Jahr seien ihre Blutwerte stabil gewesen. Clinton hatte zuletzt im Juli 2015 Informationen zu ihrem Gesundheitszustand veröffentlicht. Die Demokratin will heute wieder in den Wahlkampf einsteigen

  • Mit der Veröffentlichung der Informationen setzte die Demokratin Trump unter Zugzwang. Der hatte nach dem Wirbel um Clintons Lungenentzündung rasch «sehr, sehr detaillierte» Angaben zu seiner Gesundheit angekündigt. Ursprünglich wollte er das in der «Dr. Oz Show» bem Sender Fox tun. Dabei überreichte Trump dem Moderator einen Bericht, der auf eine Seite passt. Detaillierte Angaben macht er keine. 

    Es ist vielleicht etwas pikant, dass dieser Bericht von dem selben Doktor Harold Bornstein stammt, der kürzlich fröhlich zu Protokoll gab, Trump binnen fünf Minuten eine ganz hervorragende Gesundheit bescheinigt zu haben. Währenddessen habe vor der Tür eine schwarze Limousine gewartet. Vorab drangen einige Details zur körperlichen Verfasstheit des 70 Jahre alten Präsidentschaftskandidaten durch. Showmaster und TV-Arzt Dr. Mehmet Oz bescheinigt dem Ex-Reality-TV-Star Trump - medikamentös gesenkte - Cholesterinwerte, die so eigentlich nur ein junger Mensch haben könne. Trump ließ wissen, er mache keinen Sport, sei aber beim Golfen so fit, dass er problemlos eine Profi-Tour durchhalten könne.


  • Der Chefredakteur der Webseite «ThinkProgress» fasste seine Erkenntnisse über Trump nach der Sendung so zusammen:


    1. Er ist übergewichtig

    2. Er macht nie Sport

    3. Er küsst seine Tochter «so oft (er) kann»



  • Sind auch die Republikaner Opfer eines Hackerangriffs geworden? Das hat zumindest behauptet Mike McCaul, Abgeordneter der Konservativen im Repräsentantenhaus. In einem Interview des Senders CNN sagte er, russische Hacker hätten es nicht nur auf die Demokraten abgesehen, sondern auch auf den republikanischen Parteivorstand RNC. Dessen Sprecher Sean Spicer dementierte das prompt. Mike McCaul erklärte daraufhin, er habe nicht den Vorstand gemeint, sondern Strategen der Partei. 



  • Acht Wochen vor der Präsidentschaftswahl liegt Donald Trump laut einer von CNN veröffentlichten Umfrage in den wichtigen Swing-Staaten Ohio und Florida vor seiner Kontrahentin Hillary Clinton. Demnach führt Trump in Ohio mit 46 Prozent vor der Demokratin, die auf 41 Prozent kommt. In Florida würden derzeit 47 Prozent Trump ihre Stimme geben und 44 Prozent Clinton. Die sogenannten Swing States, die anders als die meisten Staaten nicht schon auf eine Partei festgelegt sind, sind für den Wahlausgang entscheidend. 



  • Eine Pastorin hat Donald Trump von einer erneuten Attacke gegen seine Rivalin Hillary Clinton abgehalten. Bei einem Besuch einer Gemeinde in der Stadt Flint hielt der Republikaner eine Rede, während der auch auf Clinton zu sprechen kommen wollte, allerdings umgehend von der Pastorin Faith Green Timmons gestoppt wurde. Freundlich machte ihn seine Gastgeberin darauf aufmerksam, dass sie ihn eingeladen habe, damit dieser den Bewohnern von Flint danken, nicht aber eine politische Rede halten solle. «OK. Ist gut. Dann komme ich wieder auf Flint zu sprechen, ok?», reagierte Trump sichtlich überrascht. 

    Timmons hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass die Einladung in die United Methodist Church keine Unterstützung für Trumps Kandidatur bedeute. Die US-Stadt Flint war aufgrund von mit Blei vergiftetem Trinkwasser international in die Schlagzeilen geraten. Anfang des Jahres hatte Präsident Barack Obama deshalb den Notstand ausgerufen. 

  • Trump ist nicht nur für die EU ein Problem, sondern für die ganze Welt. Wenn im Weißen Haus ein Mann sitzt, der damit kokettiert, dass er keine Ahnung hat und Fachwissen als elitären Quatsch bezeichnet, ist ein kritischer Punkt erreicht: Dann sitzt an einer Stelle, an der es ein Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein braucht, ein offenbar verantwortungsloser Mann. Meine Sorge ist, dass er Nachahmer auch in Europa beflügeln könnte. Ich wünsche mir deshalb, dass Hillary Clinton gewinnt.

     Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, im Gespräch mit «Spiegel Online».
  • Nicht nur in einigen Swing States, auch landesweit ist das Rennen im US-Präsidentschaftswahlkampf enger geworden. Laut einer Umfrage von «New York Times» und CBS News kommt Hillary Clinton demnach bei den voraussichtlich zur Wahl gehenden Bürgern auf 46 Prozent, während Trump 44 Prozent der Stimmen erhielte. Betrachte man allein die bereits registrierten Wähler sei der Abstand größer: nämlich 46 zu 41 für Clinton. Die Momentaufnahme ist deshalb interessant, weil die Demokratin in der Vergangenheit bereits schon einen größeren Vorsprung auf ihren Kontrahenten hatte. 

  • Nach Hillary Clinton hat nun auch ihr Gegenkandidat Donald Trump seine Gesundheitsakte geöffnet. Wenig überraschend attestiert sein langjähriger Arzt Harold Bornstein dem 70-Jährigen, in «glänzender körperlicher Verfassung» zu sein. Trump rauche nicht und trinke keinen Alkohol, habe einen leicht erhöhten Blutfettwert und sei mit 107 Kilogramm bei 1,90 Meter Körpergröße ein bisschen zu dick, heißt es in dem Brief, der der «Washington Post» vorliegt.

    Insgesamt sei er aber völlig gesund. Er nehme ein paar Mittelchen gegen erhöhte Cholesterinwerte und vorsichtshalber eine niedrige Dosis Aspirin. Der Brief verschweigt mögliche Gesundheitsprobleme in der Vergangenheit und ist nur ein Ausschnitt aus der Gesundheitsakte.



  • Hillary Clinton ist nach ihrer Lungenentzündung wieder in den Wahlkampf eingestiegen. Es sei ein Geschenk gewesen, mal eine Auszeit zu haben, sagte sie bei einer Rede in Greensboro in North Carolina. «Selbst ich musste mir eingestehen, dass ein bisschen Ruhe wahrscheinlich mal gut tut.» 

    Sie habe die Zeit genutzt, um nachzudenken. «Es hat mir geholfen, mich darauf zu besinnen, worum es bei dieser Kampagne geht.» Clinton nutzte den Auftritt, um über Probleme des US-Gesundheitssystems zu sprechen. 

  • Die demokratische Präsidentschaftskandidatin nutzte den Auftritt, um die Probleme des amerikanischen Gesundheitssystems anzuprangern. Millionen Amerikaner könnten es sich im Gegensatz zu ihr nicht leisten, krankheitsbedingt nicht zur Arbeit zu gehen, sagte sie. Viele hätten zudem noch immer keine Krankenversicherung, weil es zu teuer sei. 



    von dpa-live Desk via dpa bearbeitet von Desk 9/15/2016 10:03:07 PM
  • Donald Trumps parteiinterner Kritiker Paul Ryan hat dem Immobilienmilliardär die Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen empfohlen. «Ich habe meine veröffentlicht, ich denke, er sollte seine auch veröffentlichen», sagte Ryan in Washington. «Ich überlasse es ihm, wann er gedenkt, das zu tun», betonte Ryan, der Vorsitzender des Repräsentantenhauses und derzeit mächtigster Politiker bei den Republikanern in den USA ist. Der Streit um Trumps Steuerunterlagen tobt seit Monaten in den USA. Dort ist es für Präsidentschaftskandidaten eine lange Tradition, ihre Steuerunterlagen zu veröffentlichen. Trump weigert sich jedoch beharrlich, der Tradition zu folgen. 

    Er begründet sein Zögern damit, dass gegenwärtig eine Steuerprüfung der Finanzbehörden laufe. Das Finanzministerium hatte jedoch erklärt, dies sei kein Grund, der gegen eine Veröffentlichung spreche. Experten vermuten dagegen, dass Trump möglicherweise Geschäfte mit russischen Investoren oder Firmenverlagerungen in Billiglohnländer verheimlichen will.  



  • Derweil hat Donald Trump Junior eine einfache Erklärung, warum sein Vater seine Steuererklärung nicht veröffentlichen will. Schließlich sei diese 12.000 Seiten lang, sagte der älteste Sohn des Präsidentschaftskandidaten in einem Interview. Eine Veröffentlichung würde nur dazu führen, dass Finanzprüfer im ganzen Land Fragen stellten, die von der eigentlichen Botschaft seines Vaters ablenkten, fügte er hinzu.

  • Donald Trump will noch nicht sagen, ob er nun glaubt, dass Präsident Barack Obama in den USA geboren wurde. «Ich werde diese Frage zur richtigen Zeit beantworten», sagt er in einem Interview der «Washington Post». «Ich will sie nur nicht jetzt beantworten.» In der Vergangenheit hatte er öfters behauptet, der Präsident sei Muslim und sein Geburtsort liege in Kenia. Das ist eine beliebte Theorie unter Verschwörungstheoretikern. Trumps Beraterin Kellyanne Conway hatte vor kurzem gesagt, der Kandidat glaube nun, dass Obama in den USA geboren sei. Trump erklärte, es sei ihr erlaubt, das zu sagen. Er wolle sich nur gerade anderen Dingen widmen. 



  • Außenpolitik spielt im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle, die Situation im Bürgerkriegsland Syrien ist faktisch kein Thema. Bei einer Pressekonferenz wurde Hillary Clinton nun aber gefragt, wie sie das jüngste Abkommen zwischen den USA und Russland bewerte. «Es liegt an den Russen, ob es funktioniert oder nicht», sagte sie. Es sei nun Sache des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dafür zu sorgen, dass über eine politische Lösung gesprochen werden könne. Die USA und Russland hatten sich am Wochenende auf eine neue Waffenruhe verständigt.


    Sieht den Ball aufseiten der Russen: Hillary Clinton. Foto: Shawn Thew, epa/dpa  
  • Gary Johnson hat es geschafft. Der Kandidat der Libertarians steht bei der Wahl am 8. November in allen Bundesstaaten auf dem Wahlzettel. Die libertäre Partei ist unter den Drittparteien in den USA die größte, sie spielte in der Vergangenheit aber kaum eine Rolle. Weil Hillary Clinton und Donald Trump aber so unbeliebt sind, ist das diesmal anders. In mehreren Umfragen liegt Johnson bei mehr als zehn Prozent. 

  • Noam Chomsky, einer der bedeutendsten US-Intellektuellen der Gegenwart, sieht in einer jahrzehntelangen Missachtung der Arbeiterklasse einen Hauptgrund für das Erstarken Donald Trumps. «Die Trump-Unterstützer sind nicht die Armen. Die meisten sind aus der weißen Arbeiterklasse, in der Periode des Neoliberalismus wurden sie beiseite geworfen. Jetzt sind diese Menschen verbittert und nachtragend», sagt der Philosoph im dpa-Interview in Cambridge. Einen zweiten Grund sieht der 87-Jährige im Erstarken von Populismus und Ultranationalismus: «Es gibt eine unmittelbare Korrelation zwischen der Unterstützung autoritärer Populisten und den Trump-Begeisterten.»

    «Die USA haben sich wegentwickelt von einer Demokratie, hin zu einer Plutokratie mit demokratischen Anhängseln», meint Chomsky. «Drei Viertel der Gesellschaft sind schlicht unterrepräsentiert.» Anders als früher sei es der republikanischen Parteiführung diesmal nicht gelungen, einen gefährlichen Kandidaten als Frontmann zu verhindern. «Trump ist singulär. Es hat so etwas wie ihn in westlichen Industriestaaten noch nie gegeben», sagte Chomsky.


    Der US-Philosoph und Linguist Noam Chomsky. Foto: Martin Bialecki, dpa
  •  Die USA sind eigentlich ein Einparteienstaat mit zwei politischen Fraktionen, Republikanern und Demokraten. Aber: Genau genommen stimmt das so nicht mehr. Wir sind noch immer ein Einparteienstaat, der Partei des Business. Aber es gibt nur noch eine Fraktion, von der es ziemlich egal ist, wie wir sie nennen. Beide Parteien sind nach rechts gedriftet. Hillary Clinton wäre vor ein paar Jahrzehnten bei moderaten Republikanern gut zuhause gewesen.

    Noam Chomsky
  • Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihren Konkurrenten Donald Trump für dessen Aussagen über den Geburtsort von Präsident Barack Obama scharf kritisiert. «Seine Kampagne beruht auf dieser unglaublichen Lüge», sagte Clinton. «Das kann man nicht einfach aus der Geschichte löschen.»

    Der Republikaner hatte in der Vergangenheit öffentlich angezweifelt, dass Obama tatsächlich in den USA geboren wurde. Dann hätte der Demokrat laut Verfassung nicht Präsident werden dürfen. In einem Interview der «Washington Post» wich Trump der Frage nach Obamas Geburtsort aus. «Ich werde diese Frage zur richtigen Zeit beantworten», sagte er.

  • Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich nun doch überzeugt geäußert, dass der Geburtsort von Präsident Barack Obama in den USA liegt. Bei einer Rede in Washington sagte Trump: «Präsident Obama wurde in den Vereinigten Staaten geboren, Punkt.»

    Der 70-Jährige hatte in der Vergangenheit öffentlich angezweifelt, dass Obamas Geburtsort in den USA liegt. Dann hätte der Demokrat laut Verfassung nicht Präsident werden dürfen. Zuletzt wich Trump Fragen zu dem Thema aus.

  • Donald Trump hat erneut mehrdeutige Äußerungen gemacht, die als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton gedeutet werden könnten. «Ich denke, ihre Leibwächter sollten alle Waffen niederlegen, sich sofort entwaffnen», so Trump bei einer Veranstaltung in Miami im Bundesstaat Florida. «Nehmt ihnen die Waffen weg. Sie will ja keine Waffen. Lasst uns sehen, was mit ihr passiert. Nehmt ihnen die Waffen weg, ok? Es wird sehr gefährlich sein», fügt er hinzu. 

    Trump warf der demokratischen Bewerberin in seiner Rede erneut vor, den zweiten Verfassungszusatz abschaffen zu wollen. Dieser garantiert das Recht auf Waffenbesitz. Dabei werde sie selbst in großem Stil von bewaffneten Leibwächtern beschützt. Er meinte damit wohl Agenten des Secret Service. Dieser sorgt auch für Trumps Sicherheit, wie US-Medien berichten. Bereits im August hatte Trump bei einem Auftritt in Wilmington (North Carolina) mit ähnlichen Bemerkungen zu Clinton für heftige Kritiken gesorgt.


    Sorgt erneut mit Äußerungen zu Waffen für Empörung: Donald Trump (m.). Foto: Shawn Thew, epa/dpa
  • Donald Trump hat ein neues Angriffsziel: Robert Gates, einen gemäßigten Republikaner, der in der demokratischen Obama-Regierung viereinhalb Jahre lang als Verteidigungsminister diente. Er habe Gates zwar nie persönlich kennengelernt, sagte Trump in Colorado Springs (Colorado). Aber dieser Mann sei einfach «fies». Bereits zuvor hatte er den Ex-Pentagonchef auf Twitter als «bekloppt» bezeichnet. Grund für die Attacken ist ein Meinungsartikel im «Wall Street Journal», in dem Gates die sicherheitspolitische Qualifikation sowohl von Trump als auch von Clinton bezweifelt hatte. Besonders scharf war jedoch sein Urteil über Trump, der von Tuten und Blasen keine Ahnung habe: «Er ist irreparabel.»



  • US-Präsident Barack Obama hat die Afroamerikaner im Land beschworen, am 8. November wählen zu gehen. «Wenn euch unser Vermächtnis am Herzen liegt, dann denkt daran, dass alles, für das wir stehen, auf dem Spiel steht», sagte Obama vor einer Schwarzenorganisation in Washington. «Mein Name mag zwar nicht auf dem Wahlzettel stehen, aber unser Fortschritt steht dort.» Obama äußerte sich auch spöttisch über eine Trump-Bemerkung, nach der es keine schlechtere Zeiten für schwarze Amerikaner gegeben habe als jetzt: Trump habe wohl den ganzen Geschichtsunterricht über Sklaverei verpasst.   



  • Der Schauspieler Richard Dreyfuss (68) kann sich nicht vorstellen, bei der Präsidentschaftswahl im November Donald Trump seine Stimme zu geben. Auf die per Twitter gestellte Frage, ob er den Republikaner wählen würde, fiel Dreyfus' Antwort eindeutig aus: «Natürlich nicht».

    Dreyfuss feierte seinen größten Erfolg 1977, als er für seine Hauptrolle in der Komödie «Der Untermieter» einen Oscar und einen Golden Globe Award gewann.



  • Bei der ersten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten am 26. September in New York stehen nur die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump auf der Bühne. Die beiden führenden Bewerber dritter Parteien, Gary Johnson von der Libertären Partei und die Grüne Jill Stein, brachten es nicht auf durchschnittliche 15 Prozent Unterstützung in fünf US-weiten Umfragen, die Voraussetzung für eine Teilnahme am Fernsehduell sind. Für Johnson sprachen sich 8,4 Prozent und für  Stein 3,2 Prozent aus, wie die für die Debatten-Organisation zuständige Kommission mitteilte.



  •  Das Verhalten Donald Trumps in der politischen Debatte erinnert die  Verhaltensforscherin Jane Goodall an Dominanzrituale von Schimpansen. Um ihre Rivalen zu beeindrucken und in der Hierarchie aufzusteigen, würden männliche Schimpansen beeindruckende Vorstellungen abliefern, sagte Goodall dem Magazin «The Atlantic». Dazu gehörten Aufstampfen, auf den Boden schlagen, Äste hinter sich herschleifen und Steine zu werfen. Umso energischer und ideenreicher die Darstellung sei, desto schneller könne das Männchen aufsteigen und in der erreichten Position verbleiben.



  • Anlässlich der bevorstehenden Europapremiere seines Films «Snowden» über den Whistleblower Edward Snowden übt US-Regisseur Oliver Stone Kritik an den Zuständen in seiner Heimat. So seien die USA seiner Ansicht nach kein freies Land. «Wie kann es frei sein, wenn alle Bürger belauscht werden? Wie kann es frei sein, wenn man sich fühlt, als lebe man in einem 1984-George-Orwell-Staat?»

    Seitdem Snowden die Überwachungspraktiken der National Security Agency (NSA) öffentlich gemacht habe, habe sich nichts geändert, «außer, dass große Firmen inzwischen ihre E-Mails verschlüsseln», sagt Stone. Und weder unter Hillary Clinton noch unter Donald Trump werde das anders sein. «Keiner von beiden hat bislang die Tyrannei des Überwachungsstaates angesprochen. Und keiner von beiden hat vor, daran etwas zu ändern.»


    Die USA sind kein freies Land, sagt Regisseur Oliver Stone. Foto: Warren Toda, epa/dpa
  • Trotz völlig unklarer Hintergründe nutzt Donald Trump den Bombenanschlag in New York für eine Tirade gegen Flüchtlinge. Seit Monaten spielt der Republikaner auf einer Klaviatur der Angst. Das Land sei im Innersten bedroht, weil die Regierung Obama und seine Konkurrentin Hillary Clinton Hunderttausende Fremde ins Land lassen wollten, behauptet Trump.

    Das ist zwar sachlich falsch. Aber die Bomben in New York und New Jersey sind Trump der erwartete Treibsatz: Er habe es ja gesagt, meinte Trump mit düsterer Stimme im Sender Fox, sicher erlebe Amerika in den kommenden Wochen noch mehr davon. Clinton, die erstmal wissen wollte, was eigentlich passiert ist, findet da in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht mehr statt. 



  • Hillary Clinton sieht die USA im Kampf gegen Terrorismus im eigenen Land gut gerüstet. «Die Bedrohung ist echt, ebenso wie unsere Entschlossenheit», so Clinton vor Medien in White Plains nahe New York. Die Amerikaner würden sich nicht wegducken. Die Sicherheitsbehörden seien auf Herausforderungen wie diese vorbereitet. Nach einer Bombenexplosion in New York und dem Fund mehrerer selbst gebastelter Sprengsätze in New Jersey am Wochenende erklärt Clinton: «Lasst uns wachsam sein, aber nicht furchtsam.» Sie sei die einzige Kandidatin im Rennen, die Erfahrung damit habe, Terroristen niederzuringen. 

    Auf die afghanische Herkunft eines Hauptverdächtigen angesprochen, meint Clinton, in den USA lebten Millionen friedlicher eingebürgerter Einwanderer und Millionen friedliebender Muslime. Trump, dem sie Demagogie vorwirft, suche einen Krieg mit dem Islam. Seine Rhetorik spiele den Feinden der USA in die Hände; Terroristen nutzten seine Reden zur Rekrutierung. 


    Sieht die USA gegen terroristische Bedrohungen gut gerüstet: Hillary Clinton. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
  • Der Bombenanschlag von New York nimmt unterdessen großen Raum ein im Wahlkampf des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. In einer Rede in Fort Myers (Florida) machte sich Trump erneut für schärfere Sicherheitsüberprüfungen stark. «Wir sollten sicherstellen, dass wir nur noch Leute ins Land lassen, die unser Land lieben», sagte er. «Es kann keine Sicherheitsüberprüfungen geben, ohne dass man sich die Ideologie anschaut.» Er ließ offen, wie genau das nach seiner Vorstellung ablaufen sollte. 


    Donald Trump in Fort Myers. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa
  • Donald Trump Junior, Sohn des republikanischen Präsidentschaftskandidaten, sorgt mit einem Tweet für eine heftige Kontroverse in den USA. Trump Junior vergleicht dabei syrische Flüchtlinge mit Kaudragees und hat dazu eine Grafik mit folgendem Text veröffentlicht: «Wenn ich Ihnen eine Schale mit Kaudragees anbieten und sagen würde, nur drei davon wären tödlich - würden Sie eine Handvoll davon nehmen? Das ist unser Problem mit syrischen Flüchtlingen.» Darunter schreibt der Politiker-Sohn, dass endlich Schluss sein müsse mit einer «politisch korrekten Agenda», bei der es nicht zuallererst um Amerika gehe. Die Grafik weist das offizielle Wahlkampf-Logo seines Vaters auf, dass dieser und sein Vize Mike Pence nutzen.

  • Entsprechend heftig fallen einige der Reaktionen auf Trump Juniors Posting aus. Als «ekelhaft» bezeichnet etwa Clintons Sprecher Nick Merrill den Tweet. Der frühere Redenschreiber Obamas, Jon Favreau erinnert Trump Junior daran, dass dieser mit seinen Verlautbarungen auch jenen verletzten Jungen aus Aleppo mit vergifteten Kaudragees vergleicht, der jüngst zum Symbol für die zahlreichen jungen Opfer des Krieges in Syrien wurde. 





  • Auch der Skittles-Hersteller Mars distanziert sich von dem Tweet des  älteste Sohns des Präsidentschaftskandidaten und stellt klar: «Skittles sind Bonbons; Flüchtlinge sind Menschen.» Der gezogene Vergleich sei daher unangemessen, schreibt der Konzern weiter.  



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