US-Präsidentschaftswahl 2016

US-Präsidentschaftswahl 2016

Bereits mit Öffnung der ersten Wahllokale, am Dienstag, 8. November, berichtet dpa-live in Echtzeit. Bis zur endgültigen Entscheidung gibt es rund um die Uhr aktuelle News & Infos, Hintergründe, Videos, Grafiken sowie die Highlights aus den sozialen Medien.

  • US-Medien zufolge will der frühere republikanische Präsident George H. W. Bush nicht für Donald Trump, sondern stattdessen für Hillary Clinton stimmen. Grundlage der Berichte ist ein Artikel der Politik-Webseite Politico, die sich auf einen Facebook-Eintrag  von Kathleen Hartington Kennedy Townsend - Tochter von Robert F. Kennedy - stützt. Diese habe ein Foto von sich gepostet, auf dem sie und Bush händeschüttelnd zu sehen sind. Darunter schreibt sie: «Der Präsident hat mir gesagt, dass er Hillary wählt!!» Bei einem Telefongespräch mit Politico bestätigte sie den Eintrag: «Das hat er gesagt.» Gegenüber dem Sender CNN wollte ein Sprecher Bushs die Aussage weder bestätigen noch dementieren. 



  • Hillary Clinton (68) hat sich mit dem Moderator Jimmy Fallon über ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump lustig gemacht. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin war in Fallons «Tonight Show» zu Gast - wenige Tage nach einem umstrittenen Auftritt Trumps in der Sendung.  Fallon sagte, Trump habe nach seinem Besuch einige Sachen in der Umkleide vergessen. Der 42-Jährige zog daraufhin einen Bilderrahmen aus einer Papiertüte und erklärte: «Ein gerahmtes Foto seiner Frau.» Das Foto zeigte jedoch den russischen Präsidenten Wladimir Putin

    «Das ist die berühmteste Bromance, die es gerade gibt», sagte Clinton daraufhin. Das Wort ist ein Zusammenschnitt aus den Worten Brother (Bruder) und Romance (Romanze). Trump hat Putin mehrmals gelobt. Fallon wehrte sich unterdessen gegen den Vorwurf, bei Trumps Auftritt in seiner Show zu locker mit dem Unternehmer umgegangen zu sein. «Schauen Sie meine Show? Ich gehe mit niemandem besonders hart um», sagte Fallon einem Reporter des Promiportals «TMZ.com». Fallon hatte Trump während der Show unter lautem Gelächter des Publikums durch die Haare gewuschelt. 

  • Mit der Unterstützung mehrerer altgedienter Berater bereitet sich Hillary Clinton auf die erste gemeinsame Fernsehdebatte mit Donald Trump am 26. September vor. Darunter sind laut CNN der frühere Obama-Berater Ronald Klain sowie die Anwältin Karen Dunn. Clinton habe formal zwar kein «Debatten-Camp» eingerichtet, beabsichtige aber, sich in der Abgeschiedenheit ihres Hauses in Chappaqua, nahe New York, in den Tagen vor der Fernsehsendung auf den Termin vorzubereiten, berichtet CNN. Unterstützung erhält die Kandidatin auch von Tony Schwartz, dem Co-Autor von Trumps Bestseller «Art of the Deal».



  • Der tschechische Präsident Milos Zeman erklärt seine Unterstützung für den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner, Trump:«Wenn ich ein amerikanischer Bürger wäre, dann würde ich Donald Trump wählen», sagt der 71-Jährige der Onlineausgabe der Zeitung «MF Dnes».

    Kritiker, die Trump mangelnde Erfahrung vorwerfen, verwies Zeman auf Ronald Reagan, der von 1981 bis 1989 im Weißen Haus amtierte. «Als Reagan kandidierte, wurde gewitzelt, dass er ein dummer Schauspieler sei, von dem nicht viel zu erwarten sei - und er wurde zu einem der größten US-Präsidenten», sagte der Politiker. Kein gutes Haar lässt Zeman am Amtsinhaber Barack Obama: Dieser hinterlasse zahlreiche «unverheilte Wunden» und habe Instabilität im Nahen Osten geschaffen. Als Präsident hat Zeman fast nur repräsentative Aufgaben.


    Der tschechische Präsident Milos Zeman würde Trump wählen, wenn er Republikaner wäre. Foto: Damir Sagolj, reuters/dpa/Archiv
  • Mit einem Seitenhieb gegen den Republikaner Donald Trump warnt US-Präsident Barack Obama bei den Vereinten Nationen vor dem Bau von Mauern und der Abschottung einzelner Staaten. «Eine von Mauern umringte Nation würde sich heute nur selbst einschließen», sagte Obama in seiner letzten Rede bei der UN-Generaldebatte im New York. «Wir alle stehen vor einer Entscheidung: Wir können mit einem besseren Modell der Zusammenarbeit und Integration vorwärts drängen oder uns in eine scharf geteilte Welt zurückziehen.» Die Grenzen von Staaten, Herkunft, Stämmen und Religion dürften nicht Trennlinien internationaler Politik sein.

  • Anders als von Donald Trump behauptet, sind die Zahlen illegaler Einwanderer in den USA völlig stabil. Das Pew-Institut wertete Zahlen der US-Regierung aus. Insgesamt wird die Zahl so genannter unautorisierter Einwanderer auf 11,1 Millionen geschätzt. Von ihnen stellten Mexikaner mit 5,8 Millionen im Jahr 2014 die bei weitem größte Gruppe, aber ihre Zahl nahm von 2009 bis 2014 um eine halbe Million ab.

    Dass die Zahl insgesamt etwa auf gleicher Höhe bleibt, liegt an einer Zunahme illegaler Einwanderer aus Asien und Zentralamerika. Laut Pew kamen von dort zwischen 2009 und 2014 insgesamt 325.000 mehr Menschen. In der Summe sind es 5,3 Millionen. 2014 lebten zwei Drittel oder 66 Prozent der illegalen Einwanderer seit zehn Jahren oder länger in den USA. 2005 waren es erst 41 Prozent, diese Gruppe wird also deutlich sesshafter. Die Top Fünf der Herkunftsländer illegaler US-Einwanderer sind laut Pew Mexiko, El Salvador, Guatemala, Indien und Honduras.



  • Donald Trump hat langfristige Auswirkungen auf die politische Gemengelage Amerikas. Wie ein richtiger Taifun hat er auf Stimmenfang die tiefsten Ängste der Amerikaner aufgewühlt, er hat die elendsten Themen benutzt, die die Beschränkungen der amerikanischen Gesellschaft verraten, vor allem jener, die ungebildet und vom Internet abhängig ist. Damit hat er das klassische System der amerikanischen Politik für lange Zeit in die Luft gesprengt. Unabhängig davon, ob er die Wahl für das Weiße Haus gewinnt, ist es dem formellen Kandidaten der Republikaner gelungen, den unauffälligen und hässlichen Teil Amerikas an die Oberfläche zu bringen.

    Die konservative rumänische Tageszeitung «​Evenimentul Zilei» über den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.
  • Kein Vergleich scheint Donald Trump absurd genug, um daraus nicht irgendwie für den Wahlkampf Profit schlagen zu wollen. In einem Tweet behauptet der Republikaner nun, dass Hillary Clinton ihn nachahme, indem sie Kundgebungen oder Pressekonferenzen vor einem Flugzeug abhalte. Eine Praxis, die allerdings - wie der Sender CNN bemerkt - nicht von Trump erfunden wurde, sondern bereits seit Jahrzehnten Usus bei wahlkämpfenden Politikern ist, die aufgrund ihres engen Terminplans im Anschluss an eine Rede gleich weiterfliegen müssen.



  • Absurd, skurril und doch populär - die US-Präsidentenwahl fördert die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien zutage. Vor allem Hillary Clinton ist Gegenstand abenteuerlicher Spekulationen. Zum Beispiel: Clintons Doppelgängerin!

    Nach ihrem Schwächeanfall während einer Veranstaltung zum 11. September trat Clinton nur zwei Stunden später wieder in die Öffentlichkeit. Für Verschwörungstheoretiker war klar: Das ist jemand anders! So genannte Beweise wurden in sozialen Medien gesammelt. Ob Nase oder Finger - es seien klare Unterschiede zu sehen. Weitere Spekulationen: Die Doppelgängerin soll Schauspielerin Teresa Lilly Barnwell sein, eine Clinton-Imitatorin.



  • Ein weiteres Beispiel: Trump und die Illuminati. Die Illuminati, eine Geheimgesellschaft, die im Jahr 1785 verboten wurde, besteht nach Meinung einiger Verschwörer weiter fort. Trump soll nun angeblich gezielt von dem Orden eingesetzt worden sein, um als nächster Präsident ihren Befehlen zu gehorchen. Befolgt er sie nicht, könnte er von den Illuminati umgebracht werden. Dies sei ja schon bei Präsident John F. Kennedy der Fall gewesen. In Videos werden Beweise gezeigt, etwa Trumps Hände, die er zu einer Pyramide formt - eines der wichtigsten Symbole des Ordens.


    Marionette der Illuminati (r) oder doch eher Teufelsanbeter? Screenshot: Youtube/dpa
  • Die erste TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump am 26. September könnte eine Rekordzahl an Zuschauern vor die Fernsehgeräte locken, vermuten Experten. Sogar die Schallmauer von 100 Millionen könnte dabei durchbrochen werden. So viele Menschen schalten normalerweise nur beim legendären Super Bowl, dem Finale der American-Football-Liga NFL, ein. Doch dieser Wahlkampf ist anders als alle vorherigen. «Zuschauer spüren das Potenzial fürs Drama und das Unberechenbare», sagt Medienprofessor Jeff McCall.

    Den bisherigen Einschalt-Rekord hält die TV-Debatte 1980 zwischen Jimmy Carter und Herausforderer Ronald Reagan: 80 Millionen Menschen schalteten damals ein. Bei Barack Obama und Mitt Romney vor vier Jahren waren es im Durchschnitt der ersten beiden Aufeinandertreffen 66,4 Millionen.

  • Donald Trump hat sich wegen seiner Haltung zum Klimawandel einen offenen Protestbrief von 375 Wissenschaftlern eingefangen, darunter Stephen Hawking und 30 Nobelpreisträger. «Es ist zutiefst beunruhigend, dass der republikanische Nominierte für das Amt des US-Präsidenten für einen Rückzug der USA vom Pariser Klimaabkommen eintritt», heißt es in dem Schreiben, das im Internet veröffentlicht wurde.

    Ein Abschied von Paris würde das klare Zeichen an die Welt senden, dass sich die USA nicht um die globalen Probleme des von Menschen verursachten Klimawandels kümmerten, heißt es weiter. «Die Konsequenzen eines Rückzugs wären schwerwiegend und lang anhaltend - für das Klima des Planeten wie für die internationale Glaubwürdigkeit der USA.» CNN berichtete, man habe Trumps Team nach einer Reaktion auf den Brief gefragt, aber keine erhalten.

  • Jeweils ein Drittel der Unterstützer von Hillary Clinton und Donald Trump wählt ihren Kandidaten nur, weil sie den anderen Bewerber rundweg ablehnen. Nach einer Erhebung des Pew-Instituts sagen 33 Prozent der Trump-Anhänger: Ich wähle ihn nur, weil er nicht Clinton ist. Andersherum sind es 32 Prozent. Für ein Drittel der Clinton-Unterstützer ist die politische Erfahrung der Ex-Außenministerin Hauptgrund ihrer Wahlentscheidung. Für Trump wollen demnach 27 Prozent stimmen, weil er ein politischer Außenseiter ist. Nur einem guten Viertel geht es um seine politischen Positionen.

    Das unabhängige Institut schreibt, diese Ergebnisse seien Resultat eines sehr negativen Wahlkampfs. Die Mehrheit der Anhänger beider Kandidaten sei weiterhin überhaupt nicht glücklich mit Clinton und Trump. Bei Clinton würden ihre Ehrlichkeit und ihre Geschäftsbeziehungen am kritischsten hinterfragt, bei Trump Charakter und Persönlichkeit. Sehr wenig ausgeprägt ist weiterhin auch die Begeisterung vor der Wahl (8. November). Nur elf Prozent aller Befragten wären von einem Präsidenten Donald Trump begeistert, und nur 12 Prozent fänden Hillary Clinton als neues Staatsoberhaupt so richtig gut.

  • Der Stand der Umfragen

    Landesweit führt Clinton weiter, aber ihr Vorsprung ist deutlich kleiner geworden. Eine Erhebung des «Economist» und des Instituts Yougov sieht sie mit einem bis zwei Punkten vorne, der Sender NBC dagegen mit 5 Punkten. Steter Ausreißer in den landesweiten Erhebungen ist die «LA Times», hier führt Trump aktuell mit 4 Punkten.



  • Die Webseite RealClearPolitics addiert die Ergebnisse der aktuellen Umfragen auf eine Summe von derzeit 200 Wahlmännern für Clinton und 164 für Trump, 174 seien noch nicht zuzuordnen. Die Mehrheit ist bei 270 erreicht.

    Die sogenannten Swing States, die anders als die meisten Staaten nicht schon auf eine Partei festgelegt sind, sind für den Wahlausgang entscheidend. In FLORIDA ist das Rennen derzeit extrem eng, aber eine neue Monmouth-Umfrage sieht Clinton wieder mit 5 Punkten vorne. In IOWA und NORTH CAROLINA ist die Situation ausgeglichen. OHIO neigt derzeit eher Trump zu, NEVADA ebenso.

    Bei fast allen Wahlen der vergangenen Jahrzehnte waren auch Staaten besonders umkämpft, die es 2016 lange nicht waren. Hier führt Clinton jeweils noch vor Trump, aber der Vorsprung wird zum Teil knapper: COLORADO (zwischen 1,5 und 14 Punkten vorne), MICHIGAN (5-7), PENNSYLVANIA (5-8), VIRGINIA (1-12) und Wisconsin (3-8).


    Grafik: C. Goldammer
  • Es könnte das wichtigste Duell in der Geschichte der USA werden: die TV-Debatte zwischen Clinton und Trump am kommenden Montag. Die Vorbereitungen für den Abend in der Hofstra Universität auf Long Island laufen seit Wochen auf Hochtouren. Beide Lager schickten Teams von Anwälten los, um die Details auszuhandeln. Licht, Bühne, Raumtemperatur - alles wurde penibel genau abgestimmt. 

    «Es geht um viel», sagt der Debattenforscher Aaron Kall von der Universität Michigan. «Beide Kandidaten sind so verschieden. Sie haben radikal unterschiedliche Ansichten.» Das Clinton-Lager bereitet sich intensiv vor. Etliche Stunden habe die Demokratin schon in Probedebatten geübt, schreibt die «New York Times». Ihr Team engagierte demnach Trumps Ghostwriter Tony Schwartz, um Einblick in die Angriffspunkte des 70-Jährigen zu bekommen. Entscheidend sei, ob Clinton es schaffe, mit dem Auftritt ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen, sagt Debattenforscher Kall. 


    Im Rampenlicht. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
  • Laut einer Umfrage von CNN gehen 53 Prozent davon aus, dass die Demokratin die Debatte gewinnen wird. Ein Vorteil sei das nicht für Clinton, meint Kall. «Als Kandidat will man diese Bürde nicht haben, man will lieber der Unterlegene sein.» 



  • Moderiert wird die erste und bei weitem wichtigste TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump von Lester Holt. Er ist ein journalistischer Vollprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung sowohl als Moderator als auch als Reporter von vielen Krisen- und Kriegsschauplätzen der Welt. Holt ist Afro-Amerikaner. Er ist einer jener amerikanischen Nachrichten-Moderatoren, die eine stählerne Unbeirrbarkeit in der Berichterstattung vereinen mit lässigem Charme und tiefer Detailkenntnis. Ein Spitzname aus früherer Zeit: «Eiserner Hosenboden» - es heißt, er könne Stunde um Stunde durchmoderieren.

    Holt (57) ist Moderator und Gesicht von NBC Nightly News. Er arbeitete in seinem Geburtsstaat Kalifornien, in New York und Chicago. Holt berichtete unter anderem aus El Salvador, Nordirland, dem Libanon und Somalia sowie über die Kriege im Irak und in Afghanistan. Auch in den USA war er zu vielen Katastropheneinsätzen unterwegs. Er ist seit 2003 in New York als Mitglied der republikanischen Partei registriert, dennoch warf Trump ihm vor, er sei ein Demokrat. Der Moderator sagt, er habe grundsätzlich vor nichts Angst - außer vor Schlangen.  


    Erfahrener Vollprofi mit Charme und Detailkenntnis: Lester Holt. Foto: Nancy Kaszerman, ZUMA/dpa
  • Wenige Tage vor der Fernsehdebatte mit den beiden Präsidentschaftskandidaten werden Einzelheiten über Ablauf und Themen bekannt. So werde die 90 Minuten dauernde Sendung in sechs Abschnitte à 15 Minuten unterteilt, berichtet CNN unter Berufung auf die Organisatoren. Jeder dieser Zeitblöcke werde von Moderator Lester Holt mit einer Frage eröffnet, auf die Clinton und Trump dann jeweils zwei Minuten Zeit zum Antworten hätten. Anschließend könnten sie die Zeit nutzen, um auf die Argumente des anderen einzugehen, heißt es weiter. 

    Als zu diskutierende Themen nennt Moderator Holt die Schlagworte: «Amerikas Richtung», «Wohlstand erlangen» und «Amerika schützen». Drei Bereiche also, die daraufhin deuten, dass der Fokus des Abends auf Wirtschaft und Sicherheit liegen wird.  



  • Bereits heute beginnt in mehreren US-Bundesstaaten wie Minnesota, South Dakota oder Vermont das so genannte Early Voting. 37 Bundesstaaten und die Hauptstadt werden in den kommenden Wochen die frühe persönliche Stimmabgabe für den nächsten US-Präsidenten oder Briefwahl erlauben.

    Eigentlicher Wahltermin in den USA ist der 8. November. 2012 gab ein gutes Drittel aller Wähler in den USA seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin ab. 2016 könnten es noch mehr werden. In einem kleinen Bezirk Wisconsins läuft das Early Voting bereits. Auch wichtige Schlüsselstaaten wie Ohio und Florida erlauben frühes Wählen, das kann sich auf den Wahlausgang auswirken: Die Parteien können ihre Ressourcen an internen Umfragen ausrichten. 

  • Bürgerrechtler beklagen im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen, dass 17 Staaten neue Regeln erlassen hätten, die es vor allem Minderheiten besonders schwer machten. So würden Bezirke verwirrend neu geschnitten oder Wahllokale verlegt. Der Bürgerrechtler Wade Henderson sagt der dpa: «Der Akt des Wählens, das ist die Sprache der Demokratie. Wenn Du nicht wählst, zählst Du nicht.» 

    Theoretisch sind rund 200 Millionen Menschen in den USA wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung in den USA ist aber meist sehr niedrig. Das liegt auch daran, dass viele Hürden überwunden werden müssen, bevor man sich überhaupt als Wähler registrieren lassen kann. In 27 Staaten gibt es keine Briefwahl. 

  • Hillary Clinton hat sich der berüchtigten US-Talkshow-Parodie «Between Two Ferns» gestellt. Comedian Zach Galifianakis (46, «Hangover»), der für seine bizarren Fragen bekannt ist, schonte die 68-Jährige nicht. «Was passiert, wenn Sie schwanger werden?», wollte er von ihr wissen. «Ich könnte Ihnen ein paar Broschüren zukommen lassen, die Ihnen helfen, zu verstehen...», konterte die Kandidatin in der Show, deren Name übersetzt «Zwischen zwei Farnen» bedeutet, weil Moderator und Gäste zwischen billig anmutenden Topfpflanzen sitzen.

    Sie wolle auch dann in den USA bleiben, sollte ihr Widersacher Donald Trump ins Weiße Haus einziehen, sagte Clinton: «Ich werde versuchen zu verhindern, dass er die USA zerstört.» Besonders wohl fühlte sich Clinton erkennbar nicht - an einer Stelle sagte sie auch «Ich bereue wirklich, dass ich das mitmache». In einer als «Werbeunterbrechung» angekündigten Video-Einspielung spielte der Gastgeber dann auch noch einen Wahlwerbespot ihres Kontrahenten ein, was die Politikerin erkennbar ärgerte.

  • Auch Hollywood schaltet sich in den US-Wahlkampf ein: Filmemacher und Drehbuchautor Joss Whedon hat diverse Hollywoodstars vor die Kamera geholt um ein Zeichen gegen Donald Trump zu setzen. Berühmtheiten wie Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Mark Ruffalo und  Julianne Moore bitten die Wähler auch bei Unentschlossenheit sich gegen  «einen rassistischen Feigling» zu entscheiden, den  «orangefarbenen Muppet Hitler» zu stoppen und ihr Kreuz bei der Alternative zu setzen – auch wenn dies nur wie das kleinere Übel scheint. Dem Wähler wird dies noch mit einer kleinen Überraschung am Ende des Clips schmackhaft gemacht.

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  • Auf humorige Art und Weise hat sich der Dalai Lama zum US-Wahlkampf geäußert. In einem CNN-Interview wurde das religiöse Oberhaupt der Tibeter gefragt, was er von dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump halte. Er habe ihn nie getroffen und eigentlich keine Meinung - um Trump kurz darauf auf dezente und witzige Weise zu  karikieren.

  • Ob beim Thema Wirtschaft, Einwanderung, Innere Sicherheit oder  Gesellschaft: Im US-Wahlkampf beziehen Hillary Clinton und Donald Trump oft gegensätzliche, teils orthodoxe, teils sehr provokante Positionen.  Die BBC hat die jeweiligen Standpunkte der Kandidaten zu bestimmten Themen  mit derer   verschiedener Staats- und Regierungschefs, wie Angela Merkel und Francois Hollande, verglichen. Beim Thema Flüchtlinge liegen – wenig  überraschend – Merkel und Trump weit auseinander. Im Bereich Außenpolitik sind die Positionen von Chinas Staatschef Xi Jinping und Hillary Clinton wiederum näher beieinander, als vielleicht vermutet.


  • Eine Wahlkampfleiterin der Republikaner im US-Bundesstaat Ohio hat ist nach  einer rassistischen Äußerung   zurückgetreten. Kathy Miller sagte einem Journalisten des britische Guardian vor laufender Kamera , dass es Rassismus in den USA erst seit der Amtszeit von Barack Obama gäbe. Zudem wären Afroamerikaner an ihrem gesellschaftlichen Misserfolg selber Schuld. Sie hätten 50 Jahre Zeit gehabt, etwas aus sich und ihrem Leben zu machen.

    Als «Swing State» liegt auf Ohio besonderer Augenmerk. Kein Republikaner ist je US-Präsident geworden, ohne Ohio zu gewinnen.

  • US-Präsident Obama hat Donald Trump eine Lektion in Geschichte erteilt. Trump hatte vor kurzem gesagt, Afroamerikanern gehe es in den USA heute so schlecht wie nie zuvor. Obama entgegnete: «Ich glaube, sogar die meisten Achtjährigen würden sagen, dass die Sklaverei für schwarze Menschen nicht sehr gut war.» Er empfahl dem Republikaner einen Besuch im neuen Museum für afroamerikanische Geschichte und Kultur in Washington. «Unsere Geschichte sollte uns dazu antreiben, in der Zukunft mehr Fortschritte zu machen», sagte Obama in dem Interview des Senders ABC.

  • Trump-Gegner haben vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine «Mauer des Hasses» aus Pappkartons eingerissen. Auf der zweieinhalb Meter hohen Wand war das Konterfei des schreienden Trump zu sehen und der Spruch «United to stop Trump» («Vereint, um Trump zu stoppen»). Hinter der Aktion stand die US-Bürgerbewegung Avaaz. Sie will die etwa 100 000 in Deutschland lebenden Amerikaner ermutigen, bei der Präsidentenwahl im November gegen Trump zu stimmen.

    Für den Einsturz der Pappmauer wählte Avaaz einen historischen Ort: Unweit dieser Stelle rief US-Präsident Ronald Reagan 1987 den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow auf: «Tear down this wall!» («Reißen Sie diese Mauer nieder!»). Die Berliner Mauer (1961-1989) führte auch am Brandenburger Tor vorbei.

    (Symbolisch wird eine "Mauer des Hasses" eingerissen. Foto: Wolfgang Kumm, dpa)
  • Ted Cruz, erzkonservativer US-Senator aus Texas, hat seine innerparteiliche Opposition gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump aufgegeben. Er werde bei der Wahl am 8. November für Trump stimmen, schrieb Cruz in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite. Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton sei «in keinster Weise akzeptabel» begründete Cruz seinen Schritt. 

    Noch auf dem Republikaner-Parteitag im Juni hatte Cruz für Aufsehen gesorgt, als er seinem Konkurrenten Trump die Gefolgschaft verweigerte. 

  • US-Rocklegende Bruce Springsteen («Born in the U.S.A.») hat Donald Trump als «Idioten» beschimpft. In einem Interview des «Rolling Stone» sagte Springsteen, sein Land sei «praktisch unter Belagerung durch einen Idioten». Die Situation sei «tragisch, eine Tragödie für unsere Demokratie». 

    Trumps Ideologien, darunter der Nationalismus für ein weißes Amerika, und die von ihm propagierte alternative konservative Bewegung seien «äußerst gefährlich», meint der Rocksänger. Trumps Rezept? Er biete «einfache Lösungen für überaus komplizierte Probleme, irreführende Antworten auf schwierige Fragen», sagt Springsteen. Für ihn selbst komme nur Hillary Clinton in Frage. «Ich glaube, sie würde eine sehr, sehr gute Präsidentin sein.»



  • Knapp sechs Wochen vor der US-Wahl hat sich die «New York Times» offiziell hinter Hillary Clinton gestellt. Sie habe eine langjährige Erfahrung und eine Menge pragmatische Ideen vorzuweisen, hieß es in einem online veröffentlichten Meinungsartikel des Editorial Board. Das ist das für Kommentare zuständige Journalisten-Gremium der Zeitung.

    Der Republikaner Donald Trump dagegen habe nur viel versprochen, aber nichts Konkretes über sich selber oder seine Pläne offenbart. Die Zeitung kündigte einen gesonderten Kommentar an, in dem sie darlegen will, warum Trump nach ihrer Auffassung «der schlechteste Kandidat ist, den eine größere Partei in der modernen Geschichte nominiert hat».



  • Donald Trump droht damit, zur Fernsehdebatte mit Hillary Clinton eine frühere Geliebte ihres Mannes mitzubringen. Der Immobilienmogul reagiert damit auf eine Mitteilung des milliardenschweren Geschäftsmannes Mark Cuban, nach der er beim TV-Duell in der ersten Reihe sitzen werde. Cuban ist ein lautstarker Trump-Gegner und fester Clinton-Unterstützer. 

    Wenn Cuban in der ersten Reihe sitzen wolle, dann werde er vielleicht Gennifer Flowers direkt neben ihn setzen, twittert Trump. 

    Flowers hatte während Bill Clintons Wahlkampf 1992 über eine langjährige Affäre mit dem Demokraten berichtet und Clinton das zunächst bestritten. Dann räumte er 1998 unter Eid aber eine frühere sexuelle Beziehung mit ihr ein, bestritt allerdings Einzelheiten von Flowers' Darstellung. Sie selber schreibt auf Twitter: «Hi Donald. Du weißt, dass ich in Deiner Ecke bin und definitiv bei der Debatte sein werde.»



  • Hollywood-Star Kevin Spacey glaubt nicht an einen US-Präsidenten Donald Trump. «Ich glaube nicht, dass er gewinnt», so der Oscar-Preisträger, der sich hinter die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton stellt, im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Was passiere, wenn Trump doch gewinne, wolle er sich gar nicht ausmalen.

    Frank Underwood aber, der fiktive, skrupellose US-Politiker, den Spacey in der Erfolgsserie «House of Cards» spielt, würde ihn aber wahrscheinlich unterstützen, meint Spacey. «Er würde sich wahrscheinlich entschlossen hinter Donald Trump stellen, um ihn in die richtige Richtung zu schubsen.»


    Foto: Dan Taylor/Bits & Pretzels/dpa 
  • Nach einer neuen «Washington Post»/ABC-Umfrage liegen Hillary Clinton und Donald Trump praktisch gleichauf. Demnach käme Clinton bei einer jetzigen Wahl auf 46 Prozent, Trump auf 44 - ein statistisches Patt. Im August hatte die Ex-Außenministerin durchschnittlich um neun Prozentpunkte vor dem Unternehmer gelegen.



  • Dick Cavett, früherer US-Fernsehmoderator, in der «New York Times» zum TV-Duell Hillary Clinton gegen Donald Trump:

    Es ist so, als würde man auf einen Kampf Ali gegen Frazier warten. Es gibt möglicherweise Drama und Feuerwerk und Beleidigungen und Entsetzen und Katastrophen und vielleicht Erhellung. Das zieht doch einfach jeden an.
  • Er wird die erste und bei weitem wichtigste TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump modiereren: Lester Holt - ein journalistischer Vollprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung - sowohl als Moderator als auch als Reporter von vielen Krisen- und Kriegsschauplätzen der Welt. Er ist Afroamerikaner und einer jener amerikanischen Nachrichten-Moderatoren, die eine stählerne Unbeirrbarkeit in der Berichterstattung vereinen mit lässigem Charme und tiefer Detailkenntnis. Ein Spitzname aus früherer Zeit: «Eiserner Hosenboden» - es heißt, er könne Stunde um Stunde durchmoderieren.

    Der 57-Jährige ist Moderator und Gesicht von NBC Nightly News. Er arbeitete in seinem Geburtsstaat Kalifornien, in New York und Chicago. Er ist verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Seit 2003 ist er in New York als Mitglied der republikanischen Partei registriert, dennoch warf Trump ihm vor, er sei ein Demokrat. Der Moderator sagt, er habe grundsätzlich vor nichts Angst - außer vor Schlangen.


    Foto: Twitter/@LesterHoltNBC
  • In knapp 20 Minuten ist es soweit, dann heißt es Bühne frei: Der Countdown läuft, die Aufregung steigt. Zum ersten Mal werden Hillary Clinton und ihr Kontrahent Donald Trump gemeinsam auf einer Bühne stehen. Sie werden sich also im direkten Vergleich messen.


    Ganz Amerika wartet mit voller Spannung auf den politischen Showdown. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa

  • Mike Pence, Trumps Vizepräsidentschaftskandidat, hat sich ins Pressezentrum gewagt. Foto: Maren Hennemuth, dpa
  • Wie haben sich die Kandidaten auf das so wichtige Duell vorbereitet? Hillary Clinton hat intensiv in Probedebatten geübt, Donald Trump hat darauf verzichtet. Er schaue stattdessen Videos von Clintons besten und schlechtesten Auftritten, schreibt die «New York Times». Der Republikaner selbst gab als Grund für seine Skepsis gegenüber der traditionellen Vorbereitung an, er wolle nicht gestelzt und unnatürlich wirken. Das Clinton-Lager will dagegen nichts dem Zufall überlassen. 


    Die größte Schwierigkeit sei, dass man schlicht nicht wisse, auf welchen Trump sie treffen wird, verriet ihr Sprecher Brian Fallon unlängst dem Sender MSNBC. Berichten zufolge engagierte Clinton sogar Trumps Ghostwriter Tony Schwartz, um Einblick in die Angriffspunkte des 70-Jährigen zu bekommen. Laut der «New York Times» will sie ihn dazu bringen, dass er aus der Haut fährt.

  • Was sind Donald Trumps Nachteile? Er hat weniger Übung als Hillary Clinton. Es ist sein erstes direktes Duell. Während der Vorwahlen standen selbst in der letzten Debatte noch drei seiner Konkurrenten mit ihm auf der Bühne. Er konnte so zwischendurch immer wieder abtauchen und musste sich nicht allzu ausführlich zu politischen Konzepten äußern. Peinliche Patzer unterliefen ihm dennoch: Mal erklärte er, China sei Teil des Handelsabkommens TPP, mal strauchelte er bei einer Frage zum Thema Nuklearwaffen. «Trumps Mangel an politischen Detailkenntnissen kann ein echter Nachteil sein», so Larry Sabato, Politikprofessor an der Universität Virginia. Trump selbst erklärte, er sei dagegen, dass der Moderator seine Aussagen einem Faktencheck unterzieht.


    Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
  • Was sind Hillary Clintons Schwächen? Manche halten ihr vor, dass sie immer noch zu unnahbar sei, zu künstlich, zu sehr Politprofi. «Clinton steht seit den Neunzigern in der Öffentlichkeit, die Menschen haben sehr fest gefügte Meinungen über sie», meint Debattenforscher Aaron Kall. Ihr größtes Problem ist, dass viele Menschen sie für korrupt und unehrlich halten.

    Während der Debatten in den Vorwahlen konnte ihr Konkurrent Bernie Sanders sich das zunutze machen - ohne dass er sie dabei allzu hart angriff oder gar beleidigend wurde. So brachte er zum Beispiel niemals ihre E-Mail-Affäre ins Spiel. Von Trump kann sie das nicht erwarten. Der Republikaner befeuert das Stigma der Lügnerin fleißig.


    Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa/Archiv
  • Hier schon einmal ein erster Blick in den Saal, wo sich in Kürze Hillary Clinton und Donald Trump auf der Bühne gegenüberstehen werden. Die Zuschauer im Saal müssen schweigen, Buhen und Klatschen sind tabu. Nur die Bühne ist erhellt.


    Foto: Andrew Gombert, epa/dpa
  • Die letzten Proben sind auch bereits durch: Studenten der Hofstra-University testeten Bühne, Ton und Kamerawinkel.


    Foto: Andrew Gombert, epa/dpa

  • Auch er ist da: Chris Christie, Gouverneur von New Jersey und Trump-Unterstützer. Foto: Andrew Gombert, epa/dpa
  • Bereits Stunden vor dem Beginn der TV-Debatte haben sich Trump-Gegner vor der Einfahrt der Hofstra Universität eingefunden.


    Foto: Maren Hennemuth, dpa
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